Erfurt. Wie ist es, wenn man seine Umwelt nicht hören kann? Sofie Mlodoch aus Erfurt hat einen Buchtipp parat, der diese andere Alltagswelt verständlicher macht.

Es wird für nahezu selbstverständlich gehalten, dass wir fünf gesunde Sinne haben und diese im Alltag vollumfänglich einsetzen können. Egal um welchen es sich handelt, alle Sinne tragen zu einem selbstständigen Handeln im Alltag bei. Wie es jedoch ist, wenn einer dieser Sinne nicht mehr richtig funktioniert oder gar nicht mehr vorhanden ist und auf wie viele Ebenen sich diese Tatsache auswirkt, wird in diesem Buch thematisiert.

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Daten, Fakten, Therapien und Vorurteile

Die Autorin Jill Dolisy hat es sich mit dem Buch „Tomaten auf den Ohren – Wenn die Welt verstummt“ zur Aufgabe gemacht, ungeschönt von einem Leben mit einer Hörbehinderung zu berichten. Sie erzählt von Situationen in Gruppen, in denen sie den Gesprächen nicht folgen kann, vom Falsch- oder Gar-nicht-Verstehen und ihren infolgedessen geschauspielerten Reaktionen, weil das wiederholte Nachfragen unangenehm ist. Außerdem schildert sie die Vorurteile, welche um hörbehinderte Personen kursieren, welche durch das Lesen des Buches überwunden werden sollten. Neben den persönlichen Einblicken nennt sie Daten und Fakten, über die Ursachen einer Hörbehinderung und die existierenden Möglichkeiten, diese mit Therapien oder Hilfsmitteln auszugleichen.

Die letzten Kapitel mit Tipps für Menschen im Umfeld eines/r Hörbehinderten runden das Buch und damit das Ziel desgleichen ab.

*Sofie Mlodoch ist Bibliothekarin der Stadtbibliothek Erfurt

Erfurt liest!

Ein Mal in der Woche haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt- und Regionalbibliothek am Domplatz einen besonderen Tipp parat. Vom Buch bis zum Brettspiel stellen sie die Neuzugänge in ihren reichen Medienbeständen vor und geben einen ganz persönlichen Eindruck über Gelesenes, Gesehenes und Gespieltes.

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