Uhrzeit

Zeitumstellung 2021: Wann wird Uhr auf Winterzeit gestellt?

| Lesedauer: 12 Minuten
Videografik: Wissenwertes zur Zeitumstellung

Videografik: Wissenwertes zur Zeitumstellung

Am Sonntag um 02.00 Uhr wird die Zeit um eine Stunde nach vorn gestellt auf 03.00 Uhr - und damit von der Normal- auf die Sommerzeit. Die Videografik erläutert die Hintergründe der Zeitumstellung.

Beschreibung anzeigen

Berlin  Im Herbst und im Frühjahr wird die Uhr umgestellt. Wenn beginnt in diesem Jahr die Winterzeit? Muss man die Uhr vor oder zurück drehen?

  • Am 31. Oktober endet die Sommerzeit und die Uhren werden auf Winterzeit umgestellt
  • Doch wird die Uhr dabei vor- oder zurückgestellt?
  • Und was halten die Menschen in Deutschland von der Zeitumstellung?

Zurück zur Winterzeit: Zwei Mal im Jahr wird in Deutschland die Zeit umgestellt. , doch die Umstellung der Uhren erfolgt erst einige Zeit nach der Sommersonnwende.

Die Umstellung auf die Winterzeit – wie die Normalzeit landläufig auch genannt wird – findet jedes Jahr am letzten Sonntag im Oktober statt. Im Jahr 2021 ist das der 31. Oktober. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren um 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr zurückgestellt. Das bedeutet: Die Nacht ist um eine Stunde länger, morgens wird es früher hell und abends wiederum früher dunkel.

Lesen Sie auch:

Die Umstellung auf die Sommerzeit findet jedes Jahr am letzten Wochenende im März statt. 2021 war das der 28. März. In der Nacht wurden die Uhren um 2.00 Uhr eine Stunde vorgestellt.

Zeitumstellung: Seit jeher ein Streitthema

Das Thema Zeitumstellung bleibt Streitthema und ist emotional aufgeladen. Laut einer repräsentativen Umfrage der Krankenkasse DAK hat ein Drittel der Deutschen nach der Zeitumstellung mit körperlichen oder psychischen Problemen zu kämpfen. 76 Prozent der Befragten gaben an, sich schlapp und müde zu fühlen, 59 Prozent klagten über Einschlafprobleme und Schlafstörungen. Jeder Zehnte leidet nach der Zeitumstellung sogar unter depressiven Verstimmungen.

Mehrere Forscher plädieren für eine Abschaffung der Zeitumstellung, weil sie den menschlichen Bio-Rhythmus störe. Auch in Umfragen kommt das Uhrendrehen regelmäßig eher schlecht weg.

Wir erklären, warum die Zeit umgestellt wird und wann die Zeit vor- oder zurückgestellt wird. Zudem verraten wir, seit wann es die Zeitumstellung gibt und wann sie in Deutschland abgeschafft werden soll. Außerdem klären wir die Frage, ob Smartphones wie etwa das iPhone sich automatisch umstellen. Und beeinflusst die Zeitumstellung die Einnahme der Pille bei der Frau? Und wie gewöhnt man Haustiere an die Zeitumstellung?

Mehr zum Thema: Alle Feiertage 2022 in Deutschland im Überblick

Zeitumstellung – die wichtigsten Fakten:

  • Zweimal im Jahr werden die Uhren umgestellt: einmal im Frühjahr und einmal im Herbst
  • Am 31. Oktober 2021 wird die Uhr um 3 Uhr nachts auf 2 Uhr zurückgestellt, dann beginnt die Winterzeit
  • Am 27. März 2022 wird die Uhr um 2 Uhr nachts auf 3 Uhr vorgestellt, dann beginnt die Sommerzeit
  • Eigentlich will die EU die Zeitumstellung abschaffen – wann und ob das geschieht, ist aber unklar

Zeitumstellung im Oktober 2021: Wie stelle ich meine Uhr um?

In den meisten Fällen kommt man sowohl bei digitalen als auch bei analogen Uhren nicht drumherum, per Knopfdruck oder durch Drehen am entsprechenden Rädchen die neue Uhrzeit manuell umzustellen. Am einfachsten macht es sich, wer eine Funkuhr hat: Derjenige muss am 31. Oktober nichts tun, die Uhr stellt sich von alleine um. Die Zeit von Funkuhren richtet sich nach den Daten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig.

Muss man die Zeit am Smartphone neu einstellen?

In Braunschweig sind vier Atomuhren im Einsatz. Die Caesium-Uhr CS2 liefert seit 1991 die Zeit, die an Funkuhren übermittelt wird. Auch die meisten Handys wie etwa das iPhone müssen nicht auf die Sommerzeit eingestellt werden: Sie holen sich die aktuelle Uhrzeit aus dem Funknetz.

Was ist die "richtige" Zeit? Sommerzeit oder "Winterzeit"?

Bevor die Zeitumstellung wie wir sie kennen eingeführt wurde, liefen Uhren in Deutschland so, wie sie es heute bei uns im Winter tun. Eine "Winterzeit" gibt es also eigentlich nicht – sie ist die "Normalzeit".

In den 1970er Jahren wurde in Deutschland erstmals auf Sommerzeit umgestellt. Umstritten ist allerdings, ob nach einer Abschaffung der Zeitumstellung die Sommer- oder wieder die frühere Normalzeit zur Standardzeit werden soll.

Neben Sommerzeit und Normalzeit gibt es aber auch noch die koordinierte Weltzeit UTC (französisch: Temps universel coordonné). Die deutsche bzw. mitteleuropäische Zeit, die bei uns im Winter gilt, entspricht der Angabe UTC+1.

Warum gibt es die Zeitumstellung?

Die Zeitumstellung auf Sommerzeit in der EU (damals EWG) wurde im Jahr 1976 eingeführt, weil durch die Einführung der Sommerzeit Energie gespart werden sollte. Das Argument: Weil es abends länger hell blieb, musste nicht so viel Energie für elektrisches Licht oder andere Hilfsmittel aufgewendet werden.

Frankreich hatte nach der Ölkrise 1973 die jährliche Umstellung auf Sommerzeit eingeführt – alle anderen Mitglieder der damaligen EG (Europäische Gemeinschaft) hatten sich später angeschlossen. Bis 1981 hatten alle Mitgliedsstaaten die Umstellung praktiziert. Ob tatsächlich Energie gespart wurde, ist umstritten.

Das Umweltbundesamt ist sich sogar sicher: Die Zeitumstellung spart keine Energie. „Zwar wird durch die Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends weniger häufig das Licht angeknipst – im Frühjahr und Herbst jedoch wird in den Morgenstunden auch mehr geheizt. Das hebt sich gegenseitig auf“, heißt es.

Wie lange gibt es die Zeitumstellung schon?

Schon der US-amerikanische Wissenschaftler und Politiker Benjamin Franklin hatte 1784 eine Zeitumstellung zur Diskussion gestellt. Auch ihm ging es um Einsparungen beim elektrischen Licht. Die erste Umstellung auf Sommerzeit in den USA gab es im Jahr 1918, die Zeitumstellung in ihrer jetzigen Form gibt es in Deutschland seit 1981.

Seitdem wird am letzten Sonntag im März auf Sommerzeit umgestellt - und am letzten Sonntag im Oktober wieder zurück. Im Jahr 1980 gab es eine einmalige Umstellung auf Sommerzeit am 6. April.

Zeitumstellung: Sollte das nicht abgeschafft werden?

Die Zeitumstellung sollte in der Europäischen Union längst abgeschafft werden. Millionen Menschen aus 28 EU-Ländern stimmten im Sommer 2018 ab - und 80 Prozent von ihnen votierten gegen das Uhrendrehen. Doch nach vielen Diskussionen wird die Zeitumstellung für den Winter weiter bleiben. Auch 2021 wird die Zeitumstellung nicht abgeschafft.

Ganz im Gegenteil, das Aus für die Zeitumstellung in der EU rückt immer weiter in die Ferne: Ein Verfahrensstreit zwischen den Mitgliedstaaten und der EU-Kommission droht die Reform endgültig zu blockieren. Wie unsere Redaktion erfuhr, sehen Deutschland und eine Reihe andere EU-Staaten vor einer eigenen Festlegung die Kommission in der Pflicht, erst noch eine Folgenabschätzung auszuarbeiten und vorzulegen; darin sollen die Auswirkungen untersucht werden, die ein Ende der Zeitumstellung hätte. Lesen Sie hier: Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft? So sehen die aktuellen Pläne aus.

Zeitumstellung: Schadet sie der Gesundheit?

Immer mehr Menschen leiden nach der Zeitumstellung an gesundheitlichen oder psychischen Problemen. Das ist zumindest das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der DAK-Gesundheit von 2019. Demnach hat fast jeder dritte Deutsche (29 Prozent) Beschwerden beim bei der Umstellung zum Ende der Sommerzeit, was einen Höchststand der vergangenen Jahre bedeute, teilte die Krankenkasse mit. Mehr als drei Viertel der Befragten sind der Meinung, die Zeitumstellung sei überflüssig und sollte abgeschafft werden.

Mehr als drei Viertel der Befragten, die schon einmal Probleme im Zuge der Zeitumstellung hatten, fühlen sich dabei schlapp und müde (77 Prozent). An zweiter Stelle der Beschwerden kommen laut Umfrage mit 65 Prozent Einschlafprobleme und Schlafstörungen, unter denen Frauen mit 70 Prozent besonders häufig leiden. 41 Prozent können sich schlechter konzentrieren, fast ein Drittel fühlt sich gereizt. Jeder Achte leidet gar unter depressiven Verstimmungen. Hierbei sind Männer mit 14 Prozent häufiger betroffen als Frauen (10 Prozent). Mit 18 Prozent kam fast jeder fünfte Erwerbstätige nach der Zeitumstellung schon einmal zu spät zur Arbeit.

Experten vergleichen die Beschränkung beim Schlaf mit falschen Schuhen. er ständig Schuhgröße 40 trägt, aber eigentlich die 42 hat, macht sich die Füße kaputt“, sagt der Chronobiologe Professor Till Roenneberg von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ähnlich sei es, wenn man ständig die innere Uhr versuche zu täuschen.

Ist die Zeitumstellung schlecht für Tiere?

Nicht nur Menschen beeinflusst die Zeitumstellung: Auch Wildtiere wie Hirsche und Rehe orientieren sich an ihrem eigenen natürlichen Rhythmus und sind weiterhin hauptsächlich in der Dämmerung unterwegs, teilt der Deutsche Jagdverband (DJV) mit. Auch der ADAC warnt vor der erhöhten Gefahr durch Wild auf den Straßen.

Die Dämmerung fällt nun für mehrere Wochen mit dem Berufsverkehr am Morgen zusammen. Dadurch steigt die Gefahr von Wildunfällen. Vor allem morgens und abends seien die Tiere unterwegs. Schwerpunkte: Landstraßen, Feld- und Waldgebiete. Hier sollten Autofahrer gerade in der Dämmerung besonders aufpassen und langsamer werden.

Befänden sich Tiere auf der Straße, solle versucht werden, diese durch Hupen zu vertreiben, rät der ADAC. Das Aufblenden mit dem Fernlicht bewirke jedoch das Gegenteil. Sei ein Zusammenstoß unvermeidlich, sollen Autofahrer auf keinen Fall versuchen, auszuweichen, da dies die Unfallgefahr weiter erhöhe. Nach einem Wildunfall müsse die Straße abgesichert und die Polizei oder der Jagdpächter informiert werden.

Bundesweit wurden im Jahr 2019 insgesamt 191 Wildunfälle mit Personenschäden gezählt, wie das Statistisches Landesamt mitteilte. Dabei sei ein Mensch ums Leben gekommen. Zudem seien 36 Personen schwer und 193 leicht verletzt worden.

Auch Haustiere haben mit der Zeitumstellung zu kämpfen. Gerade Hunde und Katzen sind Gewohnheitstiere und deshalb kann ihr Rhythmus durch die Zeitumstellung schnell durcheinander geraten. Gibt es nach der Zeitumstellung plötzlich eine Stunde später Fressen, dann kann es schnell ungemütlich werden.

„Daher empfehlen wir eine gemächliche Umstellung auf den neuen Rhythmus“, rät Daniela Schneider, Heimtierexpertin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Am besten fangen Besitzer schon einige Tage vor der eigentlichen Zeitumstellung damit an, die Abläufe für ihr Haustier täglich um 10 bis 15 Minuten zu verschieben.

Pille bei der Zeitumstellung - was müssen Frauen beachten?

Viele Frauen nehmen die Pille immer zur selben Uhrzeit. Müssen sie nun den Zeitpunkt verändern? Nur bedingt: Bei gestagenhaltigen Minipillen ist der Zeitpunkt sehr wichtig. Aber auch hier können sich Frauen ein wenig Abweichung erlauben. Mehr als 90 Minuten sollten es aber nicht sein. Generell dürften Frauen bei der gewählten Uhrzeit bleiben, nach wenigen Tagen hat der Körper das wieder ausgeglichen.

Zeitumstellung: Was sind gute Eselsbrücken?

Es gibt zahlreiche Eselsbrücken, die einem helfen, die Uhr richtig umzustellen. Eine der bekanntesten ist der Vergleich zu Gartenmöbeln. Im Winter stellt man diese zurück ins Haus oder den Keller - zurück wie die Uhr. Im Sommer werden die Möbel dann wieder vor das Haus gestellt – so wie auch die Uhr vorgestellt wird. (fmg/bef)