Erfurt. Wir haben reingehört in die neuen Alben des viel gelobten Indie-Barden Sufjan Stevens und der Musikerin La Force.

Das Cover des Albums „Javelin“ von Sufjan Stevens.
Das Cover des Albums „Javelin“ von Sufjan Stevens. © Asthmatic Kitty

Zuletzt machte man sich ernsthaft Sorgen über den Musiker Sufjan Stevens, als bekannt wurde, dass dieser am Guillain-Barré-Syndrom erkrankt sei und wieder laufen lernen muss. Sein neues Album „Javelin“ war zu dem Zeitpunkt bereits fertig, dessen erschütternde Texte über Liebe, enttäuscht, unerwidert, ihre Unmöglichkeit und doch ihrem Nicht-entrinnen-Können, stimmen jedoch nicht minder kummervoll.

Vielleicht ist es nur Einbildung, aber Stevens intimer Gesangsstil wirkt noch intensiver, musikalisch bewegt er sich fein ausbalanciert zwischen bekannten Polen: dem Songwriter-Folk, dem elektronischen Spieltrieb und dem Bombast. Das achtminütige „Shit talk“ erinnert in seiner Opulenz an das Großwerk „Age of Adz“. Die jubilierenden Chöre ziehen sich wie ein roter Faden durch diesen musikalischen Schmerzensweg, niemand sonst kann ein Vokalensemble so gelungen zwischen Kirchenschiff und Naturvolkgesängen einrichten.

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Zum Gesamtkunstwerk des Albums gehört ein 48-seitiges Booklet mit Kunstwerken und zehn Essays von Stevens selbst. Seinen Ausflug in die dunklen Gefilde seiner Gefühlswelt beschließt er mit Neil Youngs „There’s a World“, im Original nicht minder prunkvoll orchestriert, hier aber als frohgemuter Gospel inszeniert. Ein Hoffnungsschimmer, immerhin.

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La Force hat die Melodien und die interessanten Sounds

Das Cover des Albums „XO Skeleton“ von La Force.
Das Cover des Albums „XO Skeleton“ von La Force. © Secret City Records/Rough Trade

Als Gastmusikerin ist Ariel Engle gefragt etwa für das Projekt Big Red Machine, bei dem auch Taylor Swift schon sang, oder bei dem Kollektiv von Broken Social Scene. Derlei Ablenkung lässt die Kanadierin nicht den Fokus für ihr Hauptwerk verlieren. Engles zweites Solo-Album „XO Skeleton“ als Moniker La Force steht unter dem Banner des immerwährend Vergänglichen: Das Skelett als Symbol für den Tod, aber eben auch für das Leben.

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Die Instrumente sind mal akustisch, mal elektronisch - eine Trennschärfe lässt der schwelende Sound oft nicht zu. Ihre verhuschten Arrangements klingen mitunter wie rückwärts gespielt und verstärken den klaren Gesang. Gelegentlich eingestreute Saxophone dröhnen dezent und dräuen wie auf David Bowies letztem Album „Black Star“. Eine tragisch tönende, sehnsüchtige Melange.

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