Vereinspreis 2021: Jetzt für elf Vereine aus Jena und dem Landkreis abstimmen

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Jung und Alt schaffen es zusammen: Darum geht es beim diesjährigen Vereinspreis.

Jung und Alt schaffen es zusammen: Darum geht es beim diesjährigen Vereinspreis.

Foto: Archiv

Jena.  Das Online-Voting für den Vereinspreis 2021 ist gestartet. Die Abstimmung endet am 31. Dezember.

Nun wird es spannend: Elf Vereine werben um Klicks. Bis zum 31. Dezember ist die Online-Abstimmung geschaltet. Jung und Alt schaffen das! Doch wie sieht eine gute generationsübergreifende Arbeit in den Vereinen aus? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Vereinspreises, den Züblin und diese Redaktion vergeben wollen.

Das sind die Bewerber für den Leserpreis:

1. Tanzclub Kristall e.V.

Der Tanzclub Kristall Jena e.V. verbindet Tradition mit Moderne. 200 Mitglieder, vom Geburtsjahr 1935 bis 2008, gestalten, bereichern und entwickeln den Verein. 2021 ist das Jahr des 60. Vereinsgeburtstages. Der Verein stand vor vielen Herausforderungen, doch konnte bisher jede dieser Hürden erfolgreich bewältigt werden. Das Vereinsleben ist familiär geprägt. Die verschiedenen Kurse werden von allen Mitgliedern gern genutzt. So ist die Altersdiversität des Breitensportbereichs besonders hoch – ein 20. Geburtstag und ein 75. Geburtstag liegen manchmal nur wenige Tage auseinander. Die Corona-Pandemie stellte den Verein vor eine besondere Herausforderung. Wie funktioniert Tanzen ohne Tanzsaal? Hier zeigt sich, wie Jung und Alt gemeinsam großartige Ideen entwickeln und umsetzen. Schnell kam die Idee auf, Online-Tanztraining durchzuführen. Die notwendige Technik und das Wissen für Videokonferenzen brachten unsere jungen Mitglieder ein, das handwerkliche Geschick beim Anbringen von Fernseher und dem Verlegen von Kabeln wurde durch unsere älteren Mitglieder bewerkstelligt. Das Ergebnis davon – Ran an den Speck, tanz digital – wurde von vielen Mitgliedern dankend angenommen.

Elementarer Bestandteil der Vereinsarbeit ist die satzungsgemäße Förderung einer Jugendabteilung. Diese ist im Vereinsgefüge fest und eigenständig als aktiver Jugendrat etabliert. Neben der allgemeinen Vereinsarbeit mit Fokus auf der Jugend widmet sich der Jugendrat insbesondere der Öffentlichkeitsarbeit. Nicht zuletzt auch der Vorstand setzt auf Diversität und Parität und besteht aktuell aus je drei Frauen und Männern. Das Durchschnittsalter des Vorstandes konnte mit der letzten Vorstandswahl um 13 Jahre auf 34 Jahre gesenkt werden.

2. Förderverein „Mahn- und Gedenkstätte Walpersberg“ e.V., Sitz Kahla

2003 gegründet, widmen wir uns der Aufarbeitung, Erforschung und Präsentation der „REIMAHG“-Werksgeschichte. Erbaut wurde das Werk von April 1944 bis April 1945 am und im Walpersberg bei Kahla/Grosseutersdorf. Vorrang unserer Forschungsthematik sind die Menschen, 12.500 Zwangsarbeiter aus ganz Europa. Zum Bau und in der Produktion eingesetzt, arbeiteten sie an der Seite von deutschen Fachkräften, der Hitlerjugend und freiwilligen Fremdarbeitern. Etwa 1500 von ihnen starben. Die Geschichte ist außerordentlich komplex, vielschichtig und bis heute leider kaum bekannt. Geschichtsbedingt engagieren sich ehrenamtlich im Verein deutsche wie internationale Mitglieder. Unsere Vereinsarbeit umfasst unter anderem:

alle Archivunterlagen werden digital wie analog zusammengefasst;

auf Anfrage recherchieren und forschen wir auch zu Einzelschicksalen;

uns verbindet eine langjährige gute Zusammenarbeit mit themenbezogenen Institutionen weltweit;

thematische Arbeit mit Schulen, regional wie international, an gemeinsamen Projekten sowie Unterstützung bei Fach- und Seminararbeiten;

Zusammenarbeit mit Gemeinden, Stadt und Kreis;

Präsentation einer museumsfachlich konzipierten und gestalteten umfangreichen „REIMAHG“-Ausstellung im Stadtmuseum Kahla, jährliche Überarbeitung/Anpassung;

archäologische Suche nach Artefakten in den ehemaligen Lagern, mit Restaurierung, Bewahrung, Hintergrundforschung sowie musealer Präsentation;

intensive Kontaktpflege zu Überlebenden und deren Familien, mehrsprachig.

3. Hilfe für die Kinder von Tschernobyl e.V.

Gegründet 1991; 60 Mitglieder im Alter von 23 bis über 80 Jahre. Der demografische Wandel ist seit langem auch ein Problem in unserem Verein. Die Vorstellung, mit dem Rollator auf unbefestigten belarussischen Dorfstraßen Studienunterstützung zu verteilen, ist nicht wirklich lustig. Lange Zeit haben wir mit Sorge einen Mitgliederrückgang verfolgt. Aber allein in den vergangenen zwei Jahren traten zehn neue und meist jüngere Mitglieder ein. Der Altersdurchschnitt senkte sich im Vorstand 2021 von 61 auf 53 Jahre.

Was bedeutet das für unsere Vereinsarbeit? Die „Jungen“ übernehmen immer mehr Verantwortung. Nicht nur im Vorstand. So unter anderem auch in der Revisionskommission zur Wahl 2021. Jeweils zwei „Urgesteine“ (beide knapp 70 Jahre alt) waren mit je einem jüngeren Vereinsmitglied (23 und 40 Jahre alt) in einem Team. Dabei vermitteln die Älteren ihre über Jahrzehnte gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse. So werden auch die gepflegten Kontakte in Belarus an nachrückende jüngere Mitglieder übergeben. Persönliche Kontakte zum jeweiligen Kreisvorsitzenden, die die Verbindung zum Ministerium in der Bezirksstadt Mogiliew ermöglichen, die Beziehungen zu den Verantwortlichen der Dörfer und der Kindereinrichtungen; das sind letztendlich die Grundlagen für das Fortbestehens des Vereins.

Unser Verein wurde fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe 1986 in der Ukraine, bei der große Teile von Belarus durch die dabei freigesetzte Radioaktivität verseucht wurden, gegründet.

4. Show-Ballett Formel I e.V.

In unserem Verein arbeiten wir seit Jahren generationsübergreifend. Doch nach Corona haben wir diese Arbeit verstärkt. Viele Senioren (aber auch Kinder) saßen allein zu Hause. In dieser Situation spürten viele, wie ihnen das Gemeinschaftsleben fehlt. In unserem Verein besteht seit knapp zehn Jahren eine Seniorentanzgruppe. Als die Vereinsarbeit nach Corona wieder erlaubt war, begannen wir sofort mit der Trainingsarbeit im Kinder- und Seniorenbereich. Und dabei kamen wir auf die Idee, beides zu kombinieren. In gemeinsamen Proben studierten wir einen Tanz ein und wollen diesen zur geplanten Weihnachtsrevue im Sporthallenkomplex aufführen. Kinder und Jugendliche lernten sich durch das gemeinsame Training besser kennen, so dass daraus neue Wege und Ideen entstanden.

Die Kinder können zum Beispiel von dem Wissen der älteren Generation viel lernen. So planen wir in der Weihnachtszeit gemeinsame Backnachmittage im Tanzstudio. In unserer Küche werden wir die „Weihnachtsbäckerei“ durchführen. Und wenn die Plätzchen besonders gut schmecken, werden die Kinder die Rezepte der Omis in ihren Familien übernehmen und die fast verloren gegangene Backkunst erhalten.

Aber nicht nur die Kinder lernen von den Senioren. Auch umgekehrt ist es der Fall. Die heutigen Kinder sind im Umgang mit der digitalen Welt sehr pfiffig. Im Gegensatz stehen die Senioren oft mit dem Handy auf Kriegsfuß und können dies nur minimal nutzen. Hier können unsere Kinder/Jugendlichen den Senioren beratend zur Seite stehen und ihnen neue Wege in die digitale Welt öffnen.

Auch im tänzerischen Bereich wird die Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt gelebt. Unsere künstlerische Leiterin sieht dem Rentenalter entgegen. Es wird bald Zeit, den Staffelstab an Jüngere zu übergeben. So lassen sich jetzt drei Tänzerinnen beim Stadtsportbund Jena zum Übungsleiter ausbilden und sie stehen jetzt schon gemeinsam mit unserer Leiterin im Trainingssaal.

5. Jenzig‐Gesellschaft

Um den Jenzig noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, wurde der Saurier-Erlebnispfad am Jenzig-Wanderweg errichtet. Der Pfad soll besonders das Interesse der Kinder und Jugendlichen mit Darstellungen aus der Zeit der Trias wecken und Wissenstests an interaktiven Schautafeln initiieren. Außerdem wird zur sehr interessanten geologischen Beschaffenheit sowie der prähistorischen Fauna informiert werden. Die Form dieses markantesten Jenaer Berges wird durch seinen geologischen Aufbau bestimmt und wird auch in einer anschaulichen Weise dem Wanderer bekannt gemacht. Die Erlebnisstationen sind gestaltet mit Saurierfiguren, Lehrtafeln mit Darstellungen des Muschelkalkmeeres, des Lebens an den Flüssen des Buntsandsteins, Jena in der Eiszeit und anderes mehr.

Der Pfad vermittelt somit ein echtes Urzeitgefühl. Interaktive Tafeln und die virtuelle Welt werden dafür miteinander verbunden. Um den deutschlandweit ersten virtuellen Saurier-Pfad mit sogenannten „Augmented Reality Apps“ zu sehen, gibt es ein starkes Interesse in der Öffentlichkeit, besonders bei Eltern, die ihren Kindern ein besonderes Erlebnis bieten wollen. Weiterhin werden in einer kleinen Ausstellung im Jenzighaus interessante Fossilien gezeigt. Mit diesem Projekt wird auch die Bildungslandschaft in Jena und der Region bereichert. Der Saurierpfad wurde am 26. Oktober 2018 mit einem Großteil der Erlebnisstationen eröffnet durch Schüler der Leonardoschule.

6. ADFC-Kreisverband Jena – Saaletal

Dem ADFC haftet der Ruf an, ein Verein älterer Herren zu sein, die über vergangene Zeiten sinnieren. Der ADFC-Kreisverband Jena – Saaletal zeigt, dass es auch anders geht. Das Geheimnis: gezielt Vorschläge streuen, die die junge Generation ansprechen, und dann die jungen Leute machen lassen! Vor acht Jahren hat der Vorstand eine neue Strategie initiiert: eine aktuelle Webseite, regelmäßige Ansprache der Mitglieder per E-Mail, Ideen für neue Aktivitäten, insbesondere Mitmach-Infostände und die gezielte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das hat jüngere Mitglieder motiviert, sich einzubringen und auszuprobieren. Bald zogen die ersten „Jungen“ mit ihren Aktivitäten weitere Menschen der gleichen Altersgruppe an.

Mit ausreichend Gestaltungsspielraum haben die jüngeren Aktiven neue Formate entwickelt und etabliert. Die monatliche Fahrraddemo Critical Mass ist Sache der jungen Leute, ebenso das Fahrrad-Kneipenquiz, die Radtouren für junge Leute oder das Bespielen der Social Media. Durch gezielte Werbung im studentischen Milieu über digitale Kanäle und bei Berufstätigen oder Ruheständlern über Printmedien lassen sich Aktive quer durch die Generationen finden. Ein gelungenes Beispiel ist die seit 2015 bestehende Fahrradschule für geflüchtete Frauen, deren Trainerinnen von der Studentin bis zur Rentnerin reichen. Die Organisation im Hintergrund liegt vorrangig bei den Älteren, das sportliche Rennen neben den Fahrrädern der Schülerinnen übernehmen gerne die Jüngeren. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt in den Händen von jungen Eltern, während die gut vernetzten älteren Vereinsmitglieder Kontakte zu Schulen knüpfen. Die Alten übernehmen auch die Planung und Durchführung der Teilnahme am bundesweiten Jugendfahrradfestival, wohingegen die begleitenden jungen Erwachsenen die Kids am Abend nach der Radtour beim Ballspiel auspowern.

7. Männergesangverein Weißenborn 1891 e.V.

Unser Männergesangverein 1891 e.V., nun bereits 130 Jahre bestehend, pflegt unter der Leitung unserer musikalischen Leiterin Helena Seliwanow den vierstimmigen Männergesang und prägt maßgebend das kulturelle Erscheinungsbild im Saale-Holzland-Kreis. Wichtig ist hierbei, dass alle Generationen gleichberechtigt im Chor vertreten sein können und sich jede Generation im Erscheinungsbild sowie der musikalischen Arbeit des Chores wiederfindet. Das heißt, keine einseitigen Festlegungen auf eine bestimmte Stilrichtung – klassische Männerchorliteratur ebenso wie zeitgenössische Kompositionen, vorwiegend A-cappella-Chorsätze, immer mit Blick auf eine hohe musikalische Qualität. Da sich die Sängerschar, an der Zahl 25, aus drei Generationen zusammensetzt – der jüngste Sänger ist 30 Jahre und der älteste 89 Jahre alt – ist dies nicht immer einfach zu bewerkstelligen.

Der Begriff „Männergesangverein“ wird oftmals als Verein für die „ältere Generation“ in Verbindung gebracht. Wir können voller Stolz behaupten, dass auch die junge Generation Spaß und Freude am Singen haben kann. Die junge Generation holt sich in unseren Verein viele Tipps und Hinweise von erfahrenen Sangesbrüdern, die schon viele Jahrzehnte in unserem Verein vertreten sind. Für alle Lebenslagen, auch im privaten Bereich gibt es viel Unterstützung. Die jungen Sangesbrüder zeigen sich gegenüber den älteren Sangesbrüdern dankbar, indem sie bei Auftritten oder Chorproben sich beispielsweise um das leibliche Wohl kümmern oder bei Tätigkeiten, die mit Kraft und Ausdauer verbunden sind, helfen beziehungsweise diese Tätigkeiten übernehmen, um unsere „ältere Generation“ zu entlasten.

8. Fuchsturm-Gesellschaft

Seit 160 Jahren ist die Fuchsturm-Gesellschaft e.V. bestrebt, ein positives Zusammenspiel zwischen Bevölkerung und Natur zu ermöglichen. Besonders durch die öffentliche Zugänglichkeit des Geländes und des Vereinshauses, besonders für Familien mit Kindern, ist der Standort zur Vermittlung der Wertschätzung für die Natur attraktiv. Im Rahmen der Vereinstätigkeit stehen die Pflege der naturnahen Wanderwege, die Anpflanzungen von Bäumen, das Aufstellen von Bänken und die Pflege des städtischen Turms im Vordergrund. Durch diese ökologisch sinnvollen Arbeiten, ist die Fuchsturm-Gesellschaft in der Lage, die umliegenden natürlichen Lebensräume zu schützen und somit den nachfolgenden Generationen zu erhalten. Mit der neusten Initiative, der Baumpflanzung auf dem Hausberg, ist der Fuchsturm-Gesellschaft wiederum ein positives Zusammenspiel zwischen Bevölkerung und Natur gelungen. Durch die Aktion konnten über 170 Bürger begeistert werden, einen aktiven Beitrag zum Naturschutz zu leisten.

Schon seit über 25 Jahren findet ein generationsübergreifendes „Internationales Workcamp“ auf dem Hausberg statt. Im Mittelpunkt der gemeinnützigen Arbeit stehen die Vermittlung von Naturverständnis sowie die Pflege der Landeskunde, der Geschichte und des Vereinslebens. Durch das generationsübergreifende Projekt können Jung und Alt voneinander lernen, was zu einer gegenseitigen Wertschätzung und zum Erfahrungsaustausch in der Gesellschaft führt. Das Projekt wird aktiv durch den Bund junger Freiwilliger, die Stadt Jena und die Fuchsturm-Mitglieder unterstützt.

Um den anstehenden demografischen Wandel in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken, werden im Rahmen eines Kooperationsvertrages Schüler der Talschule aktiv in das Vereinsleben integriert. Die Schüler nehmen mit dem bestehenden Schulchor an Veranstaltungen der Fuchsturm-Gesellschaft teil. Wiederum unterstützt die Schule den Verein mit der Bereitstellung des Computerkabinetts. Hier unterstützen junge Vereinsmitglieder ältere Mitglieder beim Einstieg und beim Verstehen der digitalen Welt. Zusätzlich versucht die Fuchsturm-Gesellschaft, junge Familien durch das Rapunzelfest zu gewinnen und für das Vereinsleben zu begeistern.

9. „Fit durch Bewegung“

Wir haben 86 Mitglieder im Alter von 21 bis 95 Jahren. Bei uns kann Frau und Mann:

zum Seniorentanz mit Lernprogramm kommen,

Volltanz lernen und genießen,

Aroha ausüben,

Rehasport absolvieren,

Line-Dance lernen und ausüben,

Präventionssport ausüben usw.

All diese Bewegungsarten sind auf das Training von Körper, Muskeln und Gehirn ausgelegt, fordern und fördern die Leistungsfähigkeit des Körpers, tragen zum Wohlbefinden bei und sind eine große Hilfe bei der Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit. Viele unserer Vereinsmitglieder halten uns sei Jahren die Treue, und plötzlich holte uns der demografische Wandel ein. Der Vereinsvorstand begab sich in den Ruhestand und Lösungen mussten her. Aufgeben und Auflösen war keine Option und so bildeten fünf Vereinsmitglieder den neuen Vorstand. Die Vereinsarbeit ist für alle neu und wir knieten uns mit Elan und Optimismus in die Arbeit. Dazu gehören der Besuch von Lehrgängen und eine breite Aufstellung bei der Bewältigung der Arbeit und der Aufgabenlösung.

Wir fragen alte und neue, junge und betagte Vereinsmitglieder nach ihren Fähigkeiten und Begabungen, legen ihnen Probleme dar und erhalten eine große Hilfestellung bei der Neuaufstellung des Vereins. Dies ist für die Mitglieder sowie für den Vorstand eine besonders wertvolle Erfahrung.

10. Naturschutzjugend im Nabu e.V.

Das Natur-Erlebnis-Haus Leutratal ist ein gemeinsames Projekt von Naju Jena sowie Naju und Nabu Thüringen. Ziel ist der Erhalt des ehemaligen Wanderheims im Leutratal bei Jena als Ausgangspunkt für vielfältige Naturerlebnisse. Im Rahmen der Nutzung als Bildungszentrum bieten wir eigene Camps, Kurse, Freizeiten und Fortbildungen an. Die Förderung von Lebensräumen seltener Tiere und Pflanzen auf dem Gelände des Natur-Erlebnis-Hauses ist uns eine Herzensangelegenheit. Jung und Alt schaffen das!

Um das 100-jährige Gebäude als Gruppenunterkunft zu erhalten, auf dem Gelände Artenschutzmaßnahmen umzusetzen und Bildungsangebote für eine breite Zielgruppe anzubieten, sind viele helfende Hände nötig. Da die Einsatzgebiete vielfältig sind, macht es für uns Sinn, alle Altersgruppen in unsere ehrenamtliche Arbeit einzubeziehen. Vom Kindergartenkind bis zum Rentner können sich in unserem Projekt alle einbringen. Zum Beispiel helfen Kinder bei der Rettung von Fröschen mit, indem sie zum Beispiel einen flachen Tümpel im Frühjahr mit Wasser versorgen, und Jugendliche pflanzen Sträucher und bauen unter Anleitung Nistkästen, die auf dem Gelände aufgehängt werden. Junge Erwachsene sind aktiv und betreuen Kinder und Jugendliche bei Wochenendveranstaltungen wie dem Fledermauscamp und dem Naturfilmcamp. Unsere älteren Aktiven bringen ihr Fachwissen und handwerkliches Geschick zum Beispiel bei Renovierungsarbeiten und Arterfassungen ein. Dabei wird immer zusammengearbeitet und jeder kann seine Stärken einbringen.

Zum Beispiel gibt unser Hüttenwart, der sich als Rentner in seiner Freizeit am Natur-Erlebnis-Haus engagiert, gerne Handwerkertipps an Jüngere weiter und erfährt im Gegenzug viel Interessantes über die spannende Tierwelt von jungen Menschen, die sich in dem Bereich besser auskennen.

11. Verein USV Jena, Abteilung Kanu

Die Rennkanuten im USV sind seit 1957 aktiv. Mit Rennsport- und Drachenbootregatten, Wanderfahrten und Trainingsgruppen für Freizeit- und Leistungssportler können wir ein breites Spektrum an Wassersportmöglichkeiten für alle Altersklassen anbieten.

Insgesamt sind wir über 80 aktive Kanutinnen und Kanuten in fünf Trainingsgruppen: Kinder- und Jugend von 8 bis 17 Jahren, Leistungs-, Altersklassen- und die Frauengruppe. Wir trainieren mehrfach pro Woche auf dem Wasser, im Kraftraum oder im Paradies und starten ganzjährig auf Regatten in ganz Deutschland. Unzählige Titel sowie viele Medaillen bei Deutschen Meisterschaften und mit der Nationalmannschaft konnten errungen werden.

Wir alle versuchen, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Trainer und Eltern vom ersten Tag an für den Verein, das Wasser und das Bootfahren zu begeistern, zu motivieren und sich in das Vereinsleben einzubringen. Das gelingt durch Vertrauen, Übergabe von Verantwortung sowie Weitergabe von Wissen und Erfahrungen an Jüngere. Unsere Jugend hat neue Ideen für innovative, schnelle Boote, Paddel, coole, selbst entworfene Trainingsbekleidung, Wettkampforganisation und digitale Vernetzung. Jung und Alt fahren in gemischten Teams Boot, trainieren erfolgreich Kinder und Jugend, und die gesamte Kanutruppe saniert seit drei Jahren in Eigenregie das Bootshaus, um die Trainingsbedingungen für uns alle zu verbessern.

Alle anstehenden Aufgaben sind auf viele Schultern in den verschiedenen Altersgruppen verteilt, z.B. Trainerin 60 Jahre, Abteilungsleiter 35 Jahre, Übungsleiter 16 Jahre. Stellvertretend für dieses generationsübergreifende Engagement und Teamwork steht Steffi Jochmann. Steffi, Jahrgang 1962, Start mit zehn Jahren als aktive Kanutin, fährt seit 50 Jahren Kanu im USV, trainierte im Leistungszentrum, lange Zeit war sie Trainerin der Kindergruppe und aktuell der Kanumädels zwischen 25 bis 60 plus. Sie ist mit Leib und Seele Kanutin, lässt dabei ihre Begeisterung für diesen Sport auf Andere überspringen, ist mit ihrem Engagement und ihren unerschöpflichen Ideen ein Vorbild und Ansporn für alle. Mit ihrer guten Laune macht jedes Training Spaß und jedes Mitglied ist schon mit ihr gepaddelt! Steffi hält den Verein seit über 40 Jahren zusammen, ist Kassenwart und führt mit viel Liebe unsere Chronik. Sie ist unsere sportliche, ehrgeizige, menschliche und verständnisvolle „Managerin“ für alle Altersklassen. Ihre positive Hartnäckigkeit zeichnet sie aus, sie schafft es immer wieder, Kinder fürs Paddeln zu begeistern und sich auch mal gegen kleine Widerstände im Verein zu stellen.

Der Online-Preis ist mit 2000 Euro dotiert, insgesamt steht ein Preisgeld von 6000 Euro zur Verfügung. Am 6. Januar findet die zweite Jurysitzung statt.