Machnig geht FDP nach Schlecker-Verhandlungen hart an
Porträt
Matthias Machnig habe sich mit Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) darauf verständigt, dass sich Thüringen auch an einer Lösung mit 14 Bundesländern mit der bereits zugesagten Summe beteiligen würde. Archivfoto: Marco Kneise
Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig hat die FDP nach den gescheiterten Verhandlungen über eine Transfergesellschaft für die Schlecker-Mitarbeiter scharf attackiert.
Erfurt/Berlin. "Die Sache ist am parteipolitischen Überlebenskampf der Zwei-Prozent-Partei FDP gescheitert, die glaubte, sich auf dem Rücken Tausender Beschäftigter profilieren zu müssen", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in Berlin. Das sei unverantwortlich und hochgradig zynisch. Er habe sich mit Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht
(CDU) darauf verständigt, dass sich Thüringen auch an einer Lösung mit 14 Bundesländern mit der bereits zugesagten Summe beteiligen würde.
Im Freistaat fallen durch die Pleite der Drogeriekette 370 Jobs weg.
Machnig geht FDP nach Schlecker-Verhandlungen hart an
Kommentare
30.03.12 - 21:40
wei
ich meine,wenn die kriminelle Bande einmal am Gelddrucken ist hätte doch schliesslich Schlecker auch noch zwei leere Taschen-oder?-also ,zumindest wäre das geschrei nicht so gross
30.03.12 - 20:15
rain
Vermutlich hätte die geplatzte Transfergesellschaft unterm Strich für die Beschäftigten von Schlecker etwa das gleiche gebracht, wie die jetzt sofort ausgesprochene Kündigung. Was das aber für die noch nicht Entlassenen der de facto bankrotten Drogeriekette mit ihren Ablegern bedeutet, ist noch garnicht abzuschätzen. Die potentielle Konkursmasse ist ja schon rechtzeitig "umverteilt" worden, so daß da z.Zt. gerade eine Zeitbombe unbekannter Sprengkraft scharf gemacht wird. Ich hoffe nur, daß es für den zwei Stockwerke unterm Umfrage-Keller sitzenden Bundeswirtschaftsminister nach dessen späterem Auftauchen ans Tageslicht keine "Anschlußverwendung" (Originalton Rösler) mehr gibt. Soviel Empathie muß sein ;).
30.03.12 - 13:15
Freedy
Es sind doch eher die Politiker, die die 11.000 Menschen in eine sinnlose Transfergesellschaft zu stecken drohten, die sich auf ihrem Rücken profilieren wollten. Transfergesellschaft bedeutet für die Betroffenen schließlich den Verzicht auf eine Abfindung. Daneben sind die oft gewerkschaftseigenen Betreiber solch nutzloser und deprimierender Beschäftigungstherapieen natürlich sauer, daß der Steuerzahler ihnen keine neuen einträglichen Opfer schickt. Da ist es doch allemal besser für die Schlecker-MA, eine Abfindung zu kassieren und sich einen neuen, vermutlich besseren Job zu suchen. Nach bekannter Meinung von ver.di waren Jobs bei Schlecker ja eher am unteren Ende des Marktes.
30.03.12 - 10:03
gitti
Gut @K.M. mein Vergleich mit Müller ist wirklich Sche...., machte sich aber wegen der Schlagzeile gut. Erwischt! Aber im Grund vertete ich trotzdem die Meinung, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Die Schleckermitarbeiter verteilen sich über die gesamte Bunderrepublik. In unserem Ort arbeiten genau 5 Frauen bei Schlecker, davon 3 Teilzeit. Wenn der Handwerksbetrieb nebenan mit 12 Mitarbeitern pleite geht kommt kein Politiker und überhäuft ihn mit Steuergeldern. Deshalb bin ich auch froh, dass Thüringen auf die Stimmen von anderen Bundesländern angewiesen ist. Den Frauen bei Schlecker wünsche ich natürlich das sie so schnell wie möglich einen besseren Arbeitsplatz finden.
30.03.12 - 09:57
Ich
Herr Machnig sollt nicht auf die FDP schimpfen sonder der Fam. Schlecker die Vorwürfe machen. Wenn ich an das gejammer vor der Kammera der Schleckertochter denke muss ich mich heute noch übergeben. Diese Person denkt doch in keinster Weise an "ihre" Arbeitnehmer, welche für ihren Reichtum gesorgt haben. Pfui Teufel mit euch Pack!!
30.03.12 - 08:57
Hans Schmidt
Daß die TA auf Grund Ihrer Gesellschafterhintergründe kein FDP-Freund ist, erscheint naheliegend. Das damit verbundene Niveau ist allerdings unterste Schublade. Ein paar Hintergrundinformationen an Stelle vom dümmlichem Bashingstyl eines Herrn Machnig wären im Sinne der Aufgabe einer Tageszeitung allerdings angebracht. Nicht die FDP hats "verbockt", sondern die jeweiligen Länderregierungen, und da ist die FDP lediglich beteiligt aber nicht allein entscheidungsberechtigt. Die Schlecker-Auffanggesellschaft hat nur die Funktion, eine für Schlecker und einem porentiellen Investor teure Entlassungswelle (Abfindungen usw.) zu vermeiden. An keiner Stelle geht es um die Mitarbeiter, deren Qualifikation und Betreuung bei der BfA angesiedelt ist. Fängt nun die Politik an derartige Winkelzüge zu unterstützen, stellt sie das ganze Sozialsystem in Frage und generiert einen Präzedenzfall, der alle Folgepleiten einschließt. Gleiches Recht für alle. Machnig ist ein Populist und als solcher hat er sich mal wieder geoutet. Er sollte seine Energie lieber für seinen Regierungsjob einsetzen, dafür wird er von uns bezahlt.
30.03.12 - 08:28
Stinkstiefel
Man mag über Sinn oder Unsinn von Transfergesellschaften denken wie man will, es bleibt die Erkenntnis: Die FDP hat sich wieder mal als politischer Scheisshaufen geoutet.
30.03.12 - 08:03
E. Martin
Unglaublich! Da wird jahrelang aufgezeigt, wie Schlecker die Rechte der Arbeitnehmerinnen durch zum Teil absurde Arbeitsverträge beschneidet. Nun hat Schlecker endlich die Quittung bekommen. Wozu brauchen wir jetzt eine von Steuergeldern finanzierte Transfergesellschaft in einer Branche, die Arbeitskräfte sucht? Wir regeln und übervorsorgen uns zugrunde.
30.03.12 - 07:43
K.M.
An Gitti und die Betroffene Bevor man etwas ähnliches schreibt wie sie, sollte man sich vieleicht mit dieser Problematik etwas ernster unterhalten.Zur Bäckerei, dies betrifft hauptsächlich Bayern und ist eine völlig andere Problematik. Die Bäckerei wurde geschlossen wegen verherenden Hygienemängeln welche nach einer Frist von 6 Monaten immer noch nicht beseitigt wurden, also eine völlig andere Problematik.Was Schlecker angeht, war Thüringen und die andeen Befürworter der Transfergesellschaft nun einmal angewiesen auf die Stimmen der anderen Bundesländer, weshalb das so ist würde den Rahmen meiner Zeit sprengen. Fakt ist das Sachsen, Niedersachsen und Bayern blockiert haben, genau diese Bundesländer in denen die FDP noch was zusagen haben. Zumal man sagen muss das die Sachsen nie solidarisch sind, nur dann wenn es um sie selber geht und Spendengelder für das Hochwasser vom Himmel kommen und die ein ein größeres Ausmaß haben als der damalige Marshall Plan der Amerikaner. So sind die Sachsen! Man könnte sich wenn dann über den ehemaligen Ministerpräsidenten Dieter Althaus aufregen, übrigens CDU.Der hat sich schön angagiert das Magna, wo er ja eine führende Position hat mit einem neuen Werk in Zwickau ansiedelt und nicht in eisenach Thüringen. Also immner objektiv bleiben und den Herrn Machnig machen lassen, der setzt sich nämlich für Thüringen ein. Einen schönen Tag...!!!
30.03.12 - 07:38
Steuerzahler
Im Steuerverbrennen ist der echt gut. Was soll so eine Transfergesellschaft eigentlich bringen? Für die Schlecker-Leute ist die AfA zuständig, nicht der Steuerzahler.
29.03.12 - 21:23
Eine Betroffene
Herr Machnig, was haben Sie bzw. die SPD für Schlecker getan? Jetzt, wo die Karre im Sand steckt, reißen sie Ihre Klappe auf! Sie sollten sich schämen, sind auch nicht besser als die Liberalen!
29.03.12 - 18:37
gitti
Die Überschrift eines weiteren Artikels etwas weiter unten lautet "Die Rettung der Großbäckerei Müller kostet 700 Arbeitsplätze". Herr Machnig, das sind fast doppelt soviel wie bei Schlecker. Wo bleibt hier Ihre Unterstützung? Wenn man die einzelen Mitarbeiter von Schlecker auf die einzelnen Orte verteilt werden sich die Job-Center bei der Widereingliederung sicher nicht überarbeiten. Familie Schlecker übersteht das Ganze auch ohne großen Schaden. Wie immer wird in der Politik mit zweierlei Maß gemessen. Welche Heuchelei.