Weimar. Eine Woche lang lernen Jugendliche beim Projekt „SchulBrücken“ der Deutschen Nationalstiftung gemeinsam über Geschichte und Zukunft

Pünktlich zu den anstehenden Europawahlen kamen in dieser Woche im Rahmen des Projekts „SchulBrücken“ der Deutschen Nationalstiftung Schüler aus ganz Europa in Weimar zusammen, um europäische Geschichte zu reflektieren und über die Zukunft zu diskutieren. Bis Freitag, 7. Juni, nahmen die Jugendlichen an einem kreativen und interaktiv gestalteten Programm teil.

Die Schüler arbeiten in Workshops im Reithaus an der Ilm in Weimar.
Die Schüler arbeiten in Workshops im Reithaus an der Ilm in Weimar. © Die Rederei | Benjamin Jenak

In Workshops im Reithaus ging es zum Beispiel um die Organisation eines Festes zum Thema Zukunft, um philosophische Debatten oder um Foto- und Videojournalismus. Selbst erstellte Videos über eigene Interessen wurden zunächst genutzt, um sich sowohl untereinander als auch das Schnittprogramm besser kennenzulernen. Folgen soll die Arbeit an einem größeren Videoprojekt. Für philosophische Debatten erprobten sich die Schüler in Rhetorik und Körperhaltung. Alumnis vorheriger „SchulBrücken“ unterstützten die Workshops.

Im Workshop für philosophische Debatten werden den Jugendlichen Aspekte der Rhetorik und Körpersprache nähergebracht.
Im Workshop für philosophische Debatten werden den Jugendlichen Aspekte der Rhetorik und Körpersprache nähergebracht. © Die Rederei | Benjamin Jenak

Neue Menschen und Kulturen kennenlernen – in deutscher Sprache

Liam Gizci, Schüler am Gymnasium Bilíkova in Bratislava (Slowakei), erzählte von seinem Interesse an Politik und Geschichte. Am Projekt nehme er teil, um neue Gesichter zu treffen: „Dafür ist das Projekt gedacht, um andere Menschen und Kulturen kennenzulernen und sich auszutauschen.“ Vorab Erfahrungen sammeln konnte Gizci bereits bei einem Projekt der Deutschen Nationalstiftung zu den Europawahlen und zur Bedeutung des Wahlrechts. Auch während der „SchulBrücke“ stehen Notwendigkeit und Wert der Demokratie sowie die Entwicklung der Gesellschaft, die eng mit der Zukunft zusammenhängt, im Vordergrund. Gizci gefällt es, dass die Veranstaltung in deutscher Sprache stattfindet – die „SchulBrücken“ sind das einzige deutschsprachige internationale Projekt: „Die deutsche Sprache ist für viele die zweite gewählte Fremdsprache, und man lernt hier andere im deutschsprachigen Austausch kennen.“ Beeindruckt sei er von der historischen Atmosphäre der Stadt Weimar.

Kennenlernen konnten die Projektteilnehmer die wechselhafte Historie bei einer Exkursion zur Gedenkstätte Buchenwald und bei einer Erkundungstour durch Weimar, die die Schüler selbst durch Bearbeitung von Aufgaben und Vorträge über historische Ereignisse gestalteten. In Vorbereitung auf das Projekt sollten sie ihre Großeltern nach deren Vorstellungen über ihre Zukunft befragen und mitgebrachte Erinnerungstücke präsentieren – darunter fanden sich Gegenstände wie ein Brautkleid oder das Stück eines abgerissenen Stalin-Denkmals, wie Agata Klaus, Geschäftsführerin der Deutschen Nationalstiftung, verriet.