Matschie droht Rauswurf aus SPD-Bundesvorstand

Erfurt.  Die Thüringer Landespartei könnte auf dem Bundesparteitag den einzigen Spitzenposten in der Bundesspitze verlieren.

Christoph Matschie (Archivfoto).

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Foto: Jens König

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In der Thüringer SPD wachsen die Befürchtungen, dass der Landesverband erstmals nicht mehr in der Bundesspitze der Partei vertreten sein wird. Dem bisherigen Bundesvorstandsmitglied Christoph Matschie werden bei der Neuwahl auf dem Parteitag in Berlin nur geringe Chancen eingeräumt.

Wichtigster Grund dafür ist der deutlich verkleinerte Bundesvorstand, der nur noch aus 35 statt 45 Mitgliedern bestehen soll. Zudem ist nach dem Landtagswahlergebnis von nur 8,2 Prozent die Lobby der Landespartei nochmals geschrumpft. Und: Der Bundestagsabgeordnete Matschie gilt mit 58 Jahren und fast 30-jähriger Tätigkeit in der Berufspolitik nicht als Vertreter des geforderten Neuanfangs.

44 Kandidaten für 25 Beisitzer-Posten

„Es wird sicher sehr schwierig, den Thüringer Sitz im verkleinerten Parteivorstand zu verteidigen“, räumte Landesparteichef Wolfgang Tiefensee ein. Auch Matschie sprach von einer „schweren Aufgabe“. Nach seinen Angaben bewerben sich auf die nur noch 25 Beisitzer-Posten 44 Kandidaten. Thüringen stellt nur 7 der insgesamt 600 Delegierten.

Die Kandidatur Matschies ist in der Landespartei umstritten. Er hatte sich bei seiner Nominierung im Landesvorstand nur knapp in einer Kampfabstimmung gegen die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Kaiser und Innenminister Georg Maier durchsetzen können.

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