Unter uns gesagt: Es war einmal ...

Gerlinde Sommer über den neuen Film „Le Mans 66“.

Gerlinde Sommer

Gerlinde Sommer

Foto: Andreas Wetzel

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Liebe Leserinnen,
liebe Leser!

Ohrenbetäubend ist dieser Film. Und dennoch: Gehen Sie rein. Seit Donnerstag läuft in den größeren Lichtspielhäusern „Le Mans 66“. Dabei geht es um das legendäre 24-Stunden-Rennen und die Frage, warum Ford dort Mitte der 1960er Jahre mitmischt. Diese tolldreiste Geschichte aus dem Motorsport ist derart hinreißend verfilmt worden, dass ich mir für den rasanten Streifen einen Oscar wünsche.

Das Schöne: Im Mittelpunkt steht ein Mann, der eigentlich nur schrauben und fahren will. Er will das so sehr, dass dabei seine Werkstatt Pleite geht. Das Ford-Projekt, in das er durch einen Rennfahrerkollegen kommt, gibt ihm Lohn und Brot.

Aber dieser Mann lässt sich nicht kaufen. Er redet Klartext. Er sagt seine Meinung auch dann, wenn ihm bewusst sein muss, dass niemand sie hören will. Und er sagt sie erst recht, wenn er weiß, dass er dadurch Nachteile erleidet. Er kann nicht anders. Er hat den Krieg in Europa überlebt. War mit einem schrottreifen Panzer Richtung Berlin unterwegs.

Nun sind 20 Jahre vergangen – und obenauf bei Ford wie auch bei anderen Firmen sind jene Schnösel, die nichts weiter geleistet haben, als Betriebswirtschaft zu studieren, um sich dann hochzubuckeln und nach unten zu treten. Diese Trittbrettfahrer halten den Rennfahrer für einen Beatnik. Sein Kollege wankt – und zeigt erst im zweiten Anlauf Stärke und Größe...

Das ist die Ausgangssituation. Und der Film ist deshalb so überzeugend, weil er jene 1960er Jahre so gut ins Bild rückt. Eine Frau kann da nur eine Nebenrolle ergattern. Aber: Die Frau des Rennfahrers ist eine starke Persönlichkeit – und das zeigt sich nicht nur in der Szene, in der ihr Mann auf dem Beifahrersitz zittern muss, weil sie noch wagemutiger fährt als er.

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