Keine Bimmelbahn als Ersatz für Fernzug von und nach Jena
Porträt
Ein Intercity-Express (ICE) im Bahnhof Jena-Paradies - geht es nach Wolfgang Meyer und dem Jenaer Fernbahnbündnis ein Bild mit Zukunft. Foto: Tino Zippel
Wolfgang Meyer kämpft mit dem Jenaer Fernbahnbündnis um den Erhalt eines Fernzuges auf der Saalbahn. Der frühere Schott-Geschäftsführer kritisiert die Landesregierung wegen ihrer einseitigen Verkehrspolitik.
Wie fällt die bisherige Bilanz des Fernbahnbündnisses aus?
Wolfgang Meyer vom Jenaer Fernbahnbündnis. Foto: Tino Zippel
Wir arbeiten intensiv daran, ein Fernverkehrsangebot der Bahn auch nach 2017 in Jena zu erhalten. Aber seit zwei Jahren ist seitens der Politik nichts Positives herausgekommen. Welche Rückmeldung haben Sie auf Ihr Schreiben an Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht
vom Dezember erhalten?Der Eingang ist quittiert worden mit dem Hinweis, dass unser Schreiben an die zuständige Abteilung weitergereicht worden ist. Wir haben uns bis März geduldet und nun nachgehakt. Darauf gab es bislang keinerlei Reaktion. Ich halte das für eine Brüskierung unserer Initiative, die 100 Unternehmen, Institute und Hochschulen mit mehreren Tausend Mitarbeitern umfasst. Wir stellen uns ernsthaft die Frage, ob es die Abteilung überhaupt braucht. Was fordern Sie genau?Es geht uns nicht darum, auf Teufel komm raus den Intercity-Express im Ein-Stunden-Takt nach dem Jahr 2017 zu erhalten. Uns geht es um eine Fernverkehrsanbindung im Zwei-Stunden-Takt, beispielsweise durch einen Intercity. Warum ist es so wichtig, dass weiter Fernverkehrszüge in Jena halten?Unsere Stadt ist aufgrund ihrer Internationalität und des Einzugsbereiches ihrer wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen in besonderem Maße auf gute Fernverkehrsverbindungen angewiesen. Profitiert Jena nicht von der Neubaustrecke und vom zukünftigen ICE-Knoten Erfurt?Im Gegenteil. Die Neubaustrecke zieht den Fernverkehr von Jena ab. Damit entfallen die schnellen, komfortablen und umsteigefreien Verbindungen nach Hamburg, Berlin, Leipzig, Nürnberg und München und zu den dortigen Großflughäfen. Aber es sollen doch schnelle Zubringerzüge fahren.
Der nötige Umstieg birgt das Risiko, den Zug zu verpassen und damit die Fahrzeit um mindestens eine Stunde zu verlängern. Eine von uns in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass Fahrgäste über Erfurt länger unterwegs sind und mehr zahlen müssen. Das sehen weder Deutsche Bahn noch die Politik ein. Das Land hat bereits schnelle Regionalzüge bestellt.Und was soll dabei rauskommen? Ein Regionalexpress, wie er nach Nürnberg fährt und 18 mal hält? Das ist eine Bimmelbahn und kein adäquater Ersatz, wie er im Koalitionsvertrag vereinbart ist. Direktverbindungen in Metropolen stellen diese von Verkehrsminister Christian Carius
versprochenen Züge nicht dar. Wie könnte eine Lösung aus Ihrer Sicht aussehen?Andere Länder haben es vorgemacht, den Fernverkehr mit dem Regionalverkehr zu koppeln. Dagegen sträubt sich Thüringen. Diese Lösung wäre aber praktikabel. Wie arbeiten Sie mit den Fernverkehrsbündnissen in Weimar und Gera zusammen?Wir stehen im Kontakt und tauschen uns aus. Teils divergieren die Interessen, aber uns eint, dass wir nicht abgekoppelt werden wollen. Wir hoffen wie Gera darauf, dass die Mitte-Deutschland-Schiene zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert wird. Ein Fernverkehrsangebot auf dieser Strecke würde uns freuen. Aber die Elektrifizierung liegt in weiter Ferne. Fürchten Sie, dass Ihnen die Zeit davonläuft, eine Lösung für die Saalbahn zu finden?Obwohl der Wegfall erst ab Ende 2017 droht, ist es jetzt akut. Die Bundesländer haben die Ausschreibung für das Elektronetz Saale-Thüringen-Südharz verlängert aus unserer Sicht ein Indiz dafür, dass sie kein Konzept haben, den Wegfall des Fernverkehrs zu kompensieren. Der Zug scheint daher noch nicht ganz abgefahren, aber die Politik darf sich Lösungen nicht verschließen. Welche Aktionen planen Sie?Wir haben eine Internetseite unter http://www.fernverkehr-jena.de/ erstellt, um unsere Interessen zusammenzufassen. Am 26. Juni planen wir einen großen Gipfel im Jenaer Rathaus, zu dem hoffentlich auch die Ministerpräsidentin kommt.
Keine Bimmelbahn als Ersatz für Fernzug von und nach Jena
Kommentare
30.03.12 - 08:50
Meinung
Denken wir doch einmal weiter. 2019 ist der Länderfinanzausgleich passé, die EU-Förderung wird nahezu eingestellt, weil es ärmere Regionen gibt und unser Land ist pleite. Irgendwann (und das schon in ziemlich naher Zukunft) ist das Land Mitteldeutschland Realität. Ob das unsere Königshäuser wollen oder nicht. Wenn die Sparmaßnahmen und der Krieg unserer Landesregierung gegen sein Volk erst richtig greifen, dann kann ich mir auch gut einen Volksentscheid zum Thema "Jagt 3 Regierungen weg und spart dadurch Geld ein" vorstellen. Und dann? Dann haben wir wir ein Provinzkaff Erfurt mit einer Top-ICE-Strecke, die aber eigentlich in der Pampas liegt. Der direkt Weg von München nach Berlin geht nun mal über Gera, aber aus provinzialischer Geltungssucht wurde er über Erfurt gelegt. Mit den dreifachen Kosten zu einer Stecke über Gera. Allerings hatte coolmcool unten über den "metroplitan-pseudo-ice" geschrieben. Wenn man solche Züge einsetzt, dann brauch ich keinen ICE, der ständig kaputt ist. Die Dinger sind erste Sahne und soe laufen und laufen. Man sollte heute als Ostthüringen eigentlich nur sehen, dass man sich an das zukünftige Machtgebilde Mitteldeutschland orientiert und zusieht, dass die Verbindungen in den Leipziger/Dresdener Raum ordentlich bedient werden. Erfurt ist Geschichte.
28.03.12 - 20:02
Herbert Born
Danke Diether, auf die Sendung wollte ich auch schon hinweisen. Passt perfekt zum Thema.
28.03.12 - 18:41
Diether Hempel
2 Stunden 30min für 67km Bahnkilometer vom Chemnitz nach Gera http://www.swr.de/report/-/id=233454/gp1=fromDetail/did=9499118/pv=video/nid=233454/y8u4pd/index.html Noch Fragen?Das blüht den Städten Abseits von Erfurt usw.
28.03.12 - 16:02
Hans Dampf
@Kritik: Wenn Sie verlangen, ich solle keine Einschätzungen zu Ihrer Person vornehmen, dann unterlassen Sie das bitte auch. Um zu den Fakten zurückzukehren: vielleicht können Sie kurz erläutern, warum insbesondere die ifo-Untersuchung, die Jena ein verheerendes SPV-Erreichbarkeitszeugnis ausstellt und die, soweit ich sehe, vom Freistaat Sachsen beauftragt wurde, keinen Bahnbezug hat. Ich kann nicht, wie Sie das tun, beurteilen, welche Auswirkungen die "Neustrukturierung der ICE-Linie" haben soll und ob iRFP das "wenig profund" bewertet hat, aber vielleicht erklären Sie es den Lesern einmal, statt nur anzudeuten? Was genau ändert sich dadurch an der Situation für Jena, nicht nur bei der Reisegeschwindigeit, sondern auch bezüglich Umstiegen und Übergängen? Für die Nichtunterstützung der MP sehe ich eine naheliegende Erklärung: sie hat Berater, die sie glauben lassen, dass die Zentralisierung des SPFV auf Erfurt die richtige und alternativlose Politik für Thüringen sei. Da Sie darauf hinweisen, dass Unwirtschaftlichkeiten bei der DB nicht geduldet werden dürfen: welche Wirtschaftlichkeit wird denn das VDE 8.1 Ihrer Meinung nach haben? Ich gehe davon aus, dass Ihnen die Verkehre, die der standardisierten Bewertung zugrundelagen, und die, die tatsächlich zu erwarten sind, bekannt sind, und dass Sie wissen, in welchem Verhältnis die Trassengebühren zu den tatsächlichen Infrastrukturkosten stehen.
28.03.12 - 14:30
Kritik
@Hans Dampf: Ich bitte davon abzusehen, Einschätzungen über meine Person zu äußern. Das ist unprofessionell. Ich argumentiere zudem allein auf die Fakten bezogen. Insofern Sie das nicht vermögen, lassen Sie Ihre Äußerungen bitte doch außen vor. Des Weiteren nehmen Sie doch bitte noch zur Kenntnis, dass ich keine Meinung bzw. Kommentierungen zu den von Ihnen genannten Instituten geäußert habe. Wenngleich die Frage sicherlich nicht gestellt werden muss, wer die Studie (iFRP; die anderen sind ohne Bahnbezug) in Auftrag gegeben hat? Ich kann außerdem nicht ersehen, dass die Neustrukturierung der ICE-Linie (Frankfurt-Göttingen-Berlin r.r.) hinreichend in die Studie einbezogen wurde, hierbei sind wesentliche Synergien in den besprochenen Umsteigerelationen - auch ohne Fernverkehr in Jena - zu erwarten, da sich die Taktzeiten der heutigen ICE-Linie (Frankfurt - Dresden) damit nicht vergleichen lässt. Vielleicht sind allein auch die wenig hinreichenden und nicht profunden Inhalte der Initiative und Studie ausschlaggebend dafür, dass zwar FDP-Funktionäre, nicht aber die MP des Landes Anteil nimmt - und unterstützend wirkt. Darüber hinaus sei angemerkt, dass derzeit nur die gebrochene RE-Linie via Lichtenfels existiert, die aber mehr als 18 Halte zählt. Ich bezog mich auf die Möglichkeit des Umstiegs in Bamberg in den ICE, der zukünftig ebenda halten wird. Das wird aber nicht von Interesse sein, da trotz des Umstiegs die Vorteile überwiegen werden (Stichwort: Synergieeffekte für Jena durch schnellere Durchbindung trotz Umstieg und besondere Beschleunigung der Nord-Süd-Verkehre r.r.). Abschließend sei erwähnt, dass die derzeitige Situation der DB AG (vgl. Situation ICE-T mit BR 411/415 und Gesamtsituation IC-Wagen) nicht zulässt, unwirtschaftliche verkehrliche Situationen zu dulden. Ungeachtet partieller Interessen.
28.03.12 - 12:41
Hans Dampf
@Kritik: ich würde ihnen nahelegen, wenigstens den Inhalt der im Artikel erwähnten Internetseite mal zur Kenntnis zu nehmen. Da steht nämlich recht detalliert, warum sie mit den meisten Ihrer Behauptungen danebenliegen. ifo, iRFP und FHE sind nicht irgendwer, und wenn die allesamt sagen, Jena profitiert nicht und verschlechtert sich sogar erheblich, dann sollten Sie das wenigstens zur Kenntnis nehmen. Wenn Sie behaupten, Umsteigen sei kein Thema, ist Ihnen das Wort Reisewiderstand vermutlich noch nie untergekommen. Natürlich ist es ein Thema, darin liegt nämlich der Erfolg des Automobils begründet! Jedes zusätzliche Umsteigen verringert die Bereitschaft, mit der Eisenbahn zu reisen, erst recht, wenn die Fahrt auch noch teurer wird und mit erheblichen Risiken verbunden ist, wie dann z.B. in Halle (kurzer Übergang, ICE-Anschluß nur alle zwei Stunden). Die 18 Zwischenhalte des RE nach Nürnberg sind übrigens nicht angeblich, sondern bereits in Hafas abzulesen. Zu beurteilen, ob es wünschenswert ist, dass die durch viele Orte führende Saalebahn mehr Güterverkehr bekommt und dafür im Personenverkehr unattraktiver wird, während der ICE durch menschenleere Gegen rast, das überlasse ich lieber den Lesern. Bei Ihnen scheint da Hopfen und Malz verloren.
28.03.12 - 09:49
Kritik
Ich nehme an, dass die Neubaustrecke nicht allein für bayerische Beamte gebaut wird. Die Fluglinie Erfurt - München wurde letztlich auch aufgrund schlechter Auslastung eingestellt. Des Weiteren ist derzeit der Umstieg von West-, Mittel- und Nordthüringen ohnehin Pflicht. Umsteigefrei reisen allein diejenigen, die in Jena-Paradies zusteigen bzw. über die Saalestrecke (Regionalbahnen) anreisen. Zurück zur Saalestrecke: Die Saalestrecke ist in den letzten Jahren grundlegend modernisiert worden (Gleisbett, Oberleitung, Elektronische Stellwerke). Die Strecke ist allein nicht für schnelleren Verkehr tauglich, da Kurvenradien beibehalten wurden (keine neue Trassierung) und der Frankenwald als "natürliches Hindernis" (Steigung im für Bahnen hohen Promillebereich) erhalten bleibt. Die Fahrzeit bleibt somit trotz zeitweisen Neigetechnikbetrieb (derzeit eingestellt) inadäquat für die reellen verkehrlichen Bedürfnisse außerhalb von Naumburg, Jena, Saalfeld und Lichtenfels. Letztlich verlangen längere Fahrzeiten eine höhere Verfügbarkeit an ICE- oder IC-Garnituren. Das kostet Geld und ist ergo nicht wirtschaftlich, da die Hauptreiseströme via Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt-Halle/Leipzig reisen werden. Für Naumburg, Jena, Saalfeld und Lichtenfels wird der einmalige Umstieg somit kein Verlust sondern ein Gewinn sein - da insgesamt schneller erreichbar. Des Weiteren ist die im Artikel aufgeführte Argumentation fehlerhaft: der RE nach Nürnberg (mit angeblich 18 Zwischenhalten) ist ja mit dem Umstieg in Erfurt für die Reisenden ohnehin obsolet, insofern dieser nicht ohnehin nur bis Bamberg - zum Einstieg in den ICE - genutzt wird. Darüber hinaus dürfen sich viele Reisende zukünftig über umsteigefreie Verbindungen freuen! Deshalb: Kirchturmdenken durch die Positiva und Möglichkeiten der künftigen Infrastruktur überdenken – und nach vorn blicken! Des Weiteren wird die Saale- und Frankenstrecke durch die Homogenisierung der Geschwindigkeiten für den Güterverkehr zwischen See und Hinterland attraktiver. Das belastet die Bundesautobahn 9 für die Personen weniger, die zukünftig wie schon in der Gegenwart nicht mit der Bahn reisen - mit oder ohne Jena-Paradies als inadäquatem ICE-Halt.
28.03.12 - 08:36
Ostthüringer
Ja natürlich ist die Saalebahnstrecke verhältnismäßig langsam. Da wurde ja auch seit Kaiserszeiten auch kaum etwas getan. Mit einem Bruchteil der Investitionen für die Wald-U-Bahn hätte man eine bedeutend schnellere Fernstrecke (als über Erfurt) über Jena (weil kürzer) aufbauen können. So werden halt Milliarden von unseren Steuergeldern versenkt. Hauptsache die bayrischen Beamten in Erfurt kommen besser heim. Wenn es nach mir ginge wäre Erfurt schon lange keine Landeshauptstadt mehr. Ein starkes Mitteldeutschland aus den drei Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen könnte sich besser behaupten und die Provinzpossen aus Erfurt wären erledigt. Gleich nebenbei zwei Landesregierungen nebst iheren Minesterien eingespart.
27.03.12 - 23:01
Kritik (Anmerkung)
Ergänzende Anmerkung: Die partikularen Interessen Jenas sind zwar von lokalem Belang, aber eben nicht für die verkehrlichen Interessen außerhalb der Stadt von Bedeutung. Was zählt wirklich? Einerseits ist für 99 Prozent derjenigen, die die Saalestrecke nutzen, ein schnelles Vorankommen zwischen Berlin bzw. Leipzig und Nürnberg bzw. München relevant. Das gondeln zwischen Saale und Pegnitz ist zwar pittoresk, aber nicht mehr zeitgemäß, besonders in Hinblick auf den bedeutend schnelleren Flugverkehr – das sind die Fakten, die seitens Bundes- und Landesregierung sowie Bahn anerkannt und umgesetzt werden. Des Weiteren beschleunigt der einmalige Umstieg in Erfurt die Reisezeit von Jena sowohl in den Süden wie in den Norden. Andererseits wird nicht nachvollziehbar dargelegt, weshalb Jena ggü. anderen Regionen Deutschlands priorisiert werden sollte (vgl. aktuelle Diskussion zu Anschluss Bayreuths an FV-Netz). Jena verfügt auch zukünftig über voll und ganz ausreichende Verbindungen auf der Schiene. Wichtig sind allein die schnellen Durchbindungen mit Produkten der Kategorie C Richtung Süden und Norden sowie über die MDV nach Osten und Westen.
27.03.12 - 22:18
Kritik
Die Initiative der Jenaer ist interessant anzusehen, aber in Hinblick auf die Abkopplung vieler anderer, dazu bedeutender Städte in Deutschland (Krefeld z.B.) einzig und allein hoffnungslos. Des Weiteren existieren ja bereits zeitnah durchgehend Regionalexpress-Verbindungen nach Nürnberg, so dass der Süden an Jena angeschlossen ist. Der Norden wird zukünftig von Jena ebf. durch solche Verbindungen erreichbar sein - zudem mit dem Vorteil verbunden, dass auch kleinere Orte durch das Produkt "RE" erreichbar werden (vgl. Ausschreibung E-Netz). Die bedeutendere Franken-Sachsen-Magistrale (Dresden-Chemnitz-Nürnberg) wurde beispielsweise auch nicht wieder an den Fernverkehr angeschlossen. Im Übrigen sind die Synergien durch den Systemhalt mit Voll- bzw. Halbknoten in Erfurt ohnehin besser für die sonstigen Regionen Thüringens, allein deshalb weil Jena-Paradies über keinerlei Zulaufstrecken verfügt (vgl. hierzu Erfurt mit Zulauf aus Göttingen, Bebra, Nordhausen, Sangerhausen, Gera usf.). Des Weiteren sind Umstiege kein sonderliches Hindernis - in Berlin (vgl. Lage Hauptbahnhof) oder Köln (mit Deutz) ohnehin Standard.
27.03.12 - 21:16
Horst
@Bahner: Glauben Sie ernsthaft, alle ICE hätten einen Bogen um Thüringen gemacht, wenn die Sachsenstrecke statt der Wald-U-Bahn ausgebaut worden wäre? Auch die Frankfurter und Düsseldorfer? Wo das Problem ist, können Sie übrigens nachlesen, wenn Sie sich die am Ende des Artikels genannte Website ansehen. Dort finden Sie u.a. eine Untersuchung von anerkannten Fahrplantechnologen, die die Folgen minutengenau zeigt. Das klingt allerdings ein bißchen anders als das, was Sie hier behaupten und uns diverse Minister und Geschenk-des-Himmels-Vorsorgungsamtsinhaber weismachen wollen. Und zum Thema verkraften empfehle ich einen Blick auf die Meinungen der Unternehmer. Vielleicht posten Sie dann auch mal Beiträge mit mehr Sachkunde.
27.03.12 - 15:53
Diether Hempel
@ Bahner: Schön für Sie das die Strecke über Thüringen geht (war sie nicht über Gera geplant?) aber gleichzeitig 90% der Bewohner 0,nichts bringt.
27.03.12 - 15:11
Bahner
Meine Güte, was hier für Kommentare zu lesen sind - unterirdisch. Ich bin froh, dass die Strecke über Thüringen geht. Sie hätte genauso gut - so der damalige Plan - über Sachsen und damit an Thüringen vorbei geführt werden können. Immer schön im Bilde bleiben: Jena wird es verkraften und ist dafür eben per Zug aus Erfurt erreichbar. Ist inkl. Umstieg in Erfurt (von Nürnberg) immer noch schneller, als durch das Saaletal. Wo ist das Problem?
27.03.12 - 14:34
Diether Hempel
Tja, danken wir Ostthüringer unseren Erfurter Fürsten Bernhard und Dieter. Ein sinnloses Milliarden Grab (ICE Neubaustrecke) in Bahnkreisen auf "Thüringer Wald U-Bahn" genannt, daß den Rest des Landes weiter vom Fernverkehr abhängt. Hauptsache unsere Fürsten in Erfurt haben endlich beide, durch Thüringen verlaufenden ICE Linien. Prestige zählt allein...fragen sie mal den Großflughafen Erfurt/Weimar/Kleckersdorf. Für alle die nicht an einen Bahnhof der Strecke wohnen wird die Fahrstrecke länger und damit natürlich auch teurer. Aber wenn juckt schon der Provinzpöbel aus der Eisenbahnmongolei? Hauptsache der aktuelle Fürst aus Erfurt kann im MDR live ein Bändchen durchschneiden.
27.03.12 - 12:33
Matthias Munk
Mir fällt dazu nur ein: Vielen Dank an alle bisherige Landesregierungen in Erfurt. Statt im gesamten Freistaat auf eine vernünftige Infrastruktur der DBAG hinzuarbeiten, wird alle Kraft und alles Geld in unsinnige und viel zu teure Prestigeobjekte investiert. Alles nach dem Motto; Thüringen ist Erfurt und Erfurt ist Thüringen. Es ist bekannt, dass Jena zu den wenigen Städten im Osten zählt die eine positive Entwicklung aufweisen. Dazu zählt natürlich eine günstige Verkehrsanbindung. Über so eine Art von Fortschritt kann ich nur den Kopf schütteln.
27.03.12 - 09:56
coolmccool
technisch gesehen gäbe es ja die logische lösung, die 4 metroplitan-pseudo-ice im 3 oder 4 stunden-takt zwischen leipzig und nürnberg pendeln zu lassen. der komfort wäre gleich dem ice-t(strom an jeden sitzplatz) oder höher (mehr platz alle sitze in leder)und der nachteil der züge, die max-speed von 160 km/h, kommt im saaletal nicht zum tragen. dies ergänzt mit dem franken-thüringen-express(von bayern bezahlt, wie peinlich)und nem ähnlichem angebot nach leipzig(vielleicht von sachsen bezahlen lasse ;) ) wäre ja ne recht praktikable lösung, die ohne großen neuinvestitionen auskäme und gerade im winter auch störungsfreier wie die leichten ice-t
27.03.12 - 09:43
Horst
@Frank M: erklären Sie uns doch bitte mal, warum die Bahn in Berlin ihre ICE auch am Südkreuz, in Gesundbrunnen, am Ostbahnhof und in Spandau halten läßt. Vom Hauptbahnhof sind das jeweils nur 5-10 Minuten. Übrigens: Lesen bildet. Meyer spricht ausdrücklich nicht vom ICE, sondern von integrierten Fernverkehrslösungen wie in Niedersachen. Dort sind das IC.
27.03.12 - 09:19
Frank M.
@Michael: Fragen Sie doch einen Berliner, der seine Firma oder Wohnsitz in Reinickendorf oder Tegel hat, wie der zum Bahnhof Zoo oder Hauptbahnhof kommt? Wenn die DB auf jedem Provinznest den ICE halten lassen würde, dann kann man auch gleich mit dem Bummelzug durch Thüringen reisen.
27.03.12 - 08:17
Gerscher
Selbst schuld kann man da nur sagen! Anstatt viel eher auf den zweigleisigen (danach die Elektrifizierung)Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbingung zusammen mit Gera und andern Kommunen intensiver zu kämpfen, war aus Jena nicht viel zu hören. Nun geschieht es ganz recht das das gleiche Schicksal wie Gera im Eisenbahnverkehr droht. Also lasst uns alle Städte an der Mitte-Deutschland-Verbindung mehr Druck machen (auch Weimar und Chemnitz) nur so kann etwas erreicht werden!
27.03.12 - 07:51
Michael
Es wird wohl so werden,d ass in Zukunft auf der einglesigen Mitte-Deutschland-Verbindung hoffnungslos überfüllte Regiosprinter eine Art S-Bahn-Verkehr darstellen sollen. In Erfurt angekommen wird man dann zum ICE hetzen müssen, da die "S-Bahn" unterwegs an den Haltepunkte zu viel Zeit verliert (bei vollen Zügen dauert das Ein- und Aussteigen nunmal länger).Wir sind in Thüringen, und da ist es so, dass die Politik Erfurt alles in den Hintern schiebt und den Rest des Landes bluten lässt.
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