Fußball: Weber nimmt sich aus dem Spiel

  • Heik Weber will wieder Trainer werden. Foto: Bild13
Heiko Weber ist noch sportlicher Leiter des Fußball-Drittligisten FC Carl Zeiss Jena. Doch der frühere Coach der Thüringer denkt an einen baldigen Abschied. Er will wieder eine Trainerstelle übernehmen.
Jena. «Wir haben etwas angefangen, das wollen wir auch zu Ende bringen. Ich werde nicht weglaufen!» - «Ich bin bald mit meinem Trainerschein fertig, dann will ich wieder auf die Bank. Mir fehlt die tägliche Arbeit auf dem Platz.» Diese beiden Aussagen stammen von Heiko Weber, zwischen ihnen liegen vielleicht 48 Stunden - und sie sprechen für sich.

Die TLZ hakte gestern bei Heiko Weber nach. «Die eine Aussage war letzte Woche, jetzt ist es anders. Ich will nicht ab 1. Juli zum Arbeitsamt gehen müssen.» Seit Januar habe er auf ein Gespräch mit dem Verein gewartet, auf positive Signale, dass man ihn halten wolle. Doch das sei alles nicht gekommen, deshalb sei es nun zu dieser zweiten Aussage gekommen.

Damit konfrontiert war FCC-Präsident Hartmut Beyer mächtig verstimmt. «Wenn das wirklich stimmen sollte, dass er das gesagt hat, haben wir drei Leute, die imstande sind, die Planungen für die neue Saison zu machen: Eberhard Vogel, René van Eck und Stefan Treitl. Das Leben geht immer weiter.» Es sei nicht richtig, so der Klubchef weiter, dass es kein Gespräch gegeben habe. «Auch wurden längst Gespräche vereinbart.» Ob diese nun stattfinden, ließ Beyer offen. Wie die TLZ erfuhr, sollte es schon an diesem Donnerstag eine erste Unterredung geben. Telefonisch war Weber für Beyer gestern nicht zu erreichen gewesen. «Ich werde erstmal mit ihm darüber reden. Aber nach Köln fahre ich extra deswegen nicht», sagt Beyer.

Auch Peter Schreiber, Ex-Boss des FCC, zeigte sich verwundert ob des plötzlichen Sinneswandels Webers: «Es hat doch immer beteuert, nie wieder auf die Trainerbank zurückkehren zu wollen», sagt Schreiber. Doch der «Bauchmensch» Weber ist als solcher eben wenig berechenbar.

Das Engagement Webers in Jena war von Anfang an umstritten. Der Ex-Trainer führte einen rüden Umgangston mit Spielern ein, statt - wie es sich für einen Sportchef gehört - Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer, Geschäftsleitung und Vorstand zu sein. Er wolle dem Trainer den Rücken frei halten, die Macht der Spieler einschränken. Unstrittig ist, dass Weber einen Anteil daran hat, dass van Eck noch Trainer ist. Denn als in der Hinrunde in zehn Spielen nur einmal gewonnen wurde, kam keinerlei Diskussion dieser Art auf. Weber hat sich auch verdient gemacht um die Rückkehr eines Stefan Kühne. Doch gleichzeitig war er auch immer ein ständiger Unruheherd, bei dem man nie wusste, wann die nächste Bombe platzt.

Noch in dieser Woche könnte eine entgültige Entscheidung fallen, wie es mit Weber weitergeht. Herausreden kann er sich aus der Nummer aber nicht mehr. Er hat sich selbst geschwächt und muss dafür nun die Konsequenzen tragen.


Michael Ulbrich / 15.03.10 / TLZ
Z87A3FI560148
Canonical URL
Twitter Icon Facebook Icon del.icio.us Icon Google Bookmarks Icon StumbleUpon Icon MySpace Icon StudiVZ Icon MisterWong Icon Y!GG Icon
Lernen Sie unsere Zeitung kennen.

Jetzt 6 Wochen TLZ zum Vorzugspreis testen – mit tollem Geschenk als Dankeschön. Hier bestellen >>>

Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren
weitere Sportmeldungen
Fußball-Tabellen
Sporttabellen
Linktipps