Berlin. In Frankfurt wurde eine Klimaaktivistin zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Aus Protest klebte sie sich im Gericht an einen Tisch.

Die Klimabewegung „Letzte Generation“ sorgt seit einigen Monaten nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich für Schlagzeilen. Eine der dort bekanntesten Klimaaktivistinnen, Martha Krumpeck, wurde nun vom Amtsgericht Frankfurt zu einer einmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Das machte die „Letzte Generation“ selbst in einer Pressemitteilung öffentlich.

Grund für die Anklage war demnach ihre Teilnahme an einem Straßenprotest im April 2022, bei dem sie sich mit Wissenschaftlern der Gruppe Scientist Rebellion engagierte. Krumpeck wurde laut der „Letzten Generation“ am Montag wegen „versuchter Nötigung“ für schuldig befunden und soll einen Monat in Haft verbringen. Ihre Mitangeklagte Gudula Frieling wurde zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt.

Lesen Sie auch:Schmerzgriff gegen Klimaaktivisten – Was darf die Polizei?

Letzte Generation: Deshalb klebte eine Aktivistin sich im Gerichtssaal fest

Das Urteil sorgte bei Krumpeck jedoch für Empörung: In einer Erklärung bezeichnete sie es als „Skandal“. Sie äußerte ihr Unverständnis darüber, dass ihre Straßenblockade als „versuchte Nötigung“ betrachtet wird, obwohl es den Autofahrern möglich gewesen sei, zu wenden oder von der Straße abzufahren.

Krumpeck betonte vor Gericht, den Verkehr nicht in der Art behindert zu haben, wie ihr vorgeworfen wurde, und argumentierte, dass die Autos jederzeit an ihr vorbeifahren oder alternative Routen nutzen konnten. In einem Interview mit dem Nachrichtenportal „oe24“ äußerte sie sich sarkastisch und sagte: „Wahrscheinlich ist es dann auch Nötigung, wenn die Oma mit dem Rollator zu langsam über den Zebrastreifen geht.“

Aus Protest gegen diese „Justizwillkür“, wie es in der Erklärung heißt, klebten Krumpeck und Frieling sich daher noch während der Urteilsverkündung im Gerichtssaal an einem Tisch fest. Dieser wurde schließlich mitsamt den Aktivistinnen vor das Gerichtsgebäude gebracht, wo Krumpeck sich mithilfe ihrer Anwältin schließlich davon löste.

Deshalb setzt Martha Krumpeck ihren Protest in jedem Fall fort

Das Urteil gegen Krumpeck ist noch nicht rechtskräftig. Krumpeck will sich mit ihrem Anwalt beraten, ob sie Rechtsmittel einlegt. Im Interview mit „oe24“, sagte die Klimaaktivistin, dass sie einerseits bereit sei, die einmonatige Haftstrafe zu verbüßen und dann unmittelbar nach ihrer Entlassung wieder auf die Straße zu gehen. Andererseits bestehe auch die Möglichkeit, dass die nächste Instanz den Fall anders beurteilt und den Vorwurf der versuchten Nötigung als unbegründet ansieht.

Unabhängig von der rechtlichen Entwicklung plant Krumpeck, ihren Protest fortzusetzen. „Ich werde weiter friedlich Widerstand leisten“, erklärte die Klimaaktivistin in einem vor dem Gerichtsgebäude aufgenommenen Video.

(cla)

Lesen Sie mehr über die Letzte Generation: