Plinzmühle: Künstler Jochen Bach denkt nicht ans Aufhören

Marcus Voigt
| Lesedauer: 3 Minuten
Der Künstler Jochen Bach gestaltet derzeit eine Jahreszeiten-Säule in seinem „Garten der Stille“ in der Plinzmühle.

Der Künstler Jochen Bach gestaltet derzeit eine Jahreszeiten-Säule in seinem „Garten der Stille“ in der Plinzmühle.

Foto: Marcus Voigt

Plinz.  Jochen Bach widerspricht Gerüchten, er wolle seine künstlerische Arbeit in der Plinzmühle beenden. Vielmehr startet er neue Projekte.

Die Arbeit geht weiter: Entgegen anders lautender Gerüchte wird Jochen Bach sein künstlerisches Schaffen in der Plinzmühle nicht beenden. Vielmehr hat er sich neuen Projekten angenommen: der Instandsetzung der markanten Fassadenmalerei am Giebel der Scheune sowie dem Bauen einer Jahreszeiten-Säule in seinem „Garten der Stille“.

Das taubenblaue und weiße Motiv einer ausgedachten Pflanze hatte Jochen Bach einst im Jahr 1975 an den Giebel der Scheune gemalt. „Die Besucher verbinden die Plinzmühle mit diesem farbigen Giebel“, sagt Bach. Weil das Gebäude wegen Reparaturen am Dach sowieso eingerüstet war, habe er sich entschlossen, die Fassadenmalerei zu erneuern. „Diese war nicht mehr schön, sah verwaschen aus. Jetzt ist das Motiv sehr dekorativ geworden, zuvor war es eher malerisch“, so Bach.

„Nicht mehr so frisch wie früher“

Der 80-Jährige fühle sich topfit. „Klar ist man sich seiner Endlichkeit bewusst, aber solange ich arbeiten kann, habe ich noch viel vor und werde immer tätig sein“, sagt Bach. Eine Einschätzung, die seine Frau Gisa, die in der Plinzmühle eine Töpferei betreibt, teilt: „Er hat zwar etwas abgenommen und sieht nicht mehr so frisch aus wie früher, ist aber immer noch voller Ideen. Und die muss er auch immer umsetzen, weil er ja ständig neue hat.“

Jochen Bach sagt, dass diese Kreativität durchaus auch gefordert wird. „Neben den Gelegenheitsbesuchern haben wir auch Fans, die öfters herkommen. Und die fragen natürlich immer als Erstes: ‘Was gibt es Neues?’“, so Bach.

Und so baut er gerade in seinem weithin bekannten „Garten der Stille“, in dem zahlreiche, teils skurril anmutende Skulpturen versammelt sind, an einer Jahreszeiten-Säule mit Spiegelmosaiken und Bildern, auf denen der Garten zu den verschiedenen Jahreszeiten abgebildet ist.

„Und Bilder muss ich auch mal wieder malen“, sagt Jochen Bach. Vorrangig wolle er dabei seine Serie „Die Behüteten“ fortsetzen. „Darin fühle ich mich einfach wohl. Früher hatte ich jahrelang nur Landschaften und Stillleben gemalt, das ist irgendwann aber langweilig geworden. Vielleicht ergeben sich aber auch neue Sichtweisen“, so Bach.

Arbeiten statt Reden

Bewusst sei ihm dabei, dass das Verkaufen von Kunstwerken aufgrund der zahlreichen Krisen nicht einfacher wird. „Auch wenn es schon immer so war, dass man für das Malen eines Bildes eine Woche braucht und dann für das Verkaufen teils Jahre – man merkt den Einschnitt schon ganz gewaltig“, sagt Bach.

Nicht nur deshalb würden sich er und seine Frau freuen, wenn wieder mehr Besucherinnen und Besucher den Weg in die Plinzmühle finden. „Es ist wie eine andere Welt hier, man wird nahezu verzaubert, weil es keine Zivilisationsgeräusche gibt“, sagt Gisa Bach.

Nur einer Sache sollten sich die Besucherinnen und Besucher des „Gartens der Stille“ und der Galerie in der Plinzmühle bewusst sein: Jochen Bach hat keine Zeit für lange Gespräche. „Die Leute wollen sich immer unterhalten, aber ich muss ja was machen“, sagt er. Besonders wortkarg werde er, wenn nach der Bedeutung seiner Kunstwerke gefragt wird. „Das soll sich jeder selbst erschließen“, sagt Bach.

Der „Garten der Stille“ in der Plinzmühle ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Wer in die Galerie möchte, sollte vorher unter Telefon 036422/22438 anrufen. Jochen und Gisa Bach empfehlen die Anfahrt über Großkröbitz und nicht durch Altendorf.