Filmproduzent stellt Stadt Weimar fünftstelligen Betrag in Rechnung

  • Einen fünfstelligen Betrag soll die Stadt Weimar dem Filmproduzenten Oliver Czeslik für die Vorbereitung eines Festivals zahlen. Foto: Daniel Volkmann Einen fünfstelligen Betrag soll die Stadt Weimar dem Filmproduzenten Oliver Czeslik für die Vorbereitung eines Festivals zahlen. Foto: Daniel Volkmann
Weimar soll fünfstelligen Betrag für Vorbereitung eines Filmfestivals zahlen, von dem es sich schon wieder verabschiedete. Gab es einen Auftrag oder nur ein Empfehlungsschreiben? Das ist weiterhin umstritten.
Weimar. Der Filmproduzent Oliver Czeslik von der berliner sturmunddrangfilm GmbH hat der Stadt Weimar eine saftige Rechnung präsentiert. Für die Vorbereitung eines großen internationalen Literatur-Filmfestivals, dessen Prolog bereits im kommenden September stattfinden sollte, mache er jetzt seine Ansprüche geltend, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Oliver Czeslik beauftragte parallel zur Rechnung die Medienanwälte der Berliner Kanzlei Schertz Bergmann mit seiner Interessenvertretung.

Rechtsanwalt Simon Bergmann bestätigte, man habe die Stadt inzwischen aufgefordert, Kosten zu erstatten. "Wir sind der Meinung, dass sie Herrn Czeslik den Auftrag zu Vorbereitung und Organisation des Festivals erteilt hatte", erklärte er. Dazu liege auch eine schriftliche Bestätigung vor, die OB Stefan Wolf im Frühjahr 2011 unterzeichnet habe.

Czeslik sei daraufhin in Vorleistung gegangen. Unter anderem fielen demnach Reise- und Unterkunftskosten bei Filmfestspielen in Cannes und Venedig an, wo Czeslik vergangenes Jahr Kontakte geknüpft hatte.

Insgesamt steht laut Bergmann nun "ein fünftstelliger Betrag" in Rede. Damit sei man der Stadt bereits entgegengekommen: "Der tatsächliche Schaden ist viel höher", so der Anwalt. Mit der "vorprozessualen Aufforderung" wolle man aber ein langwieriges Klageverfahren vorerst vermeiden.

Aus dem Rathaus hieß es dazu auf Nachfrage, man äußere sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verfahren. Man wisse allerdings vom Ansinnen Czesliks, so Sprecher Ralf Finke.

Oberbürgermeister Stefan Wolf hatte aber bereits vergangenen August erklären lassen, es gebe keinen Vertrag zwischen der Stadt Weimar und Czeslik, wohl aber ein von ihm unterzeichnetes Empfehlungsschreiben für Verhandlungen mit Partnern und Sponsoren. Wolf hatte zudem die Staatskanzlei und das Thüringer Wirtschaftsministerium um Unterstützung gebeten. Dort wurde Czesliks Festivalkonzept letztlich verworfen. Stattdessen veranstaltet die Weimar GmbH nun im Sommer deutsch-polnisch-französisches Filmtage, die von den hiesigen Filmfirmen "1meter60" und "Ostlicht" organisiert werden.

Oliver Czeslik sagte, dies alles sei ein sehr unangenehmer Vorgang und außerdem sehr schade für die Stadt Weimar: "Der Weltanspruch der Stadt wird auf diese Weise jedenfalls nicht geltend gemacht." Das Festivalkonzept werde man jedoch nach wie vor verfolgen: "Aber nicht in und für Weimar."


Michael Helbing / 09.03.12 / TA
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Kommentare
09.03.12 - 08:49
Jens Albernd
Die Führungsriege der Stadt stolpert mal wieder über ihre Mittelmäßigkeit?
 
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