Mühlhausen: Online-Marktplatz öffnet

Mühlhausen  50 Mühlhäuser Händler, Gastronomen und Gewerbetreibende stellen sich vor. Funktion des Web-Kaufhauses ist vorerst wenig gefragt.

Toni Trabert entwickelte die Webseite für den Online-Marktplatz Mühlhausen.

Toni Trabert entwickelte die Webseite für den Online-Marktplatz Mühlhausen.

Foto: Daniel Volkmann

Schwieriger als erwartet gestaltet sich der Start für den Mühlhäuser Online-Marktplatz. Im März gab es 30 Interessenten; mit 60 habe man zu diesem Zeitpunkt gerechnet, sagte Toni Trabert, er ist Gesellschafter der Firma „5 Finken“ GbR und hat die Idee vom virtuellen Schaufenster mit Onlineshop-Funktion und einem Guthabenkonto für Kunden, Vereine und Verbände entwickelt.

Inzwischen sind es 50, mit denen am Montag – nach anderthalb Jahren der Vorbereitung – der Online-Marktplatz Mühlhausen geöffnet wurde. Das ist ein halbes Jahr später als avisiert. Eine Hand voll Händler nutzt die Plattform als Kaufhaus. Ein Online-Kaufhaus zu eröffnen, das war die ursprüngliche Intension eines im Frühjahr 2018 von einer Hamburger Firma vorgestellten ähnlichen Portals. Die Norddeutschen konnten sich mit ihren Ideen im ländlichen Raum um Mühlhausen aber nicht durchsetzen.

Die Probezeit des Online-Marktplatzes ist auf sechs Monate ausgelegt, dann könne jeder für sich entscheiden, ob er das Angebot aufgreift.

Händler werden im Bild und mit ihrem Angebot vorgestellt. Sie platzieren ihre Marken, besondere Produkte, Reservierungsmöglichkeiten, Öffnungszeiten. „Wir wollen zeigen: Wer steht hinter diesem Laden?, wollen persönlich sein.“ Der „Online-Marktplatz“ www.mhl-marktplatz.de ist in erster Linie ein digitales Schaufenster in die Innenstadt, um die Leute ins Zentrum zu ziehen. „Wir wollen unsere Innenstadt stärken – auch mit einem integrierten Bonussystem, mit dem pro Einkaufs-Euro der Kunde einen Punkt verdient.“ Trotzdem gibt es eine Verkaufsfunktion.

Verabschiedet haben sich Trabert und die „5 Finken“ von der Idee, bestellte Ware am selben Tag auszuliefern. „Die Händler wollten es nicht.“ Angedacht war Auslieferung über einen Sammelpunkt am Steinweg. Dorthin sollten die Händler das georderte Produkt bringen, das dann in den Abendstunden, zwischen 19 und 21 Uhr, von „Marktplatz“-Mitarbeitern ausgefahren wird. Diese Idee liegt vorerst auf Eis.

Das digitale Schaufenster informiert über Einkaufen, Essen und Trinken, Parken, kulturelle Veranstaltungen. „Wir wollen die Mühlhäuser und unsere Gäste an die Hand nehmen und ihnen vorschlagen, was sie in erleben können“, meint Trabert. „Wir wollen das Einstiegsportal für die sein, die nach Mühlhausen kommen.“ In den ersten sechs Monaten können sich die Firmen kostenfrei auf der Seite präsentieren. „Geld verdienen wir mit dem Projekt nicht, es ist uns Herzensangelegenheit.“

Mit dem Start der Online-Plattform sieht sich Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) einen weiteren Schritt vorangekommen auf dem Weg zur Digitalisierung. Für derartige Projekte hatte sich in den vergangenen Jahren im Stadtrat vor allem die Fraktion der Bürgerliste stark gemacht. Mittlerweile hat der Rat 50.000 Euro für flächendeckend freies WLAN in der Innenstadt freigemacht. Zudem werde aktuell auch die Internetseite der Stadt umgestaltet.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.