Pfeffermühle in Mühlhausen: Heimspiel für Rebekka Kobernick

Mühlhausen.  Die gebürtige Mühlhäuserin Rebekka Köbernick über politisches Kabarett, ihre Erinnerungen an das 3K und ihren Drang zur Großstadt.

Die gebürtige Mühlhäuserin Rebekka Kobernick stand am Samstag mit Matthias Avemarg (rechts) und Rainer Koschorz bei einem Gastspiel der Leipziger Pfeffermühle wieder in Mühlhausen auf der Bühne. 

Die gebürtige Mühlhäuserin Rebekka Kobernick stand am Samstag mit Matthias Avemarg (rechts) und Rainer Koschorz bei einem Gastspiel der Leipziger Pfeffermühle wieder in Mühlhausen auf der Bühne. 

Foto: Sabine Spitzer

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Beim 3K-Theater hat die gebürtige Mühlhäuserin Rebekka Köbernick erste Schritte auf der Bühne gemacht. Inzwischen ist sie Ensemblemitglied bei der Leipziger Pfeffermühle und bringt Würze in das politische Zeitgeschehen. Am Samstag hatte sie wieder einen Auftritt in Mühlhausen – bei einem Gastspiel mit dem Programm „Fairboten“ im Kulturhaus Schwanenteich. Unsere Zeitung sprach mit der 42-Jährigen.

Wie ist es für Sie, in der Heimat auf der Bühne zu stehen?

Schön. Und ich freue mich jedes Mal darauf. Da mein Mann und ich noch in Mühlhausen die Eltern haben, ist es natürlich wie ein Heimspiel. Auch meine alten Truppenteile von der Schule kommen meist vorbei, wenn ich in Mühlhausen spiele.

Sind Sie auf der Bühne anders, wenn Sie Menschen im Publikum kennen?

Ich habe ein bisschen mehr Lampenfieber. Das ist schon etwas anderes, wenn dort Menschen sitzen, die ich nicht so schnell wiedersehen werde. Aber meine Mama oder mein Bruder zum Beispiel können den Auftritt auch genießen.

Die Pfeffermühle hat diverse Programme im Repertoire, mögen Sie eins davon besonders?

Nein. Die Stücke, in denen ich mitspiele, spiele ich alle gern. Es ist aber natürlich toll, wenn man ein Schlagzeug und ein Klavier mit dabei hat und singen kann. Jedes Stück hat aber seinen eigenen künstlerischen Anspruch. Wenn es nicht das Singen ist, dann ist es die Genauigkeit wie im Theater.

Politische Wendungen kommen manchmal über Nacht. Mussten Sie schon einmal das Programm vor dem Auftritt umstellen?

Wir entwickeln das Programm immer am aktuellen Geschehen. Es passiert, dass plötzlich Namen erneuert werden müssen. Und wenn ein Gag veraltet ist, nimmt man halt einen neuen mit dazu, wenn aktuell etwas passiert ist. Wir sprechen das immer vorher ab.

Für die Stücke müssen Sie auch politisches Wissen haben, wie eignen Sie sich das an?

Ich informiere mich in den Medien und lese mich rein in die Dinge, die in der Welt passieren. Auch Nachrichtenradio höre ich. Manchmal recherchiere ich Dinge dann intensiver. Aber auch mit den Kollegen tausche ich mich aus.

Interessiert Sie, was in Mühlhausen politisch passiert?

Ich habe auf dem Handy ein Benachrichtigungssystem und wenn was aus Mühlhausen dabei ist, gucke ich da natürlich rein.

Erwarten die Zuschauer heute vom Kabarett etwas anderes als früher?

Kabarett ist nicht zu verwechseln mit Comedy. Das müssen die Zuschauer wissen, manche fühlen sich nämlich vom Kabarett beleidigt. Die Menschen sollen sich auf den Schlips getreten fühlen. Sie sollen merken, dass sie einen Spiegel aufgesetzt bekommen. Denn beim politischen Kabarett geht es nicht darum, lustig zu sein, sondern zum Denken anzuregen. Aber bei uns gibt es natürlich auch ein paar Schenkelklopfer dazwischen.

Lachen Mühlhäuser anders?

Ja. Obwohl wir mit dem Programm „Fairboten“ nur gute Erfahrungen gemacht haben. Wenn einem mal das Lachen im Hals stecken bleibt, ist es auch so gewollt – und dann ist das auch gut so.

Welche Erinnerungen haben Sie an das 3K?

In dieser Zeit sind lange und intensive Freundschaften entstanden. Der Kontakt ist nie verloren gegangen, demnächst bin ich wieder mit einem Projekt vor Ort. Das ist wie eine Familie, zu der man immer wieder zurückkommt.

Stimmt es, dass Sie Ihren Mann im 3K kennengelernt haben?

15 Jahre nachdem ich aus Mühlhausen weggegangen, habe ich ihn dort getroffen, als ich einen Workshop für Jugendliche gegeben habe. Das 3K ist schon etwas Besonderes für mich, ich kenne es noch als es im ehemaligen Pionierhaus war und nicht wie jetzt in der Kilianikirche. Als Bernhard Ohnesorge 2019 die Spielleitung abgegeben hat, habe ich kurz überlegt, wieder zurückzukommen nach Mühlhausen.

Und warum haben Sie sich anders entschieden?

Ich war immer ein Mensch, der in die Großstadt wollte und raus aus der Enge. Das habe ich gemerkt nach dem Abitur, wo ich nach Berlin wollte. Das war ein Drang. Dort habe ich dann 18 Jahre lang gelebt. Jetzt bin ich froh, in Leipzig zu sei. Weil es für mich eine bessere Alternative ist – zum Leben, zum Familie-Haben und es ist ein bisschen näher an Mühlhausen dran, so dass ich auch mal schnell wieder zu Hause bin.

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