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Jonas Kaufmann: Jugend soll klassische Musik selbst erleben

Wien  Opernhäuser füllen die Säle nur selten mit jungem Publikum. Startenor Jonas Kaufmann erklärt, woran das liegt - und gibt eine Empfehlung ab.

Jonas Kaufmann findet es wichtig, dass der Nachwuchs direkt in einen Opernsaal oder ein Konzerthaus gebracht werden sollte.

Jonas Kaufmann findet es wichtig, dass der Nachwuchs direkt in einen Opernsaal oder ein Konzerthaus gebracht werden sollte.

Foto: dpa

Startenor Jonas Kaufmann sieht beim Publikumsnachwuchs für die Oper Schule und Familie gefragt.

"Ich kenne einige, die als Erwachsene irgendwann dazu gekommen sind und gesagt haben, ich habe einfach überhaupt nicht gekannt und völlig verschätzt, was klassische Musik eigentlich heißen könnte", sagte Kaufmann der Deutschen Presse-Agentur in Wien. "Es ist sehr schwer für ein Opernhaus, an ein junges Publikum zu kommen, dessen Elternhaus, das Umfeld oder die Schule nicht den ersten Kontakt herstellt."

Bezahlbare Plätze und Streaming-Angebote reichten alleine nicht aus: Entscheidend sei, den Nachwuchs direkt in einen Opernsaal oder ein Konzerthaus zu bringen. "Ich glaube, dass diese Atmosphäre, diese Magie, die sich dort ausbreitet, einfach was ganz anderes ist als das, was eben das jüngere Publikum ja gewohnt ist, auf Knopfdruck berieselt zu werden", meint der 51-Jährige. "Ich glaube, dass man das sehr schnell versteht, wenn man das einmal miterlebt hat."

Ab dem 27. September steht Kaufmann in Verdis "Don Carlos" an der Wiener Staatsoper auf der Bühne. Anfang des Monats erschien sein Kammermusik-Album "Selige Stunde", das er mit Pianist Helmut Deutsch während des Lockdowns in seinem Haus in Bayern aufgenommen hat.

© dpa-infocom, dpa:200926-99-717544/2