Neues Gutachten sieht keinen Grund für Fällungen im Erfurter Petersberg-Wäldchen

Erfurt.  Der BUND legt ein Papier vor: Sachverständige sehen die Rußrindenkrankheit nicht nachgewiesen und die Verkehrssicherheit nicht gefährdet.

Farbe an Bäume kündet in der Stadt von möglichen Fällungen. auch auf dem Petersberg sind schon rote Markierungen zu sehen.

Farbe an Bäume kündet in der Stadt von möglichen Fällungen. auch auf dem Petersberg sind schon rote Markierungen zu sehen.

Foto: Marco Schmidt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Nun steht Gutachten gegen Gutachten. Während die Stadtverwaltung im jüngsten Buga-Ausschuss die Fällung von 73 Bäumen im Petersberg-Wäldchen als unausweichlich ankündigte, legt der BUND nun ein Gutachten mit dem Fazit vor, dass es keine Gründe gebe, im Moment Bäume zu fällen.

Ihre Erkenntnis ziehen die beiden beauftragten Experten, die Forstwissenschaftlerin Sabine Storch und die Baumsachverständige Gertrud Härle, aus Begehungen des Waldstücks, die am 24. und 25. November stattgefunden hatten. Ihre schriftliche Einschätzung liegt unserer Zeitung vor.

Die Herangehensweise bezog sich dabei auf die Aussagen der Unteren Naturschutzbehörde der Stadtverwaltung, die Gefahren für Menschen durch die Rußrindenkrankheit und durch umfallende Bäume bzw. morsche Äste beschreiben. Der für die Buga verantwortliche Dezernent, Alexander Hilge (SPD), hatte vor dem Ausschuss und Vertretern der BI „Stadtbäume statt Leerräume“ davon gesprochen, dass es keines weiteren Beschlusses bedürfe, die Verkehrssicherungspflicht das Fällen verlange. – Auch wenn das Buga-Projekt Bastionskronenpfad durch den Wald führe.

Eine erste Reaktion auf das neue Gutachten war von Hilge, der auf Auslandsreise ist, oder von anderer Stelle aus der Stadtverwaltung gestern nicht zu erhalten.

„Aus unserer Sicht ist es nunmehr dringend geboten, in einem Ortstermin, in welchem neben den Sachverständigen der Stadt Erfurt auch die von uns beauftrage Gutachterin und Vertreter des BUND teilnehmen, die Sachlage vor Ort zu erörtern“, sieht Robert Bednarsky vom BUND Erfurt nun dringenden Redebedarf. Und geht davon aus, dass davor keine Fällungen von Bäumen stattfinden.

Aber: „Sachlich und fachlich nicht begründbare Fällungen in einem geschützten Landschaftsgebiet, welches zuvörderst Zwecken des Naturschutzes dient, wird der BUND indessen nicht akzeptieren.“ Die Sachverständigen des BUND hätten bei der Baumkontrolle durch Klopfen und Inaugenscheinnahme „keine umsturzgefährdeten Bäume, die eine Gefahr für Häuser, Straßen, Parkplätze oder das Umspannwerk darstellen könnten“ finden können.

Auch die Gefahr durch die Rußrindenkrankheit sehen sie nicht als gegeben an. So seien Symptome der Ahorn-Krankheit auch an Robinien zu erkennen gewesen. Es seien ohnehin Laboruntersuchungen nötig, um die Baumkrankheit zu diagnostizieren. Dies aber war, wie eine Vertreterin der Naturschutzbehörde seinerzeit im Ausschuss gesagt hatte, bisher nicht geschehen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren