Meiningen. In Meiningen zündet die neue Fledermaus beim Publikum!

Wenn der Ball beim Fürsten Orlofsky vorbei ist und sich nach der Pause ein gestandener Schauspieler als Frosch das Zepter übernimmt, dann kann das einer „Fledermaus“ immer noch die Flügel brechen. Heutzutage weniger wegen der gut abgehangenen Kalauer über den Genuss von Sliwowitz oder den 32. Dezember im Abreißkalender, sondern eher wegen des Übereifers mancher Dramaturgen, der Königin der Operette einen Frontalangriff auf Missstände der Gegenwart unterzujubeln. In Georg Schmiedleitners Meininger Neuinszenierung aber setzte der Frosch-Auftritt noch mal eins drauf. Dabei war die Stimmung im Saal schon im ersten Teil auf Mitklatschniveau angekommen. Thorsten Merten stolperte nach der Pause mit einer Bruchlandung in sein fideles Gefängnis, rappelte sich schnell wieder auf und torkelte dann gekonnt in ein Pointenfeuerwerk aus Wortwitz mit Thüringencharme. Selbst wenn man ahnt, was kommt, wenn Amazon eine Wärmepumpe anliefert, amüsiert man sich, wenn deren Aufbau das durchchoreografierte Chaos noch mal verstärkt.