Angebote für Busgruppen und Aktivtouristen in Eisenach

Eisenach  Touristiker wollen neue Einnahmequellen erschließen. Aktivurlauber als weitere Zielgruppe

Susanne Andreas, Mitarbeiterin der Eisenach Wartburgregion Touristik Gesellschaft, zeigt vor dem Rathaus ein Gerät, mit dem Stadtbesucher Sehenswürdigkeiten der Wartburgstadt selbst erkunden können.

Susanne Andreas, Mitarbeiterin der Eisenach Wartburgregion Touristik Gesellschaft, zeigt vor dem Rathaus ein Gerät, mit dem Stadtbesucher Sehenswürdigkeiten der Wartburgstadt selbst erkunden können.

Foto: Norman Meißner

Aktivtouristen sind eine Zielgruppe, auf die sich Eisenacher Touristiker künftig konzentrieren wollen. Deren Zahl steigt bundesweit. Weiter wird auf die klassischen Städte- und Kulturtouristen gesetzt. Außerdem soll das Augenmerk wieder mehr auf Busgruppen liegen. Die Eisenach-Wartburgregion Touristik GmbH (kurz EWT) will den Kontakt zu den entsprechenden Reiseveranstaltern suchen, um maßgeschneiderte Angebote zu unterbreiten.

Das geht aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens für 2018 hervor, der zur jüngsten Sitzung des Stadtrats vorgelegen hat. Im vergangenen Jahr sind 336.530 Übernachtungen in Eisenach registriert worden. Das sind sieben Prozent weniger als 2017. Dieses Jahr gilt aber als Ausnahme wegen des Reformationsjubiläums und des Deutschen Wandertags. Es kann „nur sehr bedingt als Vergleichsgröße“ herangezogen werden, macht Carola Schumacher, kommissarische Geschäftsführerin, aufmerksam. Als Vergleichsgröße gilt daher das Jahr 2015. Damals lag die Zahl der Übernachtungen bei 327.201. Folglich wurde im vergangenen Jahr ein Plus von drei Prozent erreicht. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste liegt jedoch unverändert bei 1,7 Tagen und konnte selbst 2017 nicht gesteigert werden.

EWT ist direkter Ansprechpartner für Veranstalter

Die EWT ist die zentrale Anlaufstelle für Gäste der Stadt und des Umlandes, aber auch für Eisenacher. Gern angenommen wird von Touristen wie Einheimischen der Ticketverkauf für Veranstaltern, wobei eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Anbietern besteht. Außerdem ist die EWT der direkte Ansprechpartner für kleine und regionale Veranstalter. Verkauft werden in der Tourist-Information im Stadtschloss am Markt außerdem Bücher und Souvenirs. Die Umsätze daraus sind zwar gegenüber dem Ausnahmejahr 2017 gefallen, aber gegenüber 2015 wiederum ist laut Schumann „eine positive Entwicklung erkennbar“.

Das städtische Unternehmen vermittelt Übernachtungen, koordiniert Stadtführungen, organisiert Tagesprogramme, Gruppen- und Pressereisen. Die Vermittlung erfolgt auf dem Postweg, per E-Mail, telefonisch oder als persönliche Anfrage vor Ort. Eisenach hat sich zudem der Plattform „Booking.com“ angeschlossen und ist damit Vorreiter für Thüringen. Die Erfahrungen daraus: Es gibt mehr Buchungen, weil neue Vermieter vor allem von Ferienwohnungen dazu gekommen sind, aber die Erlöse steigen nicht. Die Provision ist niedriger als beim Internetportal „Thüringen buchen“.

Die EWT bleibt für die Stadt ein Zuschussgeschäft mit jährlich 300.000 Euro. „Wir sind bestrebt, unsere Einnahmen weiter zu erhöhen und neue Quellen zu erschließen“, betont Schumacher. Sie hat die Nachfolge von Heidi Günther angetreten, die nach langer Krankheit das Unternehmen verlassen hat. Eine Entscheidung zur Neubesetzung der Stelle ist noch nicht gefallen. Als ein neues Standbein für die Gesellschaft sieht Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) den Bereich Stadtmarketing an. Aber auch dafür müssen noch Voraussetzungen geschaffen werden.

Zu den Kommentaren