Jenaer Universitätsklinik zählt zu den besten in Deutschland

  • Blick auf das Areal in Lobeda - bereits in den ersten Monaten des Jahres verzeichnete die Uniklinik einen deutlichen Anstieg der Patientenzahlen. Foto: Lutz Prager Blick auf das Areal in Lobeda - bereits in den ersten Monaten des Jahres verzeichnete die Uniklinik einen deutlichen Anstieg der Patientenzahlen. Foto: Lutz Prager
Sozialministerin Heike Taubert hat die besondere Stellung der Jenaer Universitätsklinik für die Krankenhauslandschaft in Thüringen betont. Den mehrmals diskutierten Privatisierungsplänen für die Einrichtung erteilten Matschie und Taubert gemeinsam eine klare Absage.
Erfurt. Eine Stammkneipe hat so gut wie jeder. Einen Lieblingsbäcker ebenso. Selbst einen Traumjob - und auch wenn es nicht der eigene ist - können die meisten Deutschen benennen. Aber eine Lieblingsklinik?

Ein breit angelegter Vergleichstest des Nachrichtenmagazins "Focus" sieht die Universitätsklinik in Jena auf Platz 23 unter den besten Krankenhäusern Deutschlands. 18.000 einweisende Mediziner waren aufgefordert, ihre erste Wahl für mehr als ein Dutzend verschiedene Fachgebiete zu nennen.

Zusätzlich wurden Qualitätsberichte ausgewertet und Patienten nach erfolgter Befragung zum Grad ihrer Zufriedenheit befragt. Sieger ist der Untersuchung zufolge die Berliner Charité, gefolgt von den Universitätskliniken von München und Dresden.

Zu den Stärken der Jenaer Klinik gehört dabei die Kardiologie sowie die Behandlung von Brustkrebspatientinnen. Auf beiden Teilgebieten erreichte sie im Bundesvergleich einen neunten beziehungsweise zwölften Platz. Ebenfalls unter die zwölf besten Einrichtungen wird das Therapieangebot zur Behandlung von Zwangsstörungen eingeordnet.

"Natürlich freuen wir uns über jede gute Platzierung von Thüringer Einrichtungen in solchen Studien", so die Landessozialministerin Heike Taubert (SPD). Zugleich unterstrich sie aber auch die besondere Bedeutung gerade der Universität Jena für die gesamt Krankenhauslandschaft im Freistaat. Und das nicht nur aus Sicht von Patienten mit besonders komplizierten Krankheitsverläufen. "Die Medizinerausbildung in Jena ist von existenzieller Bedeutung für den Ärztenachwuchs in ganz Thüringen."

So sei eine ganze Reihe von Krankenhäusern zwischen Eisenach und Gera Ausbildungskliniken für Jena. Diese Häuser haben sich vertraglich verpflichtet, angehenden Ärzten an der Universität Jena Praktikums- und Ausbildungsstellen zur Verfügung zu stellen.

Die generelle Stärke von Universitätskliniken im deutschlandweiten Krankenhausvergleich überrascht auch Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) keineswegs: "Die Ausstattung ist natürlich im Durchschnitt besser als bei einem einfachen Kreiskrankenhaus. Durch die Forschung und Lehre erfüllen Universitätskliniken in der Region auch ihre Funktion als wichtiger Baustein für medizinisch schwierige Fälle", so Matschie.

Dies begründe in der Regel auch den besonders guten Ruf der Universitätskliniken. Auch Matschie sieht daher die Uniklinik in Jena nicht als Konkurrenz für die rund vier Dutzend Klinikstandorte in ganz Thüringen: "Jena ist vielmehr eine notwendige Ergänzung zur Stärkung der gesamten Region."

Den immer einmal wieder diskutierten Privatisierungsplänen für die Universitätsklinik in Jena erteilten Matschie und Taubert gemeinsam eine klare Absage. "Das wird es mit der SPD nicht geben", so Matschie. Entsprechende Versuche in Hessen seien im Praxisalltag gescheitert. "Zahlen müssen wir ohnehin", so Taubert. "Dann können wir das Krankenhaus auch betreiben."

Den Weg einer Stärkung des Klinikstandortes Jena ging das Land zuletzt bei der Übertragung seiner Anteile am Landesfachkrankenhaus in Eisenberg. Die Beteiligung wurde erst Ende des Jahres an das Universitätsklinikum Jena übertragen, nachdem im dortigen Krankenhaus die Professur für Orthopädie und Unfallchirurgie seit Jahren ihre Arbeit verrichtet.

Thüringer Krankenhäuser in Zahlen

  • In die Sanierung der Thüringer Krankenhauslandschaft sind seit der Wende Fördermittel in Höhe von 3,3 Milliarden Euro geflossen.
  • Heute arbeiten in 38 Thüringer Kliniken an 49 Standorten rund 27.000 Mitarbeiter. Davon sind 4000 Beschäftigte Ärzte.
  • Die Krankenhäuser stellten 2010 Platz gut 16.000 Betten zur Verfügung.
  • Im Jahr 2010 wurden knapp 560.000 Menschen in Thüringer Krankenhäusern behandelt.
  • Durchschnittlich blieben die Patienten acht Tage.
  • Etwa 600 Schulabgänger beginnen jedes Jahr eine Ausbildung in einem Thüringer Krankenhaus.
  • Die Kliniken erwirtschaften einen Umsatz von fast zwei Milliarden Euro jährlich.
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Matthias Thüsing / 31.05.12 / TA
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