Unter uns gesagt

Ein Stern für die Winterzeit

Gerlinde Sommer über Florales zur Weihnachtszeit.

Gerlinde Sommer

Gerlinde Sommer

Foto: Andreas Wetzel

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Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Haben Sie schon eine Poinsettie gekauft? Manche sagen Weihnachtsstern dazu, andere Adventsstern oder Christstern. Gemeint ist Euphorbia pulcherrima, ein Wolfsmilchgewächs, das jetzt wieder viele Fensterbänke schmückt. In wärmeren, vor allem mittel- und südamerikanischen Ländern, in denen es nicht so viele Tannen gibt wie bei uns, werden aus Baustahlgewebe kegelförmige Gebilde geformt, die bis unter die Decke reichen und ganz viele runde Halterungen haben, in denen- diese Topfpflanzen gestellt werden. Sieht sehr festlich aus. Vor allem in Hotellobbys mit geschätzten sechs Meter Höhe.

In dieser Bildbeschreibung fehlte gerade der Hinweis auf rote Blüten, denn es handelt sich gar nicht um Blüten. Sondern einfach nur um Blätter, genauer gesagt Hochblätter. Sie täuschen aber nicht nur den Menschen, sondern auch all jene Insekten, die zum Bestäuben angelockt werden sollen.

Die Euphorbia pulcherrima stammt als Wildpflanze aus Mittelamerika und kommt dort vor allem an der Pazifikküste vor. Mit Weihnachten hat sie so gesehen also ursprünglich wenig zu tun.

Die Pflanze hat’s nicht leicht: Oft wird sie von Deko-Dödeln mit Glitter verunziert. Und nach den Weihnachtsfeiertagen schmeißen manche Naturhasser den Zimmerschmuck rasch raus. Insofern ist es schön, dass ein großer Discounter jetzt versucht, die Topfpflanze als Winterstern unter die Leute zu bringen. Womöglich darf dann das Gewächs bis zur Schneeschmelze in der Wohnung bleiben.

Manche Zeitgenossen aber meinen, die Namensänderung solle Weihnachten marginalisieren. Dabei stand in der Krippe von Betlehem kein einziger Weihnachtsstern auf der Fensterbank. Und dem Stern am Himmel zum jüdischen Neugeborenen folgten zwei Araber und ein Afrikaner...

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