Vom bunten Berlin ins beschauliche Udestedt

Udestedt.  Melanie Oswald ist die neue Jugendreferentin im Kirchenkreis Apolda-Buttstädt und für Stotternheim, Schloßvippach und Riethnordhausen zuständig

Melanie Oswald freut sich auf viele neue Kontakte und Begegnungen mit  Kindern und Jugendlichen.

Melanie Oswald freut sich auf viele neue Kontakte und Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen.

Foto: Jens König

„Berlin ist zum Studieren ideal“, sagt Melanie Oswald. Für das Leben danach war ihr die Großstadt viel zu anonym und zu überlaufen. „Ich habe mich einfach nicht wohlgefühlt“, erzählt die 25-Jährige, die deshalb die Fühler wieder in Richtung Heimat und damit nach Thüringen ausstreckte. Seit Mai ist sie die neue Jugendreferentin im Kirchenkreis Apolda-Buttstädt und damit für die Pfarrbereiche Stotternheim, Schloßvippach und Riethnordhausen zuständig.

Ihr festes Domizil hat sie im Pfarrhaus in Udestedt. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten bezog sie die frisch hergerichtete Wohnung im ersten Stockwerk des Hauses. Pfarrerin Christiane Eckert hat dafür gern Zimmer geräumt und sich im Erdgeschoss eingerichtet. „Meine Zeit ist abgelaufen“, berichtet die Pfarrerin, die im September in den Ruhestand verabschiedet wird.

Die direkte Arbeit mit denJugendlichen steht im Mittelpunkt

Dass das Pfarrhaus dann nicht leer steht, macht sie froh. Noch viel größer aber ist ihre Freude darüber, dass die Kinder- und Jugendarbeit im Pfarrbereich wieder mehr in den Fokus rücken wird. „Unser Superintendent hat das Herz bei den Kirchgemeinden. Ihm geht es wie mir um die Arbeit mit den Menschen. Das macht mich sehr glücklich“, sagt sie.

Melanie Oswald stammt aus Unterwellenborn im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Sie sei christlich aufgewachsen, habe Christenlehre, Konfirmandenstunden und die Junge Gemeinde besucht. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Jugendarbeit im Kirchenkreis Rudolstadt-Saalfeld. „Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich an der Evangelischen Hochschule in Berlin ein Studium für Evangelische Religionspädagogik aufnahm. Daraufhin lebte sie fünf Jahre in der, wie sie sagt, „aufregenden, schrillen und bunten Hauptstadt“.

Da sie ein sehr naturverbundener Mensch sei und Spaziergänge sowie Radtouren liebe, sei sie gern nach Thüringen zurückgekommen. Eine Stellenausschreibung machte sie neugierig. „Im Dezember fand das Bewerbungsgespräch mit Superintendent Georg Heidbrink statt. Am liebsten hätte ich sofort anfangen sollen“, berichtet sie. Anfang Februar war sie das erste Mal in Udestedt. Neben Christiane Eckert lernte sie auch die beiden Pfarrer Matthias Polney aus Riethnordhausen und Jan Redeker aus Stotternheim kennen.

Dorthin gehen, wo die meistenKinder und Jugendlichen sind

Die erste Zeit nutzte sie, um die Orte und deren Kirchen kennenzulernen und Kontakte zu den Gemeindekirchenräten aufzunehmen. „Hier gibt es viele engagierte Leute“, gibt sie einen ersten Eindruck wieder und freut sich darauf, mit ihnen viele Veranstaltungen, wie den Martinstag oder die Krippenspiele für den Heiligabend, vorzubereiten. Auch die Konfirmandenarbeit hat sie in jedem Ort schon begleitet. In Riethnordhausen gebe es bereits eine gut funktionierende Junge Gemeinde. Auf diese Arbeit wolle sie aufbauen. In Stotterheim habe sich Pfarrer Redeker selbst um die Kinder- und Jugendarbeit gekümmert. Ihm wolle sie zur Seite stehen und entlasten. In Schloßvippach liege die Kinder- und Jugendarbeit seit vielen Jahren am Boden. Ein Zustand, der so nicht bleiben soll.

Klar sei der Jugendreferentin, dass sie nicht an allen Orten gleichzeitig sein könne. Deshalb will sie dorthin gehen, wo die meisten Jugendlichen anzutreffen sind und dort Jugendzentren und Anlaufstellen schaffen. So sollen die Jugendräume in Schloßvippach wieder nutzbar gemacht werden. Durch Corona sei die Kontaktaufnahme zu Kindern und Jugendlichen derzeit noch etwas schwierig, doch entmutigen lasse sie sich dadurch nicht.

Corona und die damit verbundenen Einschränkungen sind auch der Grund, warum es noch keinen Einsegnungsgottesdienst für Melanie Oswald gegeben hat. Wie sie sagt, gibt es noch keinen Termin.