Das neue Sozialzentrum soll Ortsteil Stregda richtig aufwerten

Stregda.  ASB-Regionalverband investiert 3,5 Millionen Euro in Erweiterungsbau für „Haus am alten See“ in Eisenacher Ortsteil.

Richtspruch von Zimmermeister Frank Weiß von der Firma Manfred Weiß & Söhne aus Oberdorla sowie Architektin Reneé Möser aus Erfurt.

Richtspruch von Zimmermeister Frank Weiß von der Firma Manfred Weiß & Söhne aus Oberdorla sowie Architektin Reneé Möser aus Erfurt.

Foto: Norman Meißner

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das durchaus erfolgreiche und gelobte Konzept von pflegebedürftigen Senioren und quirligen, neugierigen Kindergartenkindern unter einem Dach im Eisenacher Ortsteil Stregda, baut der ASB-Regionalverband Südwestthüringen jetzt weiter aus. Dies gelingt mit einem stattlichen Erweiterungsbau an der Mühlhäuser Chausee, Ecke Kanalstraße, für das Sozialzentrum „Haus am See“. Der Wohlfahrtsverband investiert rund 3,5 Millionen Euro in den Neubau in Stregda, der in unmittelbarer Nähe zum Seniorenpflegeheim mit der Kindertagesstätte „Pusteblume“ entsteht.

„Wir hatten viele Pläne, wie wir den Erweiterungsbau am besten nutzen könnten und erst während der Bauphase haben wir uns entschieden, in Parterre 46 Kita-Plätze zu schaffen“, erzählt der Geschäftsführer des Regionalverbands, Thorsten Junge, zum Richtfest. Damit wachse die Kapazität am Standort Stregda auf voraussichtlich 90 Kinderbetreuungsplätze.

Eine Hauswohngemeinschaft soll erste Etage des Neubaus beziehen

Drei Plätze seien im Neubau für Kinder unter drei Jahren reserviert. In der Kita „Pusteblume“ bestanden bislang 60 Plätze, die sich mit dem Neubau aber entsprechend reduzieren. „Es gibt ständig Veränderungen nach oben bei den Kinderzahlen und der ASB hat wirklich schnell reagiert“, freut sich Ingo Wachtmeister, Dezernent für Bildung, Jugend, Kultur und Soziales. Über Investmittel von Bund und Land kann die Stadt das Bauprojekt mit insgesamt 400.000 Euro unterstützen.

Die untere Etage erhält neben zwei Gruppenräumen, Sanitärräume und einem Kinderrestaurant auch sieben überdachte Auto-Stellplätze und einen Standplatz für Fahrräder. Insgesamt seien auf dem Hof zwischen dem bestehenden Bau und dem Erweiterungsbau insgesamt 16 Auto-Stellplätze geplant. Ferner zieht der Friseur aus dem Seniorenpflegeheim in Parterre-Räume, die zur Mühlhäuser Chaussee, Ecke Kanalstraße, liegen. „In die alten Räumlichkeiten des Friseurs kommt die Pflegedienstleitung sowie weitere Büros“, informiert Thorsten Junge die gut 70 Gäste des Richtfests.

In der ersten Etage des Neubaus mit einer Gesamtnutzfläche von 1300 Quadratmetern beabsichtigt der ASB, eine Hauswohngemeinschaft einzurichten. Die Zahl der Pflegeplätze springe damit am Standort Stregda von bislang 56 auf 68. „Wir werden auch zwei Plätze zur Kurzzeitpflege schaffen“, betont der ASB-Geschäftsführer. In der Dachetage, die nicht massiv, sondern aus einem Fachwerk-Ständerbau entsteht, seien fünf barrierefreie Seniorenwohnungen vorgesehen.

„Vor sieben Monaten ist hier mit dem Aushub begonnen worden“, erzählt Architektin Reneé Möser, die sich freut, dass sie nach 13 Jahren auch den Erweiterungsbau für den ASB planen durfte. Zwei Meter tief schachteten Bauleute, um Altlasten zu beseitigen und tragfähigen Boden für die Gebäudegründung zu erreichen. „Es sind 4700 Kubikmeter umbauter Raum – das entspricht vier bis fünf Einfamilienhäuser“, sagt die Architektin über den Neubau. Auf der Grünfläche zwischen dem Neubau und der Mühlhäuser Chaussee soll ein kleinerer Spielplatz entstehen. Die Kinder im Neubau können auch das bestehende, weitläufige Spielgelände hinter der „Pusteblume“ mit nutzen. „Wir hoffe, dass wir im November einziehen können“, sagt ASB-Vorstandsvorsitzender Torsten Tikwe. Bislang seien etwa 60 Prozent der nötigen Bauleistungen vergeben.

Brücke verbindet Erweiterung,Pflegeheim und Dachgeschoss

Über zwei Treppenhäuser und einen Lift lassen sich die oberen Etagen des Erweiterungsbaus erreichen. Ferner entsteht von dem Treppenhaus mit dem Fahrstuhl abgehend eine geschlossene Brücke über zwei Etagen in das bestehende Pflegeheim. Die obere Etage der Brücke führt direkt in das Dach des Seniorenpflegeheims in einen bislang nicht genutzten Raum. In diesem Bereich schafft der ASB im Zuge der Baumaßnahmen den „Raum der Begegnung“.

Dieser kleine Saal mit spitzem Giebel eigne sich für Feiern bis maximal 60 Personen, der gern auch für private Feiern von Stregdaern angemietet werden dürfe. Für dieses Projekt baute der Hausmeister bereits mehrere Dachflächenfenster ein.

„Es wird auch eine Küchenzeile eingebaut und der angrenzenden Hauswirtschaftsraum wird zu Toiletten umgebaut“, erzählt Thorsten Junge seinen Gästen während eines Rundgangs. Die Deutsche Fernsehlotterie unterstützt den „Raum der Begegnung“ mit einer Summe insgesamt 106.000 Euro. „Das Sozialzentrum und dieser Raum werten Stregda richtig auf – er wird den Ortsteil weiter beleben“, freut sich Ingo Wachtmeister besonders, dass diesen Saal auch Einwohner nutzen dürfen.

Die Bausumme von insgesamt etwa 3,5 Millionen Euro finanziert sich aus 0,5 Millionen Euro ASB-Eigenmitteln, einer 2,5 Millionen Euro Kreditaufnahme, den 400.000 von Bund und Land sowie dem Lotteriegeld.

Dem Sozialzentrum Haus am alten See fehlt dann nur eins – ein See. „Wir werden auf dem Gelände hinter dem Haus einen kleinen Koi-Teich anlegen, das wird aber erst im nächsten Jahr etwas“, verspricht Thorsten Junge.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren