Rechtsextreme Propaganda am Kahlaer Bahnhofsgebäude verärgert

Kahla  Schülerprojekt des Demokratieladens ist beschmiert worden. Bürgermeister verurteilt den mangelnden Respekt für das Engagement anderer.

Ins herzliche Willkommen der Johann-Walter-Stadt Kahla wurden rechtsextreme Parolen geschmiert, darunter auch das Kürzel NHJ, das vermutlich für „Neue Hitlerjugend“ steht. Verbotene Schriftzüge wie NSDAP hat die Polizei übersprüht.

Ins herzliche Willkommen der Johann-Walter-Stadt Kahla wurden rechtsextreme Parolen geschmiert, darunter auch das Kürzel NHJ, das vermutlich für „Neue Hitlerjugend“ steht. Verbotene Schriftzüge wie NSDAP hat die Polizei übersprüht.

Foto: Katja Dörn

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Kein Herz für Schüler müssen Unbekannte haben, die das Bahnhofsgebäude in Kahla beschmiert haben. In der Nacht zu Dienstag wurde die erst vor gut einem Monat farblich gestaltete Fassade mit rechtsextremen Parolen beschmiert.

Schüler hatten Anfang Juli durch Organisation des Demokratieladens Kahla die graue Fassade des seit Jahrzehnten leer stehenden Gebäudes verziert. Sie überlegten sich Motive, die sie mit dem Künstler-Duo Farbgefühl aus Jena aufbrachten. Der Lieblingsfußballverein und Sehenswürdigkeiten wie die Leuchtenburg zierten seitdem das Eingangstor der Stadt, auch Begriffe wie Respekt und Vielfalt. Größtenteils wohlwollend nahm die Bevölkerung diese Verschönerung an.

Das weiß auch Bürgermeister Jan Schönfeld (parteilos), der die jetzt angebrachten Schmierereien verurteilt. „Die Täter haben keinen Respekt vor der Arbeit und dem Engagement anderer“, sagt er.

Auch Michael Schaffhauser ist sichtlich verärgert. Er ist Koordinator des Lokalen Aktionsplans im Saale-Holzland-Kreis und damit im Demokratieladen aktiv. „Es macht uns betroffen. Damit wird das Jugendprojekt zerstört“, sagt er.

Die Sprayer sieht er im rechtsextremen Spektrum verankert: „Es sind eindeutig neonazistische, antisemitische und rassistische Schmierereien.“ „Zecken boxen“, ein durchgestrichener Judenstern, SS-Runen und das Kürzel NHJ sind unter anderem zu lesen. Letzteres könnte für „Neue Hitlerjugend“ stehen und sei schon andernorts gesichtet worden. „Die Inhalte sind nicht hinnehmbar“, sagt Schaffhauser. „Die Stadtgesellschaft ist aufgefordert, sich zu distanzieren und diesem Denken auch im Alltag aktiv entgegen zu treten. Es braucht energische, eindeutige Zeichen gegen neonazistische Umtriebe“, fordert er.

Die Polizei habe von Amtswegen Anzeige erstellt und Schriftzüge verfassungswidriger Organisationen mit grauer Farbe sofort übersprüht. Eine zweite Anzeige gegen Unbekannt wurde am Demokratieladen aufgenommen, dessen Schaufenster offenbar auch in der Nacht zu Dienstag mit roter Farbe beschmiert wurde. Dass der oder die Täter nicht immer in der Schule aufgepasst haben, zeigt die orthografisch falsche Aufschrift „Wiederstand“.

Für die Mitarbeiter des Demokratieladens war es nicht die erste unliebsame Nachricht. Schon mehrmals wurde der Projektladen angegriffen, darunter auch vor über drei Jahren mit einem Brandsatz. Die rote Farbe am Fenster konnte jetzt schnell abgewischt werden, die Fassade am Bahnhof ist aufwendiger zu erneuern. Die Parolen sollen so schnell es geht übermalt werden, sagt Schaffhauser, im Anschluss müssten auch die Bilder der Jugendlichen wieder hergestellt werden.

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