Erfurt. Am Samstag öffnete der Erfurter Altstadtfrühling seine Tore. Einer kennt alle Attraktionen und Imbißbuden ganz genau: Unterwegs mit Marktleiter Sven Kaestner.

Seit Samstagmorgen blinkt, tönt und duftet es auf dem Erfurter Domplatz: Der Altstadtfrühling ist eröffnet. Wie ein Sheriff durch sein Dorf, läuft Marktleiter Sven Kaestner über das Volksfest: Hier ein Plausch, dort ein freundliches ‚Hallo‘ - alle kennen „den Sven“ und freuen sich, wenn er kurz stehen bleibt. Das Handy in seiner Tasche bimmelt fast ununterbrochen.

275.000 Menschen kamen letztes Jahr

„Um 15 Uhr ist heute die offizielle Eröffnung, aber ab elf ging es schon los“, sagt Kaestner. Mit seinem Team wuselt er umher und biegt alles gerade, was kurz nach Start des Volksfestes noch zu klären ist.

Letztes Jahr kamen über den gesamten Zeitraum 275.000 Menschen. „Eine vergleichbare Zahl in diesem Jahr wäre schon der Wunsch“, sagt Kaestner. Das Besondere an Erfurt: „Die Atmosphäre. Wir sind hier mitten in der Stadt, vor der Domkulisse, nicht irgendwo außerhalb wie bei anderen Volksfesten.“

Ein fliegender Teppich auf dem Domplatz

Und für die Atmosphäre haben sich Kaestner und sein Team kräftig ins Zeug gelegt: „Wir hatten über 300 Bewerbungen von Schaustellern und haben am Ende 56 Geschäfte ausgewählt.“

„Ich will gar kein größerer Platz sein“, sagt Kaestner. In Erfurt sei das Publikum sehr unterschiedlich und es gebe keine Dopplungen von Attraktionen.

„Es ist für alle was dabei: Vom Überkopf-Fahrgeschäft bis zum größten „fliegenden Teppich“ Europas“, sagt Kaestner nicht ohne Stolz. Was darunter die beste Attraktion sei, soll aber jeder für sich selbst entscheiden. Auch für weniger höhen- und umdrehungstaugliche Gäste hat der Altstadtfrühling etwas zu bieten.

Auch für weniger Abenteuerlustige etwas geboten

„Langós, Pommes und so weiter, das kennen die Leute“, so Kaestner. Deshalb achte er bei der Auswahl auch darauf, dass es ein wirklich breites Angebot an Imbißbuden gibt. Zudem gebe es viele Möglichkeiten, sich zu setzen. „Wer es in den Fahrgeschäten zu wild getrieben hat, kann da kurz verschnaufen“, scherzt der Marktleiter.

Für die Verschnaufpause: Auf dem Altstadtfrühling können weniger Abenteuerlustige auch von unten zuschauen.
Für die Verschnaufpause: Auf dem Altstadtfrühling können weniger Abenteuerlustige auch von unten zuschauen. © Adrian Lächele

„Ein echtes Highlight“

Wer den Altstadtfrühling von der Marktstraße aus kommend betritt, dem fallen sie sofort ins Auge: Bänke. Aber nicht irgendwelche, sondern „von den Kollegen des Garten- und Freidhofamtes geschnitzte Holzbänke mit Erfurt-Motiven“, sagt Kaestner.

Die Möglichkeit wird gerne angenommen: An diesem Samstagmorgen lassen sich viele Gäste auf der (geschnitzten) Krämerbrücke, dem Dom mit Severi-Kirche, oder einem „Blumenstadt“-Logo nieder. Mit dem angelegten Beet neben und hinter den Bänken entsteht ein echter Hingucker im Eingangsbereich.

Sicherheit wird immer wichtiger

„Klar hat das Thema Sicherheit in den letzten Jahren zugenommen“, sagt Kaestner. Aber Erfurt sei mit einem privaten Sicherheitsdienst und klaren Flucht- und Rettungswegen schon immer „weit vorne“ dabei. An den Eingängen zähle man die Gäste – wegen der Sicherheit, aber auch für das Marketing.

Der Altstadtfrühling findet bis zum 14. April auf dem Domplatz statt. Gäste können ihn unter der Woche von 14 bis 22 Uhr besuchen, sonn- und feiertags bereits ab 11 Uhr.