Unter uns gesagt: Mit Abstand grüßen

Gerlinde Sommer über Umgangsformen in Corona-Zeiten.

Gerlinde Sommer

Gerlinde Sommer

Foto: Andreas Wetzel / Tlz

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Liebe Leserinnen,
liebe Leser!

Wir haben uns einen anderen Umgang angewöhnt. Auf Abstand. Nicht unfreundlich, aber auch nicht so umarmend. Und wenn jemand dies durchbricht, ist meist beim Gegenüber ein kurzes Zögern festzustellen. Einfach mal wieder in die Arme nehmen? Öffentlich – und nur weil man sich nicht ganz fremd ist?

Ich konnte das jüngst bei einer Frau beobachten, die noch den Mundschutz trug, als sie aus einer Gaststätte kam und eben dort zufällig auf einen Bekannten traf. Der breitete seine Arme derart schnell aus, dass sie gar nicht ausweichen konnte. Aber ihre Körpersprache war eindeutig: Abstand halten hieß ihre Devise. Nur er hatte das vor lauter Freude gar nicht bemerkt.

So ist es ja auch abseits von Corona nicht selten: Es gibt diese „Umärmler“ – so will ich sie mal nennen –, die vor lauter eigener Freude nicht darauf achten, was das Gegenüber wünscht.

Vor Wochen schon hat eine Fachfrau für die nach Knigge benannten Umgangsformen davon gesprochen, dass der Händedruck wiederkommen werde. Wann das der Fall sein wird, lassen wir mal offen. Ich hoffe, dass nicht die Händequetscher oder diejenigen, die feucht-lapprig grüßen, bald wieder zum Handschlag nötigen. Ich finde die Variante der Begrüßung ganz schön, bei der die Hände auf Brusthöhe sind und sich der Grüßende leicht verneigt. Das ist Abstand mit Anstand.

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