Die VG Hanstein/Rusteberg macht sich hübsch

Hohengandern.  Acht der 14 Hanstein-Rusteberg-Dörfer sind jetzt im Dorferneuerungsprogramm, und drei weitere wollen hinein. Insgesamt sollen im ersten Jahr 1,5 Millionen Euro investiert werden.

Falko Degenhardt, staatlich beauftragter Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Hanstein/Rusteberg, spricht über die wichtigsten Vorhaben in Sachen Dorferneuerung in einigen Gemeinden der VG.

Falko Degenhardt, staatlich beauftragter Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Hanstein/Rusteberg, spricht über die wichtigsten Vorhaben in Sachen Dorferneuerung in einigen Gemeinden der VG.

Foto: Silvana Tismer

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Vierzehn Dörfer zählt die Verwaltungsgemeinschaft Hanstein/Rusteberg. Acht davon sind jetzt in der Dorferneuerung. „Und Arenshausen, Hohengandern und Gerbershausen bereiten eine gemeinsame Bewerbung vor“, weiß Falko Degenhardt. Sollte es nächstes oder übernächstes Jahr klappen, dann sind es elf der 14 Dörfer. „Das gab es noch nie“, freut sich der staatlich beauftragte Vorsitzende der VG über seine rührigen Gemeinden.

Bornhagen ist seit Ende 2017 im Förderprogramm. Viel ist schon passiert, einiges aber muss noch folgen. Im September 2019 konnten weitere Hanstein/Rusteberg-Bürgermeister ihre Urkunden in Erfurt entgegennehmen. Die Gemeinden Rustenfelde, Rohrberg, Schachtebich, Burgwalde, Marth und Freienhagen – die Rusteberg-Dörfer – bilden eine Planungsregion. „Das heißt, dass man gemeinsam plant und die Planungskosten zusammen übernimmt. Gebaut wird aber in jeder Gemeinde eigenständig“, erklärt Degenhardt. „Strikt nach Haushaltslage.“

Auch Hausbesitzer können profitieren

Für die Rusteberg-Dörfer gab es einen Planungswettbewerb. Den hat die Thüringer Entwicklungsgesellschaft gewonnen, also das Amt, das auch für die Mittel der Dorferneuerung zuständig ist. Selbstverständlich sind die ersten Maßnahmen pünktlich zum 15. Januar eingereicht worden. „Jetzt warten wir auf die Eingangsbestätigung und hoffen auf schnelle Zuwendungsbescheide, damit es losgehen kann. Die Zeitschienen sind nämlich eng“, sagt Degenhardt. Kommunen werden über das Dorferneuerungsprogramm mit 65 Prozent gefördert, private Maßnahmen mit immerhin 35 Prozent, wenn sie in die Richtlinien passen. Degenhardt weiß von einer ganzen Anzahl privater Hausbesitzer, die sich diese Chance nicht entgehen lassen wollen.

Im ersten Maßnahmenkatalog sind die wichtigsten Dinge in jedem Ort aufgeführt. „Es sind die, die unbedingt erledigt werden müssen“, erklärt der VG-Chef. In Marth zum Beispiel geht es nicht nur um die Ausstattung des Gemeindesaales, sondern auch um das Dach, das dringend saniert werden müsste. Den Burgwäldern liegt die Außenfassade des dortigen Dorfgemeinschaftshauses im Magen. In Rohrberg muss der Blitzschutz am Kindergarten umgebaut werden. Alles Maßnahmen, die richtig Geld kosten.

Nummer acht im Bunde der „Dorferneuerer“ ist Kirchgandern. Die Gemeinde hatte sich eigenständig beworben und wurde ebenfalls ausgewählt. Hier geht es um wichtige Straßenbauprojekte und Außengestaltungen. Jedenfalls im ersten Bewerbungsjahr.

„Erst die Pflicht, dann die Kür“

Natürlich gebe es in allen acht Gemeinden und auch in den dreien, die ihre Bewerbung vorbereiten, noch viele Wünsche und Ideen. Aber nach dem Motto „Erst die Pflicht, dann die Kür“ gehe es vorerst um die dringlichsten Dinge. „Danach müssen wir sehen, was machbar und finanzierbar ist“, sagt Degenhardt. Und was in allen Dörfern ein Thema sei, sei die Neugestaltung der jeweiligen Friedhöfe und Bushaltestellen.

Vor allem im Bereich Tourismus gibt es schon Ideen. „Am Hanstein funktioniert es, aber der Rusteberg liegt noch im Dornröschenschlaf“, sagt Degenhardt. Vorstellbar sei zum Beispiel eine Aussichtsplattform auf dem Berg, Rustenfelde wünsche sich ein Pilgerzimmer. Aber das sei alles noch Zukunftsmusik und auch nur in Zusammenarbeit mit Partnern möglich. „Wir werden sehen“, sagt Degenhardt. Immerhin gehe es auch jetzt schon um ordentliche Summen. Zusammengerechnet und wenn alle Projekte bewilligt werden, sollen im ersten Jahr etwa 1,5 Millionen Euro investiert werden.

Für 2020 geplante Maßnahmen


Bornhagen
Straßenbau Feldstraße 270.000 Euro; Trauerhalle und Friedhof 100.000 Euro

Burgwalde Planung Renovierung Dorfgemeinschaftshaus

Freienhagen Umbau Bushaltestelle 28.000 Euro, Einzäunung und Außengelände Friedhof 72.000 Euro

Kirchgandern Neugestaltung Außenanlage Kindergarten 32.000 Euro, Verrohrung Gänsebach 370.000 Euro, Neugestaltung Fußweg auf den Röhren 125.000 Euro, Straßenraumgestaltung Bethlehem 230.000 Euro

Marth Ausstattung Gemeindesaal 31.000 Euro

Rohrberg Umbau des Blitzschutzes für den Kindergarten 111.000 Euro

Rustenfelde Umstellung Beleuchtung Sportplatz auf Energiespar-Variante 33.000 Euro, Fassade Gaststätte 135.000 Euro

Schachtebich Planung Maßnahmen Dorfgemeinschaftshaus

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