TLZ-Umfrage: CDU und AfD wegen Flüchtlingskrise vor Rot-Rot-Grün

Weimar/Erfurt  Die Flüchtlingskrise hat Auswirkungen auf die politische Stimmung im Freistaat: Würde jetzt in Thüringen der Landtag gewählt, hätten SPD, AfD und Grüne Zuwächse, Bodo Ramelow wäre aber ohne Mehrheit.

Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, müsste Bodo Ramelow laut unserer neuesten Umfrage sein Amt als Ministerpräsident Thüringens abgeben. Die CDU könnte dagegen mit der AfD oder der SPD regieren. Foto: Marco Kneise

Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, müsste Bodo Ramelow laut unserer neuesten Umfrage sein Amt als Ministerpräsident Thüringens abgeben. Die CDU könnte dagegen mit der AfD oder der SPD regieren. Foto: Marco Kneise

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Die politische Stimmung im Land ist offenbar im Umbruch: Wenn jetzt Landtagswahl wäre, hätte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) keine rot-rot-grüne Mehrheit, da die Linke in der Wählergunst erhebliche Einbußen zu verzeichnen hat. CDU und AfD lägen mit 47,5 Prozent knapp vor Rot-Rot-Grün mit 46,5 Prozent.

Das ist das Ergebnis der aktuellen TLZ-Sonntagsfrage. Das Erfurter Insa-Institut hat vom 7. bis 12. Oktober 1017 Personen repräsentativ befragt, wem sie ihre Stimme geben würden. Das Ergebnis ist der aktuelle Thüringen-Trend. Die SPD hat demnach erheblich in der Wählergunst zugelegt. Auch AfD und Grüne punkten. Die CDU käme derzeit auf 35,5 Prozent. Bei der Wahl vor 13 Monaten hatte sie 33,5 Prozent. Im Juli 2015 sprachen sich 38 Prozent für die CDU aus; bei der TLZ-Umfrage im April hatte sie sogar 40 Prozent erhalten.

Für die Linke sprechen sich aktuell 24,5 Prozent aus. Bei der Landtagswahl am 14. September 2014 hatte sie 28,2 Prozent erhalten. Im Vergleich zur TLZ-Umfrage im Juli, als die Linke bei 30 Prozent lag, büßt sie sogar 5,5 Prozent ein.

Die SPD ist derzeit mit 15,5 Prozent der Gewinner. 12,4 Prozent hatte sie bei der Landtagswahl erreicht. Bei den beiden TLZ-Umfragen im April und Juli erreichte sie jeweils elf Prozent.

Die AfD käme aktuell auf 12,0 Prozent: Bei der Landtagswahl hatte sie 10,6 Prozent erreicht, war aber in den Umfragen im April (10 Prozent) und Juli (8) abgerutscht. Die Grünen stehen mit 6,5 Prozent bei der jetzigen Umfrage besser da als zur Wahl (5,7 Prozent) und bei den Umfragen im April und Juli (jeweils 6). Für andere Parteien würden sich derzeit 6,0 Prozent der Befragten entscheiden; bei der Landtagswahl waren es 9,7 Prozent.

Klar ist: Alle fünf Landtagsfraktionen würden derzeit ohne Schwierigkeiten den Sprung in den Landtag schaffen. Die drei kleineren Fraktionen – SPD, Grüne und AfD – würden im Vergleich zur Befragung im Juli und im Vergleich zur Landtagswahl zulegen. Die Linke verliert im Vergleich zur Juli-Umfrage und zur Landtagswahl am deutlichsten. Die Union verliert auch im Vergleich zur Juli-Umfrage, ist aber stärker als zur Landtagswahl vor 13 Monaten. Insa-Chef Hermann Binkert erklärt: „Das Flüchtlingsthema prägt die politische Stimmung im Land. Das geht vor allem zu Lasten der führenden Regierungspartei, der Linken. Sie trägt Verantwortung und wird verantwortlich gemacht.“ Die Thüringer SPD zeige ein eigenes Profil in der Flüchtlingspolitik: „Das stärkt die Sozialdemokraten.“ Die Thüringer CDU könne sich „nicht vom negativen Bundestrend abkoppeln. Sie ist aber der strategische Sieger, da nach der aktuellen Umfrage gegen und ohne sie nicht regiert werden kann. Die CDU könnte sich derzeit den Koalitionspartner aussuchen“, erläutert er.

Bernd Hilder analysiert die TLZ-Umfrage: Flüchtlingskrise hat starken Einfluss auf den Thüringen-Trend

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