Zuschuss zur Schulspeisung in Gotha nur noch für Bedürftige

  • Die Stadt Gotha gewährt seit Jahresbeginn nur Kindern einen Zuschuss fürs Mittagessen in der Schule, wenn den Eltern Leistungen für Bildung und Teilhabe zusteht. Foto: Marco Kneise Die Stadt Gotha gewährt seit Jahresbeginn nur Kindern einen Zuschuss fürs Mittagessen in der Schule, wenn den Eltern Leistungen für Bildung und Teilhabe zusteht. Foto: Marco Kneise
Die Stadtverwaltung Gotha gab im Stadtrat umfassend Auskunft, wie viele Kinder die Versorgung in der Schule nutzen.
Gotha. Seit Beginn dieses Jahres gewährt die Stadt Gotha nur noch Kindern einen Zuschuss von einem Euro pro Portion fürs Mittagessen in der Schule, wenn ihre Eltern Anspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe haben. Das gilt für die Grund- und Regelschulen in Trägerschaft der Stadt Gotha. Zuvor war das anders.

Von 2005 bis 2009 hatte die Stadt 50 Cent pro Portion für alle Grundschüler bezahlt, 2009 und 2010 sogar 1,50 Euro für alle Grund- und Regelschüler unabhängig vom Einkommen der Eltern. 2011 verringerte sich dieser Zuschuss für Regelschüler um ein Drittel. Die Fraktion Die Linke im Gothaer Stadtrat wollte nun wissen, wie sich die Zahl der Essenteilnehmer entwickelt hat, nachdem diese städtischen Zuschüsse für alle Kinder seit Anfang des Jahres nicht mehr fließen und bat auch um einen Vergleich zu den Vorjahren mit einer monatlichen Aufstellung für 2011.

Sozial- und Finanzdezernentin Marlies Mikolajczak (SPD) informierte dazu am Mittwochabend umfassend im Gothaer Stadtrat (siehe Auszüge rechts). "Von der genauen Anzahl möglicher Anspruchsberechtigter für Leistungen aus dem Bildungspaket hat die Stadt jedoch keine Kenntnis", sagte Marlies Mikolajczak. Allerdings habe die Stadt alle Möglichkeiten genutzt, eventuelle Amspruchsberechtigte zu erreichen und über die Zuschussbedingungen aufzuklären. So hätten alle Eltern einen Informationsbrief erhalten. Außerdem sei gezielt - zum Beispiel bei der Hortanmeldung oder bei Wohngeldempfängern - auf die neue Situation aufmerksam gemacht worden.

Wie viele Schüler den städtischen Zuschuss nutzen, ergebe sich aus den Abrechnungen der Essenanbieter mit der Stadt Gotha. Der Essenanbieter wiederum rechne mit dem Leistungsträger ab. Zum Beispiel übernehme das Job-Center für betroffene Kinder die Kosten, die über den einen Euro der Stadt pro Portion hinausgehen.

Mittagessen in Grund- und Regelschulen

  • 195.238 Portionen wurden 2011 in den Gothaer Grundschulen verzehrt.
  • 2008 aßen im Durchschnitt 66 Prozent der Grundschüler Mittag;
  • 2009 waren es 70 Prozent,
  • 2010 waren es 77 Prozent,
  • 2011 waren es 80 Prozent.
  • In den ersten beiden Monaten dieses Jahres aßen 77 Prozent (Januar) und 75 Prozent (Februar) der Grundschüler mit.
  • Im Februar 2012 erhielten 212 Grundschüler einen Essengeldzuschuss.
  • 48.399 Portionen wurden 2011 in den Gothaer Regelschulen verzehrt.
  • 2008 aßen im Durchschnitt 9,6 Prozent der Regelschüler Mittag;
  • 2009 waren es 21 Prozent,
  • 2010 waren es 35 Prozent,
  • 2011 waren es 35 Prozent.
  • In den ersten beiden Monaten dieses Jahres aßen 31 Prozent (Januar) und 30 Prozent (Februar) der Regelschüler mit.
  • Im Februar 2012 erhielten 69 Regelschüler einen Essengeldzuschuss.

Claudia Klinger / 29.03.12 / TA
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