Gerlinde Sommer zum Ausgang der Wahlen.

Noch mal alles gut gegangen. So sagen manche, wenn sie auf die jüngsten Stichwahl-Ergebnisse in Thüringen blicken. Sie meinen damit, dass die Wählerinnen und Wähler mehrheitlich entschieden haben, die Chefposten in den Landkreisen nicht jenen AfD-Kandidaten zuzutrauen, die sehr weit weg scheinen von den realen kommunalen Herausforderungen. Es lässt sich wohl sagen: Wenn es um die konkrete Arbeit in der nächsten Umgebung geht, ist dann doch jemand gefragt, der im demokratischen Sinne solide erscheint. Und der nicht so tut, als könne er als kommunaler Spitzenbeamte Bundes- oder gar Europapolitik machen.

Es ist erfreulich, dass vielen Menschen klar ist, wer wofür welche Verantwortung trägt in ihrer unmittelbaren Umgebung. Und dass sie das bei ihrer Wahlentscheidung berücksichtigt haben.

Aber am Sonntag wurde nicht nur an vielen Orten die Kommunalspitze bestimmt. Es war auch Europawahl. Und dieses Ergebnis muss mit Blick auf die Landtagswahl am 1. September zu denken geben. Ein Thüringen, in dem die AfD die stärkste Kraft im Landtag stellt, würde bald nicht mehr dem Freistaat gleichen, der bisher in ganz Deutschland und weit darüber hinaus einen guten Ruf hat und als lebenswert gilt. Natürlich lässt sich das alles in Abrede stellen. Die Aufbauleistungen der Menschen hier haben das aber nicht verdient. Gerade dies sollte uns bewegen, für eine freies, liebenswertes Land zu werben. Solange noch Zeit dafür ist.