Neue Umfrage

Linke Minderheitsregierung beliebter als AfD-CDU-Koalition

Eine neue Umfrage zeigt: Eine Koalition unter Führung der CDU wird von einer großen Mehrheit abgelehnt.

Die Linke in der Favoritenrolle: Landes- und Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow (links) Ministerpräsident Bodo Ramelow (Mitte) und Staatskanzleichef Benjamin Hoff (im Hintergrund) vor ersten Gesprächen mit SPD und Grünen.

Die Linke in der Favoritenrolle: Landes- und Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow (links) Ministerpräsident Bodo Ramelow (Mitte) und Staatskanzleichef Benjamin Hoff (im Hintergrund) vor ersten Gesprächen mit SPD und Grünen.

Foto: Foto: Sascha Fromm

Jeder dritte Thüringer Wahlberechtigte befürwortet eine Linke-geführte Regierung. Für eine Koalition unter Führung der CDU oder der AfD sprechen sich hingegen deutlich weniger aus.

Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Umfrage des Erfurter Insa-Instituts im Auftrag dieser Zeitung, für die 509 Personen ab 18 Jahren in den vergangenen Tagen befragt wurden.

Am höchsten ist die Zustimmung für eine Linke-geführte Minderheitsregierung, wie sie die Partei derzeit bereits mit SPD und Grünen verhandelt. 33 Prozent der Befragten befürworten das Modell, 30 Prozent lehnen es ab, 26 Prozent stehen ihm neutral gegenüber.

Etwas geringer ist die Sympathie für ein Bündnis von Rot-Rot-Grün mit der FDP, das über eine knappe Mehrheit von zwei Stimmen im Landtag verfügte. Auch für diese Viererkoalition sind 33 Prozent, allerdings gibt es hier mit 37 Prozent mehr Gegner. 19 Prozent sehen diese Konstellation neutral. Sie wird allerdings bislang von den Liberalen kategorisch ausgeschlossen.

Linke-CDU-Koalition unter den Favoriten

Auch unter den Favoriten: Ein Bündnis von Linke und CDU, das eine deutliche Mehrheit im Landtag besäße. Für diese Koalition sind 31 Prozent – und 34 Prozent dagegen. 23 Prozent könnten damit leben. Doch hier hat die CDU alle offiziellen Gespräche abgelehnt.

Im deutlichen Kontrast dazu steht die überwältigende Ablehnung einer CDU-geführten Minderheitsregierung. 61 Prozent sind dagegen – und nur 13 Prozent dafür. Noch stärker ist die Ablehnung aller Regierungsformationen, an denen die AfD beteiligt wäre.

Die Regierungsbildung wird nach der Landtagswahl am 27. Oktober kompliziert. Seit Donnerstag ist offiziell, dass die die FDP dem neuen Thüringer Landtag angehört. Laut dem amtlichen Endergebnis übersprangen die Liberalen die Fünf-Prozent-Hürde um 73 Stimmen.

Damit sitzen erstmals sechs Parteien im Parlament. Weil mit der AfD keine andere Partei koalieren will sowie darüber hinaus CDU und FDP eine Zusammenarbeit mit der Linken ausgeschlossen haben, bleiben als realistische Optionen nur Minderheitsregierungen. Hier verfügt die aktuelle rot-rot-grüne Koalition mit 42 Abgeordneten über die zahlreichsten Stimmen.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Regierungsbildung in Thüringen lesen Sie im Liveblog

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