Berlin. In Serbien finden Wissenschaftler bei Ausgrabungen Hinweise auf einen römischen Bogen. Der könnte eine rätselhafte Krönung belegen.

  • Ein neuer Fund in Serbien wirft Fragen auf
  • Belegt die Entdeckung eine rätselhafte Krönung?
  • Archäologen zeigen sich begeistert

Als Miomir Korac die quadratischen Grundabdrücke aus massiven Kalkstein findet, gibt es für den serbischen Archäologen keinen Zweifel mehr. Er ist auf der richtigen Spur. Er hatte gefunden, was er hier vermutet und wonach er gesucht hatte: einen römischen Triumphbogen.

Hier gehört er auch hin: nach Viminacium. Zwischen dem ersten und sechsten Jahrhundert nach Christus lebten hier 45.000 Menschen. Und sie genossen alles, was eine große römische Stadt ausmachte: ein Forum, einen Palast, einen Tempel, ein Amphitheater, Aquädukte, Bäder, Werkstätten, Hippodrom und selbstverständlich Befestigungsanlagen. 70 Kilometer östlich von Serbiens Hauptstadt Belgrad gelegen, war Viminacium das Zentrum der römischen Provinz Moesia.

Lesen Sie auch: Archäologen entdecken mitten in Rom uralte Luxus-Villa

Seit 1882 finden Ausgrabungen in dem riesigen Areal statt, das schätzungsweise 450 Hektar groß ist, doppelt so groß wie die Parkanlage im Berliner Tiergarten. Nur ein Bruchteil des Geländes wurde bislang durchkämmt. Ungewöhnlich ist allein schon, dass die Wissenschaftler in einem offenen Gelände fündig wurden. Es kommt häufiger vor, dass solche antiken Anlagen unter einer modernen Stadt begraben liegen.

Triumphbogen war Marcus Aurelius Anotonius gewidmet

Die Entdeckung eines Triumphbogens ist deswegen so aufschlussreich, weil sie zur Annahme passt, dass Marcus Aurelius Antoninus – besser bekannt als „Caracalla“– hier in Viminacium zum Kaiser erhoben wurde.

Darauf deutet das Fragment einer Marmorplatte mit den Buchstaben „CAES/ANTO“ hin. Der Bogen aus dem dritten Jahrhundert (einer der wenigen auf dem Balkan) war Kaiser Marcus Aurelius Antoninus gewidmet, der von 198 bis 217 n. Chr. regierte. „Dies ist der erste derartige Triumphbogen in dieser Gegend“, zitiert der US-Nachrichtensender CNN den Archäologen Korac.

Auch interessant: „Pompeji unter Wasser“: Hier schmissen die Römer Sex-Partys

Die Archäologen fanden schon eine fein gearbeitete Säule und Balken, würden aber gern mehr über die Inschrift auf dem Bogen herausfinden. Sie haben allerdings viel entdeckt, unter anderem zwei römische Schiffe, goldene Kacheln, Münzen, Jadeskulpturen, religiöse Gegenstände, Mosaike, Fresken, Waffen und sogar Überreste von drei Mammuts. Viminacium ist eine Fundgrube. (fmg)

Das könnte Sie auch interessieren: Warum starben Mammuts aus? Uralter Stoßzahn gibt Hinweise