Wandersleben. 100 Jahre Kindergarten Dreikäsehoch: Wanderslebener gehen auf Zeitreise von 1924 bis 2074. Entdecken Sie das bunte Jubiläumsprogramm.

  • Protokollbuch der Gemeindevertretung belegt Anfang der Kinderbetreuung auf dem Land.
  • Kinder fahren mit Zeitmaschine fährt in die Vergangenheit des Drei-Gleichen-Dorfs.
  • Animateure Tacki und Noisly treten am Wohnturm.

„Im Kindergarten, im Kindergarten“, singen alle gemeinsam, „da fangen alle mal als kleine Leute an.“ Die Kleinen der Kindertagesstätte „Dreikäsehoch“ in Wandersleben gehen Stück für Stück das Programm durch. Bis Samstag muss alles sitzen, denn dann feiert die Einrichtung ihr 100-jähriges Bestehen mit einer Zeitreise – sowohl in die Zukunft als auch in die Vergangenheit.

Von 10 bis 16 Uhr verwandeln sich der Kindergarten und der benachbarte Wohnturm in ein Festgelände. Von Hüpfburgen über Rollenrutsche bis hin zu Spielen, wie Entenangeln oder ein Glücksrad, gibt es für Kinder allerhand zu erleben. Besonderer Höhepunkt ist neben dem Programm ein Auftritt der Kinderanimateure Tacki und Noisly um 14 Uhr am Wohnturm. Für Erwachsene bietet sich dort vielleicht sogar die Chance, sich selbst wiederzufinden.

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Am Wohnturm stellt der Kindergarten Fotografien aus. Diese reichen von 1932 bis in die heutige Zeit. Mit dabei ist zudem ein historisches Dokument: die originale Niederschrift des Programmes der Kindergartenweihnachtsfeier von 1953. Etwas Moderneres gibt es im Turnraumcafé zu sehen. „Wir haben extra einen Film mit Videos der vergangenen Jahre zusammengeschnitten“, sagt die Kindergartenleiterin Susanne Kecke.

Die Kinder gehen am Dienstagmorgen gemeinsam das Programm durch.
Die Kinder gehen am Dienstagmorgen gemeinsam das Programm durch. © Funke Medien Thürigen | Tobias Leiser

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Besucherin aus dem Jahre 2074 führt durch das Programm

Ella Große kommt aus einem silbernen Karton gehüpft. Die Sechsjährige reist extra mit einer Zeitmaschine aus dem Jahre 2074 an, um den Kindern zu berichten, wie es in der Zukunft zugeht. Susanne Kecke probt mit ihr, wie sie am Samstag durch das Programm führen wird. Ella ist überrascht, dass Busse in unserer Zeit noch Fahrer benötigen.

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Mit der Vergangenheit des Kindergartens in Wandersleben hat sich auch Reinhold Hochheim vom Heimatverein beschäftigt. Neben dem Vermerk im Heimatbuch von Walter Heinze, dass 1924 ein Kinderhort durch den Frauenverein in der alten Schule etabliert worden war, fand Hochheim auch einen weiteren Beleg im Protokollbuch der Gemeindevertretung. Dort wird ein Beschluss zur Einrichtung des Hortes vom 4. Juli 1924 aufgeführt. Ein Zeitungsartikel von 1935 belegt Hochheim zufolge zudem, dass der Hort in den ersten Jahren nur während der Sommermonate geöffnet war.

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Heute verfügt der Kindergarten über eine Kapazität von 80 Plätzen. „Zu DDR-Zeiten waren es mal 120 Kinder“, sagt Susanne Kecke. Vorfreudig geht sie mit den Kindern das Programm für die Jubiläumsfeier durch. Und alle singen gemeinsam: „Im Kindergarten, im Kindergarten, und die Großen fragen sich irgendwann, wie nur die Zeit so schnell vergehen kann.“

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