Mit dem vierten Sieg in Folge bleibt der ThSV an den Aufstiegsrängen dran. Hier konnte sich Benjamin Trautvetter gegen Düsseldorfs Bastian Roschek (M.) und Alexander Feld (r.) durchsetzen. Foto: Marianne Müller
Die Zweitliga-Handballer vom ThSV gewinnen beim Schlusslicht HSG Düsseldorf mit 27:24 (11:12). Torgefahr drohte aus dem Rückraum; in der Abwehr war eine Steigerung zu erkennen. Die Eisenacher sind nach dem vierten Sieg in Folge nur Sechster.
Ratingen. Nein, das war nichts für Handballfeinschmecker! Vor der Geisterkulisse von 167 Zuschauern in der Ausweichhalle Ratingen-West erkämpfte sich der ThSV Eisenach ohne seinen verletzungsbedingt pausierenden Regisseur Tomas Sklenak in einer insgesamt niveauarmen Begegnung einen 27:24 (11:12)-Erfolg über die gastgebende HSG Düsseldorf. Der vierte Sieg in Folge ließ die Wartburgstädter auf Tabellenplatz sechs klettern. "Kein schönes Handballspiel", räumte Adalsteinn Eyjolfsson, der Coach des ThSV, ein. Die Partie war von Fehlern und Kampf geprägt. Eisenachs Girts Lilienfelds (Verdacht auf Gehirnerschütterung) und Daniel Luther (Fußverletzung) schieden im Spielverlauf aus. Nick Heinemann konnte nach einer üblen Attacke von DüsseldorfsAndreas Feld bei einem Tempogegenstoß (52.) nach Behandlung weiter machen. Der torgefährliche Sünder (12 Treffer) kam mit einer 2-Minuten-Strafe glimpflich davon. In die Bredouille hatten sich die Wartburgstädter allerdings selbst gebracht, als sie eine 10:5-Führung (21.) leichtfertig vertändelten. Mit Angriffen zum Kreis hatten sie die HSG-Abwehr ausgehebelt. Kaltschnäuzig versenkten Benjamin Trautvetter und Heinemann die verhängten Strafwürfe. Doch dann luden die Eisenacher die Düsseldorfer mit simplen Zuspielfehlern zu Tempogegenstößen ein. Aus einem 10:5 wurde ein 10:12-Rückstand (30.). Erst Adrian Wöhler beendete die Eisenacher Flaute mit seinem Treffer zum 12:11-Halbzeitstand. "Mit technischen Fehlern haben wir Düsseldorf aufgebaut. Wir haben einfach nicht unser spielerisches Niveau erreicht", zeigte sich Eyjolfsson unzufrieden.
Steigerung in der Abwehr und effiziente Torwürfe
So sehr sich Roel Adams auf der mittleren Aufbauposition mühte, Tomas Sklenak wurde als Spielgestalter schmerzlich vermisst. "Timing und Rhythmus fehlten. Wir spielten nicht in die Tiefe", befand Eyjolfsson. Die HSG bot den Thüringern auch im zweiten Abschnitt lange Zeit Paroli. Entscheidend für den Spielausgang: die Eisenacher stabilisierten sich durch Leidenschaft in der Abwehr und strahlten nach dem Seitenwechsel endlich Torgefahr aus dem Rückraum aus. Eryk Kaluzinski übernahm Verantwortung, wurde zum Mann der Stunde, schmetterte im zweiten Abschnitt sechs Bälle in den Düsseldorfer Kasten. Nach dem 18:18 durch Duje Miljak (43.) neigte sich die Waage zugunsten der Thüringer. Von Linksaußen traf Alexander Schiffner zum 19:18 für den ThSV (43.). Mit einer tollen Energieleistung versenkte Branimir Koloper zum 20:18. Per Doppelpack erhöhte Eryk Kaluzinski aus dem linken Rückraum zum 22:19 (47.). Von seinem Rückraumkollegen offensichtlich angestachelt, zog Miljak zum 24:21 und 25:21 ab. Kurz zuvor hatte ThSV-Keeper Radek Musil im großen Stil Düsseldorfs Artmann das Leder abgekauft. Der Routinier im ThSV-Kasten erneut der große Rückhalt seines Teams. "Unsere Steigerung in der Abwehr sowie die Effizienz unserer Würfe aus dem Rückraum sprachen im zweiten Abschnitt für uns", fasste der ThSV-Coach zusammen. Über zwanzig mitgereiste ThSV-Fans bejubelten einen weiteren Doppelpunktgewinn.
Am Samstag (19.30 Uhr) empfängt der ThSV den Tabellennachbarn HC Erlangen. ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk; Trautvetter (3/1), Wöhler (1) Luther, Miljak (4), Kaluzinski (6), Adams (2), Schiffner (4), Heinemann (6/4), Lilienfelds, Koloper (1). 7-m: 6/5:6/5, Zeitstrafen: 10:10, Z.: 167.
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