Hamburg/Darmstadt. Seit gut einem Jahr war sie Generalsekretärin von Pen International. Doch nach einem Statement zum Nahostkonflikt bricht die Autorin mit dem Verband. Sie sei entsetzt, sagt Venske.

Wegen unterschiedlicher Positionen des Autorenverbandes Pen zum Nahostkonflikt ist die Hamburger Schriftstellerin Regula Venske von ihrem Amt als Generalsekretärin von Pen International zurückgetreten. Sie habe den Pen-Präsidenten Burhan Sönmez gebeten, sie mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt zu entbinden, teilte Pen Deutschland am Montag in Darmstadt mit.

Grund für ihren Rücktritt seien Statements des Londoner Sekretariats zu den aktuellen Ereignissen im Nahen Osten Anfang Oktober. „Mit Entsetzen habe ich die Aussendung gelesen, deren Mangel an Empathie für die israelischen Opfer des Hamas-Massakers vom 7. Oktober mich zutiefst schockiert und deprimiert hat.“

Sie habe zudem das Gefühl, dass sie in Sachen Presseaussendung bei Pen International wenig Einfluss habe. Auch dass die Prozesse zur Aufnahme eines Pen Israel lange verzögert worden seien, sei für Venske nicht hinnehmbar.

Pen Deutschland hatte eigenen Angaben zufolge zu dem Konflikt eine eigene Presseerklärung herausgegeben, in der der brutale Angriff der Hamas auf Israel verurteilt, der Opfer des Krieges gedacht und die Bemühungen um das verbindende Wort in den Vordergrund gestellt wurden. Venske war von 2017 bis 2021 Präsidentin des Pen-Zentrums Deutschland. Seit Herbst 2022 war sie Generalsekretärin bei Pen International.