Das Gebiet auf der Karte soll mit schnellem Internet erschlossen werden. Dafür unterzeichneten die Bürgermeister Jan Schübel, Klaus-Dieter Marten, Thomas Franke und Tom Zimmermann sowie Planer Dr. Fred Harnisch (von links) gestern im Verwaltungsgebäude des ZWA Saalfeld-Rudolstadt eine Zweckvereinbarung. Foto: Thomas Spanier
Die Ortschaften Leutenberg, Drognitz, Wurzbach und Remptendorf schließen eine Zweckvereinbarung zum Breitbandausbau. Für 30 Ortsteile mit knapp 1500 Haushalten soll sich damit die Lebensqualität verbessern.
Saalfeld. Den gemeinsamen und umfassenden Breitbandausbau im Raum Leutenberg/Wurzbach/Drognitz/Remptendorf haben sich die Bürgermeister und die Parlamente der vier Städte und Gemeinden zum Ziel gesetzt. Mit einer Zweckvereinbarung wurde der kreisübergreifende Pakt gestern in Saalfeld auch offiziell besiegelt. "Wir hoffen, dass die Zusammenarbeit über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinweg positiven Einfluss auf den Prozentsatz der Förderung hat", sagte Thomas Franke, Bürgermeister von Remptendorf. Gemeinsam mit seinem Wurzbacher Amtskollegen Jan Schübel machte er sich nach der Unterzeichung in Saalfeld auf den Weg nach Erfurt, um dort die Modalitäten zu klären. Geht der Plan der Bürgermeister auf, gibt es für 30 Ortsteile mit knapp 1500 Haushalten schon bald schnelles Internet frei Haus. Bis zu 50 MBit soll die Übertragungsgeschwindigkeit betragen. Damit werde sich auch die Lebensqualität verbessern. "Man kann rüberbringen, dass diese und jene Straße noch nicht gebaut wurde. Aber vor allem jungen Leuten ist es nicht vermittelbar, dass sie auf dem Dorf von der Datenautobahn abgehängt werden", sagte Franke. Nachdem alle vier Stadt- und Gemeinderäte dem Verfahren im Grundsatz zugestimmt haben, läuft gegenwärtig die Ermittlung des Bedarfs in den einzelnen Ortsteilen. In Lothra wollen beispielsweise 28 von 40 Haushalten nicht auf den schnellen Internetzugang verzichten, in Titschendorf sind es gar 85 Prozent der Haushalte. Anderenorts soll durch gezielte Werbung nachgebessert werden, in einigen Drognitzer Ortsteilen steht die Befragung noch komplett aus. "Je mehr Interessenten es gibt, desto kleiner ist die Wirtschaftlichkeitslücke", so Franke.
Ein Interessenbekundungsverfahren soll nach Abschluss der Bedarfsermittlung klären, wer den Auftrag bekommt. Das am Ortseingang ankommende Signal soll dann über das Kabelnetz der Telekom an die Haushalte verteilt werden. Inwieweit vorhandene Leerrohrsysteme oder Mittelspannungsleitungen der Energieversorger mit genutzt werden, muss die Firma entscheiden, die den Auftrag bekommt, sagte Dr. Fred Harnisch, der als Inhaber eines Ingenieurbüros in Weisbach und Mitglied im Gemeinderat Remptendorf die Planungen begleitet. Leutenbergs Bürgermeister Klaus-Dieter Marten (CDU) sagte, er sei froh, dass es diese Vereinbarung gebe, weil man so auf Landesebene eher gehört werde. Gerechnet wird mit Investitionen von rund 200 000 Euro in allen vier Städten und Gemeinden. Im besten Fall soll die Förderung 90 Prozent betragen.