Leitartikel: Seine Fehler, ihre Chance?!

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Gerlinde Sommer zur Zukunft der Thüringer CDU.

Gerlinde Sommer.

Gerlinde Sommer.

Foto: Andreas Wetzel

Normalerweise ist vom Generationswechsel die Rede, wenn sich in der Personalpolitik einer Partei Entscheidendes tut. Wobei das mit dem Generationswechsel weit ausgelegt werden kann - wenn wir etwa bei der SPD den Sprung von Andreas Bausewein über Heike Taubert zu Wolfgang Tiefensee betrachten.

Aber hier soll von der Thüringer CDU die Rede sein - und da passiert jetzt, wovon schon seit Jahren immer wieder gesprochen wird: Die Nachfolger von Mike Mohring werden seiner eigenen Generation angehören, weil er parteipolitisch zunächst unvollendet bleibt.

Mario Voigt und Christian Hirte waren schon seit mehr als einem Jahrzehnt auf dem Sprung, wohl wissend, dass sie nur mit einem von Mohring zu verantwortenden Niedergang der Partei würden profitieren können.

Seine Fehler - ihre Chance?!

Es ist bitter, was mit der CDU in Thüringen seit Mitte der Nullerjahre passiert ist. Und das lässt sich gewiss nicht alles einer einzigen Person zuschreiben. Gerade als sich nach dem Abgang von Dieter Althaus als Ministerpräsident 2009 Risse in der Union zeigten, hätte es innerparteilicher Anstrengungen bedurft, sich nicht mutwillig derart auseinanderzuleben. So etwas bestraft der Wähler ganz deutlich. Und eine Reihe von Wählerinnen mögen sich auch deshalb abgewandt haben, weil sie sahen, dass Christine Lieberknecht bis 2014 mehr oder minder alleine kämpfte. Seither hat sich die Thüringer CDU derartig selbst geschrumpft, dass den Erben von Mike Mohring nicht mehr viel an Partei-Masse bleibt. Nun gilt es, bei der Thüringer Union einen Teil einstiger Breite und Tiefe zurück zu holen und sich zugleich klar auszurichten. Voigt sieht seine Fraktion als Kompass. Hirte als möglicher Parteichef muss verstehen, in diesem Sinne Ziele anzusteuern. Dann besteht Hoffnung, nicht weiter zu schrumpfen.

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