Ralf Ehrlich über politisch Engagierte im Ehrenamt

Wegen ein paar Euro Sitzungsgeld wird wohl kaum ein politisch Engagierter ehrenamtlich in Ortschafts- und Gemeinderäten oder Stadt- und Kreistagen sitzen. Davon leben kann man nicht, und auf den Stundenlohn heruntergerechnet dürfte der Mindestlohn deutlich unterschritten sein.

Ähnlich ist das bei ehrenamtlichen Bürgermeistern. Es ist also etwas Anderes, was die Menschen motiviert, ihre Zeit zu opfern. Sie wollen sich für ihre Mitmenschen einsetzen, verändern, etwas bewegen.

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Bislang gab es für das Amt des Ortschaftsbürgermeisters Bewerber, jetzt plötzlich in dem beschaulichen Ingersleben keinen mehr. Dabei hat der Ort rund 1000 Einwohner. Da sollte es einen geben, der es kann.

Warum der Amtsinhaber nicht wieder antrat, darüber gibt es offiziell keine Angaben. Gerüchten zufolge soll das zwischenmenschliche Klima im Ort nicht das Beste gewesen sein, um es höflich auszudrücken.

Notfalls geht es auch ohne. Denn der Entscheidungsspielraum auf der Ebene ist gering. Und dennoch hat der Ort jetzt einen Kümmerer und Fürsprecher weniger, auch in der übergeordneten Landgemeinde.

Ralf Ehrlich
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