Frühere Stasi-Haftanstalt

Gedenkstätten-Direktor: DDR-Aufarbeitung nicht fertig

Blick in eine früehre Zelle in der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

Blick in eine früehre Zelle in der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

Foto: dpa

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Berlin.Der neue Direktor der zentralen Stasiopfer-Gedenkstätte in Berlin will die Aufarbeitung auf eine neue Stufe stellen.

Neben Führungen mit früheren Häftlingen durch das einstige Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit werde nun verstärkt das Umfeld mit einbezogen, sagte Helge Heidemeyer der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe deutlich mehr Touren durch das einstige Sperrgebiet um die Stasi-Haftanstalt oder Rundgänge im einstigen Haftkrankenhaus. Zudem werden Zellen im früheren Gefängnis mit elektronischen Medien ausgestattet.

"Wir stellen uns den Herausforderungen der Zukunft", betonte der Historiker. Er freue sich über jeden Besucher, der sich für die DDR-Vergangenheit interessiere, doch "was wir quantitativ leisten, liegt an der Obergrenze". Jetzt gehe es um noch mehr Qualität der Führungen.

Der Politikwissenschaftler und Historiker Heidemeyer, der zuletzt Chef der Abteilung Bildung und Forschung in der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen war, leitet die Gedenkstätte seit Anfang September. Der langjährige Direktor Hubertus Knabe war abberufen worden. Ihm wurde zur Last gelegt, nicht konsequent gegen sexuelle Belästigungen von Frauen in der Gedenkstätte vorgegangen zu sein. Der juristische Streit um seinen Rauswurf wurde mit einem Vergleich beendet.

Die Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen ging aus dem zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit hervor, die dort von 1951 bis 1989 mehr als 11.000 Menschen einsperrte. Darunter waren Oppositionelle wie Bärbel Bohley oder Jürgen Fuchs. Im Vorjahr kamen laut Kulturverwaltung etwa 470.000 Interessierte. Derzeit führen rund 110 Referenten Besucher durch den einstigen Gefängniskomplex. Rund ein Drittel davon sind noch frühere Häftlinge.

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