Peter Maffay setzt sein Engagement gegen Rechts fort

  • Peter Maffay rockt mit seiner Band am 19. Mai die Ski-Arena von Oberhof und kommt am 30. Oktober mit seinem jüngsten Rockmärchen "Tabaluga und die Zeichen der Zeit" in die Erfurter Messehalle. Am Mittwoch machte der Rocksänger in Erfurt Station. Archiv-Foto: Marcus Scheidel Peter Maffay rockt mit seiner Band am 19. Mai die Ski-Arena von Oberhof und kommt am 30. Oktober mit seinem jüngsten Rockmärchen "Tabaluga und die Zeichen der Zeit" in die Erfurter Messehalle. Am Mittwoch machte der Rocksänger in Erfurt Station. Archiv-Foto: Marcus Scheidel
"Wir kriegen den Hals nicht voll", freut sich Peter Maffay auf seine nächsten Auftritte in Thüringen und bekennt sich mit seine Musikern zur "irren Spielfreude" auf der Bühne. Bei einem Round-Table-Gespräch sprach Maffay am Mittwoch nicht nur über seine kommenden Showtermine in Thüringen, sondern auch über seine Freundschaft zu Udo Lindenberg sowie den Kampf gegen Rechts.
Erfurt. Am 19. Mai wird der Sänger mit seiner Band die Ski-Arena Oberhof "open air" rocken und die Fans dürfen sich darauf freuen, dass nicht nur die großen Hits zwischen "Eiszeit", der "Sonne in der Nacht" und "sieben Brücken" in der x-ten Version das Musikspektakel zu einem riesigen Vergnügen machen - "sonst bekommen wir von den Fans die Kelle" - , sondern auch neue Titel zu hören sein werden. Denn Peter Maffay plant schon für das nächste Album, verriet er am Mittwoch bei einem Round-Table-Gespräch mit Pressevertretern bei der Landeswelle in Erfurt. Und im Herbst dürfen sich Kinder und Eltern auf zwei Gastspiele der jüngsten und auch letzten Auflage seines Rockmärchens freuen: "Tabaluga und die Zeichen der Zeit" kommt am 30. Oktober dieses Jahres mit zwei Aufführungen in die Messehalle Erfurt.

  • Peter Maffay sprach am Mittwoch in Erfurt über seine Arbeit und Thüringer Gastspiele. Foto: Dieter Lücke Peter Maffay sprach am Mittwoch in Erfurt über seine Arbeit und Thüringer Gastspiele. Foto: Dieter Lücke
Peter Maffay hätte eigentlich am Dienstagabend seinen Freund Udo Lindenberg bei dessen spektakulärem Auftritt in Erfurt überraschen können, nachdem er erst vor einigen Tagen die Laudatio für den Hamburger bei der Echo-Verleihung gehalten hatte. Maffay war am Dienstag jedoch Gast bei Thomas Gottschalk in dessen neuer Talkshow gewesen und dann weiter nach Erfurt gefahren. Mit Lindenberg verbindet Maffay aber nicht nur die Freundschaft unter Rockmusikern, sondern ganz besonders der Kampf gegen Rechts. Und deshalb hielt Maffay am Mittwoch auch noch einmal Rückschau auf "Rock gegen Rechts" in Jena und betonte, wie wichtig es sei, für ein solches Anliegen auf die Bühne zu gehen. Es dürfe für solch rechtsextremes Gedankengut keinen Platz in der Gesellschaft geben, betonte der Rocksänger - und: "Man muss sich positionieren!" Das Konzert "Rock gegen Rechts2 in Jena sei eines der wichtigsten Konzerte überhaupt gewesen. Auch könne er die anhaltenden Diskussionen um ein NPD-Verbot nicht verstehen, das sei längst überfällig.

Und dann spricht Maffay über sein Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung in der Welt und für Toleranz, erinnert an die Reisen und die Arbeit für die "Begegnungen"-Projekte , als er Ende der neunziger Jahre mit Künstlern verschiedener Kontinente ins Studio und auf die Bühne ging, etwa mit der Aborigines-Formation Yothu Yindi oder mit Musikern aus Israel, der Türkei oder seiner rumänischen Heimat in Siebenbürgen. Ober als er 2006 in Zusammenarbeit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem weiteren "Begegnungen-Projekt" seine "Allianz für Kinder" auf den Weg brachte.

Dieses soziale Engagement ist dem heute 62-Jährigen neben seiner Musik ungeheuer wichtig. Etwa seine Tabaluga-Kinderstiftung, die sich in dafür eigens geschaffenen Einrichtungen auf Mallorca, in Bayern oder in Rumänien um traumatisierte Kinder aus aller Welt kümmert. 400 Kinder werden aktuell allein in Spanien betreut, dürfen auf Kosten der Stiftung einen kostenlosen Urlaub genießen. Eine Arbeit, die sich nicht von selbst erledigt, wie Maffay bekennt und darauf hinweist, dass für den Fortbestand der Stiftung noch mehr personelle organisatorische Unterstützung und noch mehr Geld erforderlich seien, um die Sozialarbeit langfristig abzusichern. Ein erheblicher Teil aus den Einnahmen seiner Tourneen und aus dem Verkauf seiner Alben fließt seit Jahren in die Tabaluga-Kinderstiftung.

Derweil ist das Tabaluga-Rockmärchen in die (vorerst) letzte Folge gegangen. Wenn er im Herbst mit "Tabaluga und die Zeichen der Zeit" wieder auf Tour geht und am 30. Oktober nach Erfurt kommt, dann ist dies ein Riesenaufgebot - etwa 150 Leute und eine Ausstattung, die die 12 bis 14 Trucks erforderlich sind. Natürlich setzt Peter Maffay auch bei Tabaluga auf die Unterstützung prominenter Mitstreiter wie etwa Rufus Beck und Heinz Hoenig, will auch für einzelne Gastspiele weitere Künstler als Überraschungsgäste einladen, wie er es bereits mit Udo Lindenberg oder Ben Becker gemacht hat.

Angesichts des Arbeitspensums vergisst der Rocksänger seine Familie nicht, freut sich auf das bevorstehende Osterfest mit seiner Frau, seinem Sohn Yaris (8) und mit Freunden. Neben seiner mobilen Leidenschaft für die Harley - das Motorrad "wartet" auf seinem Bauernhof auf Mallorca auf den Rocksänger - hat er eine weitere entdeckt: die für alte Traktoren. Mit einem solchen, Baujahr 1967, tuckert der Musiker von seiner Finca auf Malle gelegentlich zum nächstgelegenen Markt...

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Dieter Lücke / 29.03.12 / TLZ
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