Leinefelde. Am teuer sanierten Leinefelder Bahnhof fehlen Toiletten. Trotz mehrfacher Appelle reagiert die Deutsche Bahn AG nicht.

Die Stadtverwaltung Leinefelde-Worbis empfindet die Gegebenheiten auf dem nun in der Sanierung befindlichen Bahnhofsgelände in Leinefelde genauso unzulänglich, wie die Reisenden, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Unsere Zeitung berichtete über die Sanierung des Bahnhofes, und ein Reisender schilderte in dem Artikel eindrücklich die dortigen Zustände, der von der Deutschen Bahn, mit eigenen Mitteln sowie mit Mitteln des Landes und des Bundes, für acht Millionen Euro saniert wurde.

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Die Stadt habe mit dem Kauf des ehemaligen Empfangsgebäudes verhindert, dass es in der Innenstadt zu einem Leerstand kommt. Auch dem Verfall der Immobilie habe man damit einen Riegel vorgeschoben. Zu dem Problem der fehlenden öffentlichen Toiletten auf dem Bahnhofsgelände teilt die Stadt mit, dass die Deutsche Bahn AG dies für ihre Fahrgäste trotz mehrfacher Gespräche, die die Stadtverwaltung dazu über die Jahre mit der Bahn gesucht hat, nicht mehr vorsieht.

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Doch die Stadt Leinefelde-Worbis treffe keine Schuld an der Situation, vielmehr habe man gehandelt, heißt es aus der Verwaltung. Da derzeit das ehemalige Bahnhofsgebäude saniert wird, habe die Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH Leinefelde, die das Gebäude zwischenzeitlich von der Stadt übernommen hat, eine Unisex-Toilette für die Reisenden mitgebaut. „Die Toilette am umgenutzten Bahnhofsgebäude wird in den nächsten Tagen geöffnet werden, sobald hier die letzten Arbeiten erledigt sind“, berichtet Stadtpressesprecher René Weißbach. Sie wurde als Provisorium hergerichtet und stelle ein Provisorium dar, bis die Sanierung des gegenüberliegenden Bahnhofes abgeschlossen sei. Unterhalten wird die Toilettenanlage von der Stadt Leinefelde-Worbis.

Die Geruchssituation in der offensichtlich zu selten oder mangelhaft gereinigten Unterführung und den für den Transport von Fahrrädern viel zu kleinen Fahrstuhl moniere die Stadtverwaltung bei der Bahn schon seit Jahren, jedoch ohne Erfolg, heißt es weiter in der Mitteilung aus dem Rathaus der Stadt Leinefelde-Worbis. „Gerade auch im Hinblick auf die bevorstehende Landesgartenschau, die die Zahl der hier ankommenden Fahrgäste sicher noch einmal signifikant erhöhen wird, ist der Zustand mehr als unbefriedigend. Es ist für Radfahrer faktisch nur mit Muskelkraft möglich, die vielen Treppen zwischen den Bahnsteigen zu überwinden, was angesichts der immer beliebter werdenden E-Bikes, die um einiges schwerer sind als normale Fahrräder, alles andere als zeitgemäß ist“, so die Verwaltung.

„Fußgänger, die die Unterführung passieren müssen, üben sich regelmäßig im Luftanhalten und im Slalomlauf um die gelben Pfützen. Das macht keinen guten Eindruck“, erklärt Natalie Hünger, Leiterin des städtischen Fachamtes für Öffentlichkeitsarbeit/Tourismus/Kultur. Aber zuständig, so Hünger, ist hier die Deutsche Bahn AG, die auf dem Bahnhof im Übrigen auch gerade alle Fahrradständer und Überdachungen über selbigen ersatzlos abgebaut hat.

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