Kommentar: Fernsehen war gestern

Steffen Eß über die Übertragungsrechte in der Königsklasse.

Steffen Ess

Steffen Ess

Foto: Sascha Fromm

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Kein Netz, keine Königsklasse. Wer in Zukunft europäischen Spitzenfußball live sehen möchte, wird nicht bloß weiter in die Tasche greifen müssen. Er benötigt eine schnelle Verbindung zum Internet. Fernsehen war gestern.

Sky ist draußen. Ein vielleicht existenzbedrohender Schlag für den Pay-TV-Sender, der jahrelang auf die Strahlkraft der Champions League setzen konnte. Im Moment teilt sich der Bezahlsender noch die Übertragungsrechte mit Dazn. Neben dem Streamingdienst schnappte sich Amazon mit Prime Video Live-Rechte ab 2021/22.

Das Amazon-Paket umfasst die Topspiele am Dienstag. Die Stoßrichtung ist klar. Der Online-Riese aus den USA versucht sich einen Happen vom Filetstück der Uefa zu sichern und pumpt für wachsende Abonnentenzahlen neben Dazn noch mehr Millionen in den Sportrechtemarkt. Es scheint eine Frage der Zeit, wann die Bundesliga über Amazon läuft. Zu hören ist sie dort seit 2017 schon.

Wettbewerb ist gut für Konsumenten. Für den Fußball mit seinen unmoralisch hohen Summen muss das nicht so sein. Das wissen Fans der Bundesliga. Es braucht mehrere Abos haben, um alle Partien zu empfangen. Die Zerstückelung der Spieltage und die Unübersichtlichkeit im TV-Dschungel sind schon jetzt eine Herausforderung.

Die Vermutung liegt nahe, dass Fußball-Liebhaber zudem immer mehr Abos abschließen müssen. Der Europapokal-Poker läuft. Im neuen Jahr werden die Bundesliga-Übertragungsrechte neu vergeben.

Vielleicht mit Amazon. Alles möglich, geliefert wird frei Haus, ist aber nicht kostenlos.

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