Bei seinem letzten Jahresempfang gibt Bürgermeister Böhme Tipps
Porträt
Ronneburg Stadtansicht mit Kirche und Baderteich
Ronneburgs Bürgermeister Manfred Böhme lädt zum letzten Mal zum Jahresempfang. Er legt im Sommer nach 22 Jahren sein Amt nieder. Für eine Abschiedsrede findet er es noch zu früh, doch Tipps kann er den Bewerbern schon mitgeben.
Ronneburg. Im Zeichen der Bürgermeisterwahl stand am Wochenende der Jahresempfang in Ronneburg. Ohne prominente Redner aus dem Land oder der Kreisstadt Greiz, wohin die Landrätin zeitgleich eingeladen hatte, kamen die rund 100 geladenen Gäste im Rittersaal aus und besannen sich so ganz auf sich selbst. Für eine Abschiedsrede schien es Bürgermeister Manfred Böhme (parteilos) zu früh. Er verlässt Ende Juni nach 22 Jahren den Chefposten des Rathauses. Dem Nachfolger gab er zumindest ein Bild mit auf den Weg: Mit der Kommunalverwaltung, so Böhme, verhalte es sich wie mit dem Paddeln gegen den Strom. "Der Stadtrat paddelt, der Bürgermeister beobachtet die Stromschnellen und steuert jeden Versorgungspunkt an." Mit drei Kandidaten stehe die Stadt vergleichsweise gut da. Denn beim Blick in die Region findet es Böhme "erschreckend", dass mancherorts die Volksparteien keine Kandidaten aufstellen. Den Schutz der Gruppe zu verlassen und allein Verantwortung zu übernehmen, das sei schwierig.
Krimhild Leutloff
(CDU) hat gerade darauf Lust, sagte sie in der Vorstellungsrunde, die Manfred Böhme den Kandidaten eingeräumt hatte. Einwohnerfeste, die Verhandlung mit Eigentümern von Schrottimmobilien oder den Erhalt von Einrichtungen wie Bibliothek oder Freibad hat sie sich auf die Fahnen geschrieben. André Ruderisch
, Stadt- und Kreisrat für die Linke seit knapp drei Jahren, will ein Kandidat für Jung und Alt sein. Er hebt besonders die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Stadtrat hervor. Frank Bergmann
, von der FDP ins Rennen geschickt, sieht sich als Selbstständiger für die Höhen uns Tiefen des Bürgermeisterpostens gewappnet. Er wolle ein Brückenbauer sein im Stadtrat und zu Ronneburgs Nachbarn. Verlassen können sich der jetzige und der neue Bürgermeister weiterhin auf Menschen wie Ingrid Gille, Renate Kober, Karl Strauß und Renate Pohle. Die vier Ronneburger sind beim Jahresempfang mit der Ehrennadel der Stadt für ihr Engagement ausgezeichnet worden. Ingrid Gille prägt mit Gymnastikgruppe und auch Nordic Walking seit insgesamt einem Jahrzehnt den Seniorensport in Ronneburg, sagte Vereinsvorsitzende Heidemarie Aurich in ihrer Laudatio. Zehn Jahre ist auch Renate Kober ehrenamtlich aktiv im Heimatverein. Dessen Vorsitzender René Lindig erinnerte an das Touristenleitsystem "Stadtspaziergang Ronneburg", Broschüren und historische Kalender, die durch Renate Kobers Initiative entstanden sind. Eine Arbeit oft im Verborgenen betreibt Karl Strauß seit 20 Jahren. Er ist Jagdvorsteher und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, klärte Rainer Vogel auf. Damit gehe Karl Strauß keineswegs einem Hobby nach, sondern mache Hege und Pflege für die Jäger überhaupt möglich. Die Ehrennadel ließ sich auch Renate Pohle anheften in der Vergangenheit hatte sie dem ein oder anderen Ronneburger das Schmuckstück angesteckt. Bis zum Vorjahr war sie Mitarbeiterin der Stadt und half bei den Jahresempfängen. Bekannt ist sie vor allem als Bibliothekarin. "Ihr Engagement ging weit über die Arbeitspflicht hinaus" würdigte ihr ehemaliger Chef, Bürgermeister Böhme. Lesekönig, Gespensternacht oder Schneemannpostamt hat Renate Pohle eingeführt.