Berlin. In Dänemark haben Archäologen eine bedeutsame Entdeckung gemacht: Ein 2000 Jahre altes Messer liefert einen Jahrhundertfund.

Archäologen in Dänemark haben ein altes Messer mit runischen Inschriften entdeckt. Der „einzigartige Fund von nationaler Bedeutung“, so das Stadtmuseum von Odense, könne bis ins Jahr 150 n. Chr. datiert werden. Die entdeckten Runen seien noch mal 800 Jahre älter als die auf den Runensteinen von Jelling, die bedeutendsten Steine zur Geschichte Dänemarks.

Runische Inschrift: Das bedeuten die Zeichen

Die Sensation wurde in einem Grab unter einer Urne in der Nähe der Stadt Odense auf der Insel Fünen entdeckt. Konkret handele es sich um ein kleines Eisenmesser mit Gravur. Die fünf Zeichen, jedes etwa 0,5 cm groß, ergeben „hirila“ – im Altnordischen eine Bezeichnung für „kleines Schwert“, berichtet die britische Zeitung „The Guardian“.

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Zusammen mit einem im Jahr 1965 gefundenen Knochenkamm mit Inschrift stellt dieser Fund die ältesten bekannten Runen aus Dänemark dar. Das Museum Odense, in dem das Stück ab Anfang Februar ausgestellt werden soll, berichtet, es handele sich um Runen aus dem ältesten bekannten Runenalphabet. Daher sei der Fund wichtiger Teil des Verständnisses und der Interpretation des ältesten Schriftgebrauchs in Dänemark und der nordischen Region.

Entdecker der Sensation sowie Kurator und Archäologe des Stadtmuseums Odense, Jakob Bonde, glaubte anfangs, es handele sich um ein gewöhnliches Messer. Erst nach gründlicher Reinigung durch Restauratoren wurden die Runen sichtbar. Für ihn persönlich sei es fantastisch, diese Entdeckung gemacht zu haben. Es fühle sich an, wie eine Nachricht aus der Vergangenheit zu erhalten.

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    Die Entdeckung sorgte nicht nur in Odense für Verblüffung: Lisbeth Imer, eine Runologin aus Dänemarks Nationalmuseum, äußerte sich ebenfalls zu dem Fund. Es sei sehr selten, Runen zu finden, die so alt sind wie die auf dem Messer. Sie gäben Gelegenheit, mehr über die früheste schriftliche Sprache Dänemarks und somit über die während der Eisenzeit tatsächlich gesprochene Sprache zu erfahren.

    Jakob Bonde betonte zudem, es sei spektakulär, dass die ältesten Runen auf Fünen gefunden wurden. Es zeige, wie selten Archäologen solche Funde machen. Er bezeichnete die Entdeckung des „kleinen Schwerts“ als ein einmal in 100 Jahren vorkommendes Ereignis.