Neue Unterführung am Wagenstedter Knoten fertig

  • Mehrere Bautrupps haben am Wochenende in einem präsise abgestimmten Vorgehen die neue Unterführung der Bahnstrecke Mühlhausen-Leinefelde am Wagenstedter Knoten fertiggestellt. Fotos: Reiner Schmalzl Mehrere Bautrupps haben am Wochenende in einem präsise abgestimmten Vorgehen die neue Unterführung der Bahnstrecke Mühlhausen-Leinefelde am Wagenstedter Knoten fertiggestellt. Fotos: Reiner Schmalzl
Als weiteres der beiden wesentlichen Elemente zur Umgestaltung des Wagenstedter Knotens wurde nach der bereits vor einem Jahr entstandenen neuen Unterführung für die B 249 am Wochenende nun der Tunnel für den künftigen Fuß- und Radweg unter die Gleise an der Stelle des ehemaligen Bahnübergangs geschoben.
  • Brückeneinschub am Wagenstedter Knoten in Mühlhausen mit Hilfe eines Krans. Foto: Reiner Schmalzl Brückeneinschub am Wagenstedter Knoten in Mühlhausen mit Hilfe eines Krans. Foto: Reiner Schmalzl
Mühlhausen. Das sogenannte Rahmenbauwerk aus Stahlbeton war während der vergangenen Wochen vorgefertigt worden und wurde am Samstagnachmittag an die richtige Stelle geschoben.

Den Hut, oder genauer gesagt den Helm, hatte für diese Aktion die Bauingenieurin Konstanze Komm auf. Sie ist die Chefin eines beauftragten Spezialunternehmens aus Altdorf bei Nürnberg. "Das war alles sehr gut vorbereitet", lobte die Expertin die logistischen und baulichen Vorleistungen. Dies sei nicht immer der Fall.

Andererseits habe es sich mit rund 240 Tonnen um ein vergleichsweise kleines Bauwerk gehandelt, das per Seilwinden an seinen künftigen Standort gezogen wurde. Mit rund 6000 Tonnen hatte man einst mit einer Bahnbrücke beim Landsberg am Lech das bislang größte Projekt, sagte die Firmenchefin. Als nächstes Bauwerk stünde nun der Verschub einer Autobahnbrücke nördlich von Berlin an, so der Ausblick von Konstanze Komm.

Sichtlich erleichtert über den gelungenen zweiten Brückeneinschub waren auch Alexander Karg, der Bauleiter von der Sächsischen Bau-GmbH in Dresden, sowie Wigbert Fritsch als Planungsleiter vom Weimarer Ingenieurbüro Setzpfandt. "Alles ist gut gelaufen", lautete die Zwischenbilanz von Fritsch nach dem entscheidenden Bauakt am Samstagabend. Während der insgesamt 56 Stunden Sperrzeit der Bahnstrecke zwischen Mühlhausen und Dachrieden müsse schließlich alles wie am Schnürchen klappen.

Bevor es jedoch für den spannende Moment des Einschubs soweit war, mussten zunächst die Gleise entfernt und darunter ausgebaggert werden. Mehrere Sattelzüge waren im Umlauf, die in der Nacht zum Samstag ihre Runden zur Recyclinganlage in Menteroda drehten. Etwa 200 Kubikmeter Erde und Aufschüttung unter dem Gleisbett waren auszuheben. Auch Mühlhausen Bürgermeister Peter Bühner (FDP) ließ es sich nehmen, die Bauarbeiten vor Ort zu verfolgen und dankte den Bauarbeitern und Ingenieuren für ihre Präzisionsarbeit.

Nachdem der Fußgängertunnel also eingeschoben war, wurde dieser im Fundamentbereich mit Beton und rundherum mit Schotter verfestigt, so dass am Sonntag die Gleisbauer ans Werk gehen und die Lücke wieder schließen konnten.

Während der nächsten Wochen werden die Eisenbahnzüge als reine Vorsichtsmaßnahme mit vermindertem Tempo über die kleine Brücke rollen. In dieser Woche können somit die Bauarbeiten auf der Ostseite für den Anschluss des Fuß- und Radweges in Richtung Wagenstedter Straße beginnen. Im Herbst soll dann das gesamte Bauprojekt zur Umgestaltung des Wagenstedter Knotens abgeschlossen werden.

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Reiner Schmalzl / 14.05.12 / TA
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