Erntezeit für Frühblüher auch im Landkreis Sömmerda

  • Die Mitarbeiter des Betriebshofes Kölleda Jens Schwarz und Sabine Kützing holen selbstgezogene Stiefmütterchen für die Bepflanzung aus dem Boden. Foto: Ina Renke Die Mitarbeiter des Betriebshofes Kölleda Jens Schwarz und Sabine Kützing holen selbstgezogene Stiefmütterchen für die Bepflanzung aus dem Boden. Foto: Ina Renke
Weil Städten immer weniger Geld zur Verfügung steht, setzt man beim Blumenschmuck auf Mehrjährige und Stauden. Einige Kommunen ziehen Pflanzen selbst, andere pflegen Kooperationen in der Region
Landkreis Sömmerda. Sorgsam bereiten Jörg Schmidt und die zwei Gärtnerinnen des Kölledaer Betriebshofes am Kreisel, am Anger und am Backlebener Tor das Frühlingsbeet für Stiefmütterchen und Tausendschön. "Wir fangen dann am Montag an mit dem Pflanzen", kündigt Jörg Schmidt an. Das Schema dafür trage er schon im Kopf.

Die Pflanzen haben die Kölledaer sozusagen selber gezogen und vermehrt. "Da brauchen wir nichts extra einzukaufen", weiß der Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes zudem um eine nicht unerhebliche finanzielle Größe. Denn die 4500 Stiefmütterchen in vielen Farben und die 1000 Tausendschönchen würden sonst schon ein größerer Posten im Etat. Hinzu kommen noch einmal 4800 Sommerblumen - ebenso quasi eigene "Ernte".

Jedoch stehen übers Blumenjahr auch einige Pflegearbeiten und das Bewässern an. Die Stadtkasse schont da eher die auf einer Fläche am Kreisel ausprobierte Variante mit Stauden auf Rindenmulch. Und schlecht sieht es auch nicht aus.

Nicht nur an Blumenfarben ärmer dran sind die Kindelbrücker. Weil in der Stadtkasse ein Loch ist, ist an Schön-Schau auf Stadtkosten kaum zu denken. Bürgermeister Roman Zachar (CDU) will zumindest ein paar Euro zusammenkratzen, um wenigstens einige Blumenkästen am Rathaus zu bestücken. Zudem lässt Floristmeister Christopher Ernst Gefäße auf dem Markt erblühen und pflegt sie. Schön wäre es, so der Bürgermeister, wenn sich weitere Kindelbrücker um ein ansprechendes Ortsbild kümmern würden.

In Rastenberg sind trotz prekärer Finanzlage wieder rund 3500 Euro in den diesjährigen Etat geschrieben für Beschaffung und Pflege von Grün und Bunt. "Für die Bürger soll wenigstens erkennbar bleiben, dass Rastenberg eine schöne Stadt ist", sagt Bürgermeister Uwe Schäfer (FDP).

Kräftige, schöne und gut herangezogene Blumen für die Frühjahrs- und Sommerbepflanzung etwa am Ortseingang, im Park oder Richtung Schwimmbad stammen aus den Gewächshäusern der Stiftung Finneck.

Und diese Partnerschaft sei nicht nur finanziell eine für beide Seiten gute, so der Bürgermeister. Die Pflege der Grün- bzw- Buntanlagen in der Stadt laufe dann über Pflegeverträge, private Initiativen oder Mitarbeiter des Bauhofes.

Mit Tulpen, Narzissen und Blausternen unter anderem am Frühlingsweg, an der Stadtmauer oder an der Schwimmhalle in Sömmerda haben die Mitarbeiter des Betriebshofes weniger Arbeit und weniger Kosten. Und: Es sieht ja schön aus.

Auch der Pflegeaufwand spielt eine Rolle

Zudem haben sich die schönen Frühjahrsblüher wie erhofft seit der Erstpflanzung vermehrt und zeigen sich, so Dagmar Becker , Abteilungsleiterin Grünanlagen, als ziemlich robust. "Da abzusehen war, dass es künftig immer weniger Geld für einjähriges Pflanzgut geben wird, haben wir in der Stadt eben auch Akzente mit frühblühenden Blumenzwiebeln gesetzt." Zudem halte sich der Pflegeaufwand nach dem Abblühen in Grenzen. Dann sind die Blumen sozusagen Rasen.

Dennoch kommen ab Montag fast 10.000 Frühjahrsblüher für Sömmerda an. Ausgewählt wurden nach Ausschreibung nicht nur das finanziell günstige Angebot, sondern auch erwiesenermaßen starke und schöne Pflanzen.

Vor Pfingsten folgen dann die Sommerblumen - diesmal vom Erfurter Gärtner Schröpfer -, die dann möglichst bis zum Spätherbst schmücken sollen.


Katrin Müller / 17.03.12 / TA
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