Wildkatzen sollen Touristenmagnet im Hainich werden

  • Die vier Wildkatzen im Gehege klettern für ihr Leben gern. Vor allem, wenn in den Astgabeln Futter versteckt wird. Foto: Jens König Die vier Wildkatzen im Gehege klettern für ihr Leben gern. Vor allem, wenn in den Astgabeln Futter versteckt wird. Foto: Jens König
Die äußerst seltenen und scheuen Wappentiere des Nationalparks Hainich sollen neue Touristenmagnete werden. Das Gehege und die Erlebnisscheune in Hütscheroda machen auf das bundesweite Rettungsnetz-Projekt aufmerksam.
Hütscheroda. Die Stars des Tages machen sich rar. Obwohl die Sonne warme Strahlen auf die sonst so beliebten Astgabeln schickt, stecken Toco und seine drei Gefährten nicht einmal ein Barthaar aus ihrem Versteck. Dass draußen vor dem Gehege Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht steht?

Das interessiert die vier Wildkatzen nicht. Zwei von ihnen, die in der Schweiz geboren sind, feiern am Dienstag ihren zweiten Geburtstag. Die beiden anderen Brüder stammen aus Deutschland und sind etwas jünger. Man könnte den Unterschied, den ein paar Monate ausmachen, deutlich sehen - wenn sie aus ihren Verstecken kämen. Stämmig und Pausbacken tragend sind die Schweizer. Die deutschen Jungs wirken noch wie zu groß geratene, schlanke Hauskatzen. Einzig ihr buschiger Schwanz signalisiert, dass es Wildkatzen sind.

Doch nicht mal der ist zu entdecken. Bis Jens Bawey mit einem Eimer in der Hand das Gehege betritt. Auf Steine, Baumstümpfe und Astgabeln legt er Futter. Und siehe da: Schon Sekunden später taucht die erste Katze auf, schnuppert und greift sich die Beute.

Kurz darauf treibt der Hunger auch die anderen drei Kater aus dem Versteck. Vergessen sind die vielen neugierigen Besucher. Einzig ein voller Magen zählt nun für die Tiere.

Ein Schauspiel wie dieses wird es ab Sonntag zweimal täglich im neuen Wildkatzengehege in Hütscheroda geben. Mit einem großen Familienfest wird die neue Attraktion im Nationalpark Hainich eingeweiht.

Am Dienstag dürfen sich bereits geladene Gäste in dem Gehege umsehen. Ministerpräsidentin und Umweltminister kamen, die Planer, Menschen, die mit Tourismus und Besuchern in der Region zu tun haben.

Es waren viele Macher und Ideengeber, die sich für dieses Projekt zusammenfanden, erinnert Lieberknecht. Und Hubert Weiger, der Chef des BUND Deutschland, benennt sie sogar persönlich. Es sei eine Pioniertat für den Naturschutz gewesen, dass die Landesregierung den Hainich zum Nationalpark ernannt hat. Der BUND beförderte die Idee, zwischen Hainich und Thüringer Wald einen Waldkorridor anzupflanzen, um Wildkatzen und anderen Tieren das Wandern zwischen zuvor abgeschotteten Gebieten zu ermöglichen. Dieses Rettungsnetz soll nun ausgedehnt werden auf ganz Deutschland.

Dafür wird in der Wildkatzenscheune geworben. Und im Gehege kommt man dem Wappentier des Hainich ganz nahe. Vorausgesetzt, die Kater zeigen sich. Aber knurrende Mägen machen auch das möglich.

Wildkatzendorf

  • Zur Eröffnung am 1. April gibt es ab 10 Uhr ein Familienfest.
  • Geöffnet ist in der Hauptsaison bis Oktober dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.
  • Der Eintritt kostet 5,50 Euro für Erwachsene, für Kinder von 6 bis 14 Jahren und für Ermäßigungsberechtigte vier Euro.
  • Der Parkplatz befindet sich rund 600 Meter vor Hütscheroda.
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Britt Mandler / 28.03.12 / TA
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Kommentare
28.03.12 - 07:53
Schorsch
Jaja, Kritik wird eben gelöscht... TA gegen Meinungsfreiheit.
 
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