Mauerspechte landen in Gothas Stadtbibliothek

Gotha  Das 2012 in Reinhard Griebners Stadtschreiberzeit beendete Buch wird am 20. April in einer Lesung vorgestellt

Reinhard Griebner mit seinem Buch Mauerspechte, aus dem er am 20. April liest. Foto: Lutz Ebhardt

Reinhard Griebner mit seinem Buch Mauerspechte, aus dem er am 20. April liest. Foto: Lutz Ebhardt

Foto: zgt

„Mauerspechte sind Zugvögel, meine jedenfalls“, sagt Reinhard Griebner. Der Gothaer Kurd-Laßwitz-Stipendiat dieses Jahres meint damit sein Jugendbuch „Mauerspechte“. Er hatte es in seiner ersten Amtszeit als Gothaer Stadtschreiber im Jahr 2012 beendet. „Dann ist das Manuskript mit mir nach Berlin gekommen und 2014 das Buch im Knabe-Verlag in Weimar erschienen“, schildert Reinhard Griebner.

Nun ist das Buch zurück in Gotha – mit dem erneuten Stadtschreiber Reinhard Griebner. Am 20. April, 19 Uhr, wird er es in einer Lesung in der Stadtbibliothek „Heinrich Heine“ vorstellen. Nicole Strohrmann, die Leiterin der Bibliothek, hat dafür den Hanns-Cibulka-Saal vorgesehen, „denn Veranstaltungen mit Reinhard Griebner sind beliebt“, sagt sie. Das gelte auch für die Kurse in kreativem Schreiben, nach denen eine große Nachfrage bestehe.

Das Buch „Mauerspechte“ spielt in Berlin im November/Dezember 1989. Die Welt des Schülers Willem Kaiser aus Prenzlauer Berg gerät aus den Fugen: Seine Freundin Paula ist aus dem Ungarn-Urlaub nicht zurückgekehrt, sondern ist mit ihrer Familie in den Westen abgehauen, in den Straßen skandieren Demonstranten Sprechchöre und Willems Mutter träumt plötzlich von Ferien am Mittelmeer. Inmitten des Chaos lernt Willem die Westberliner Kids Jasmin Shiva, genannt Feuerlocke, und die russlanddeutschen Brüder Anton und Boris kennen. Nach anfänglichem Misstrauen wird der „Ossi“ Willem in die Mauer-Power-Bande aufgenommen. Zu viert beschließen sie, sich die allgemeine Aufbruchsstimmung mit einer ausgeklügelten Geschäftsidee zunutze zu machen...

Der Knabe-Verlag aus Weimar hat mit Reinhard Griebners Buch zum zweiten Mal einen Titel eines Gothaers Stadtschreibers veröffentlicht. Denn auch schon „Der Zirbelkönig“ von Ursula Muhr, die 2010 Kurd-Laßwitz-Stipendiatin war, ist in dem traditionsreichen Haus erschienen.

Zur Lesung von Reinhard Griebner am 20. April werde der Knabe-Verlag mit seinem Bücher-Piaggio (ein Fahrzeug mit drei Rädern) nach Gotha kommen. Griebner arbeitet unterdessen in Gotha an einem Erzählband. „Die Ausschreibung des Stipendiums ermöglicht ja Kinder- und Jugendliteratur. Ich gehe diesmal an die obere Grenze und schreibe für junge Erwachsene“, so Griebner.

Karten für die Lesung am 20. April gibt es für drei Euro in der Stadtbibliothek.