Naturwissenschaftscampus am Landgrafenstieg Jena entsteht

Jena  Das Zentrum für Energie und Umweltchemie Jena erhält einen Forschungsneubau mit rund 4000 Quadratmetern.

Der Neubau wurde vom Architekturbüro HDR GmbH gestaltet und soll Ende 2020 beginnen und 2022 abgeschlossen sein.

Der Neubau wurde vom Architekturbüro HDR GmbH gestaltet und soll Ende 2020 beginnen und 2022 abgeschlossen sein.

Foto: HDR GmbH / FixVisuals

Weil die Energiewende viel mit dem Klimaschutz zu tun hat, schließt sich der Kreis: Am Freitag demonstrierten abermals die „Fridays for Future“ für eine bessere Zukunft, die Jenaer Wissenschaftler mitgestalten wollen: Das Zentrum für Energie und Umweltchemie Jena (CEEC Jena) der Friedrich-Schiller-Universität erhält mit einem Forschungsneubau rund 4000 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche. Im „CEEC Jena II“ werden Spezialuntersuchungen an neuartigen Energiespeichermaterialien möglich, die an der Jenaer Universität entwickelt werden. Am Donnerstag wurde das Projekt vorgestellt.

Insgesamt vier Stockwerke mit Laboren und Büros, ein durchgehender Keller mit Speziallaboren und ein Technikum, das über zwei Etagen geht – das ist der Neubau des Zentrums für Energie und Umwelt Jena, der vom Architekturbüro HDR GmbH gestaltet wird, Ende 2020 beginnen und 2022 abgeschlossen sein soll.

Der größte Teil des mehr als 40 Millionen Euro teuren Baus wird zur Hälfte von Bund und Land übernommen. So werden Bund, Land, Universität, Europäische Union und Ernst-Abbe-Stiftung bis 2022 beziehungsweise 2023 mit der Fertigstellung der geplanten Gebäude CEEC II und Anwendungszentrum CEEC Jena mehr als 50 Millionen Euro allein in die bauliche Infrastruktur des Batterieforschungszentrums investiert haben.

Wie CEEC-Direktor Ulrich S. Schubert sagte, geht es dabei nicht allein um die Forschung: Im baulich zugehörigen, aber vom Land getragenen Anwendungszentrum sollen die Forschungsergebnisse direkt zur Industriereife gebracht werden. In direkter Nachbarschaft wird der Technologie- und Innovationspark Jena ein Zentrum für etwa 30 Existenzgründer und junge Unternehmer realisieren.

„Die Gebäude des CEEC Jena gehören zum Nucleus des neuen Naturwissenschaftscampus am Landgrafenstieg“, sagte Universitäts-Präsident Walter Rosenthal. Er dankte Schubert, der in den vergangenen zehn Jahren ein leistungsfähiges Zentrum geschaffen und den Wissenschaftsstandort gestärkt habe. Auch Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sprach davon, Thüringen zu einem Innovationszentrum Energie zu entwickeln. Die Speicherung von Energie sei eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts: Sie könne dabei helfen, die Schwankungen bei Wind- und Sonnenenergie in den Griff zu bekommen, sodass die Grundlast verlässlich zur Verfügung stehe. „Wissenschaft, Forschung, Transfer: Das ist die Zukunft Thüringens“, so Tiefensee.

Die Batterie der Zukunft kommt aus Jena: Am CEEC Jena werden Konzepte für neue Batterien, gedruckte Solarzellen und integrierte Fassaden zur Energiewandlung entwickelt. Ganz konkret werden im CEEC Jena verschiedene Aufgabenstellungen der Batterieforschung behandelt. Dazu zählt neben der Herstellung neuartiger Energiespeichermaterialien und -werkstoffe auch die Untersuchung ihrer Elektrochemie und Beschaffenheit.

Hierfür werden in den Speziallaboren des CEEC Jena II künftig besondere Untersuchungsmethoden möglich sein, etwa eine spezielle Elektronenmikroskopie. Auf diese Weise sollen an der Friedrich-Schiller-Universität Prototypen neuartiger Solarbatterien, Redox-Flow-Batterien oder gedruckter organischer Radikalbatterien hergestellt werden.

Ziel ist es unter anderem, sichere und nachhaltige Batterien zu entwickeln, die etwa ohne Vanadium, Kobalt oder Seltene Erden auskommen. „Batterien, die auf Elemente basieren, die frei verfügbar sind“, sagte Schubert weiter. Dabei helfen wird das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie, das künftig gemeinsam mit den Jenaer Wissenschaftlern an neuartigen Energiespeichermaterialien- und -systemen forscht.

Einfügen wird sich der Bau zwischen dem CEEC und dem Institut für Technische Chemie und Umweltchemie, parallel zur Lessingstraße.

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