Spezialisten ermitteln zu Sprengstoffanschlag in Eisenach

Eisenach.  Die Ermittlungen zum Angriff auf eine Kneipe in Eisenach hat das LKA übernommen. Eine seit November inhaftierte mutmaßliche Linksextremistin sitzt weiter in U-Haft.

Polizisten bei der Spurensicherung vor der Szenekneipe "Bull's eye" in Eisenach. Hier hat es am frühen Montagmorgen eine Explosion gegeben. Die Polizei geht von einer politisch motivierten Straftat aus.

Polizisten bei der Spurensicherung vor der Szenekneipe "Bull's eye" in Eisenach. Hier hat es am frühen Montagmorgen eine Explosion gegeben. Die Polizei geht von einer politisch motivierten Straftat aus.

Foto: Norman Meißner

Die weiteren Ermittlungen zu einem Angriff auf die rechtsextreme Szenekneipe „Bulls Eye“ in Eisenach werden vom Landeskriminalamt geführt. Eine Sprecherin bestätigte auf Anfrage, dass die Spezialisten das Verfahren von der Kriminalpolizei Gotha übernehmen.

Am frühen Montagmorgen hatten Unbekannte offenbar einen Sprengsatz in ein Fenster geworfen. Es kam zu einer Detonation. Menschen wurden nicht verletzt. Um was für eine Art Sprengstoff es sich handelte, dazu könne unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen, die in alle Richtungen geführt würden, noch nichts gesagt werden. Das LKA hält sich bedeckt.

Politisches Motiv gilt als wahrscheinlich

Die Ermittler gehen aber weiter von einem politischen Hintergrund für den neuerlichen Angriff auf die Gaststätte aus. Als Indiz dafür wird unter anderem ein an der Hauswand angebrachter Schriftzug – „Fight Nazis Everyday“ sowie ein Weiblichkeitszeichen – gewertet.

Zusammenhang mit früheren Straftaten unklar

In der Vergangenheit kam es rund um die Gaststätte und ihr Umfeld zu teilweise schweren Straftaten. Im November hatten Beamte des LKA Sachsen Lina E. in Leipzig festgenommen. Sie soll, so der Vorwurf, als Mitglied einer linksextremen kriminellen Vereinigung wesentlich für zwei Attacken auf das „Bulls Eye“ verantwortlich sein – sowohl im Oktober 2019, als mehrere Personen in die Räume der Kneipe eindrangen und zehn bis 15 Menschen überfielen als auch im Dezember 2019, als E. das Kommando für einen Übergriff auf den Inhaber der Gaststätte geführt haben soll. Ob zwischen ihr und den Tätern vom Montag ein Zusammenhang besteht, das ist noch unklar.

Ermittlungen gegen Lina E. laufen weiter

Die Ermittlungen zu den früheren Straftaten hat der Generalbundesanwalt übernommen. Auf Anfrage bestätigte ein Behördensprecher, dass E. weiter in U-Haft sitzt. Die Ermittlungen gegen sie, u.a. wegen der Mitgliedschaft in einer linksextremen kriminellen Vereinigung, gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und besonders schwerem Landfriedensbruch, dauern an. Wann die Untersuchungen abgeschlossen sein könnten, ist derzeit unklar. Danach könne, so der Sprecher, entschieden werden, ob und wegen welcher Vorwürfe Anklage erhoben wird.

Nach der Festnahme der mutmaßlichen Linksextremistin tauchten in Thüringen an mehreren Orten, u.a. in Weimar, Schriftzüge auf, die sich solidarisch mit der Tatverdächtigen erklären.

Politik verurteilt Gewalttat

Die Tat vom Montag wurde von dem CDU-Landtagsabgeordneten Raymond Walk als neue „Eskalationsstufe“ verurteilt. Katja Wolf (Linke), Oberbürgermeisterin in Eisenach, erklärte überdies, dass Gewalt nie Mittel sein dürfe – egal welcher Auseinandersetzung.

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